Auf Safari in Tansania

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Am 30. September 2012 ging es endlich los – Abflug zu meiner Inforeise nach Tansania. Mit Qatar Airways flogen meine Freundin und ich via Doha nach Tansania. Nach einem kurzen Touch Down in Daressalam, landeten wir am Vormittag des 01. Oktober am Kilimanjaro Airport in Arusha.

Der kleinste internationale Flughafen den ich bisher gesehen habe. Keine andere Maschine als unsere war weit und breit zu sehen. Aussteigen direkt auf dem Rollfeld, ein paar Meter laufen und schon war man drin im kleinen und einzigen Terminal.

Das Visum bei Einreise erfolgte problemlos. 50 USD an Schalter 1 bezahlen und mit der Quittung und der bereits im Flugzeug ausgefüllten Einreisekarte zum Schalter 2 gehen. Hier werden noch Fingerabdrücke genommen und ein schönes Foto mit der Webcam geknipst (schön nach fast 24 Std. Anreise von Hamburg aus ;-) ) und schon ist die Einreise erledigt. Ging wirklich unkompliziert und recht schnell.

Am einsamen und einzigen Gepäckband angekommen stellten wir leider fest, dass unsere Koffer in Doha hängen geblieben sind. Ärgerlich aber gut, passiert halt. Ab zum Gepäck Ermittlungsschalter. Wir hatten natürlich ein Mal Erstausstattung im Handgepäck und das Gepäck sollte am nächsten Tag ankommen. Also alles kein großes Drama!

Vom Flughafen in die Stadt sind es ungefähr 40 Minuten Fahrt. Arusha ist eine typische afrikanische Großstadt. Das Leben findet auf der Straße statt. Es gibt einen recht modernen Stadtkern aber auch sehr arme Hüttenviertel. Nach einem Mittagessen im Kibo Hotel mit unserer Agentur, ging es los auf unsere Safari. Unsere zwei besten Guides sollten uns auf unserer Tour begleiten. Zusätzlich war noch ein Kollege aus Daressalam dabei der ebenfalls einige Lodge und Hotelbesichtigungen begleiten sollte.

Nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir den Tarangire Nationalpark und gingen auf erste Pirschfahrt. Der Park war im Oktober staubtrocken. Der Tarangire ist zu dieser Jahreszeit dennoch sehr reizvoll, denn es gibt in der Trockenzeit eine Zuwanderung vieler Tiere vom Lake Manyara Gebiet (welches austrocknet) zum Tarangire. Die Tiere finden hier mehr zu fressen. Die Zuwanderungsbewegung erreicht ihren Höhepunkt im Oktober/November. Gleich am ersten Tag sahen wir viele Elefanten, Zebras, Wasserböcke, Büffel und ganz entfernt auch einen Geparden. Es sollte leider der letzte bleiben.

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Gegen Abend kamen wir dann in unserer ersten Lodge an. Die Osupuko Lodge ist eine recht neue Anlage und liegt nur wenige Kilometer außerhalb des Tarangire Nationalparks. Man hat eine wunderschöne Aussicht und Tiere kommen ganz nah an die Hütten. Die Rundbungalows sind sehr groß und haben sogar eine Außendusche. 

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Vor dem Abendessen gab es noch eine Tanzvorführung der örtlichen Massai. Wir mussten natürlich gleich mitmachen und hatten die Bewegungen natürlich überhaupt nicht im Blut.

2. Oktober 2012: Lodge Besichtigungen Tarangire und Lake Manyara Nationalpark

Direkt im Tarangire Nationalpark gibt es nur ganze wenige Unterkünfte. Die bekannteste und am ehesten bezahlbare ist die Tarangire Safari Tented Lodge. Die Lage ist unglaublich schön und von der Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick. Oft können im Flussbett Elefanten beobachtet werden. Die Zelte sind recht klein und einfach aber absolut ausreichend.

Nur wenige Kilometer außerhalb des Tarangire liegen diverse weitere Unterkünfte. Besonders gefallen hat mir das Tarangire River Camp. Die Anfahrt über eine sehr schlechte Piste ist holprig. Das Camp liegt direkt an einem Flussbett. In der Regenzeit führt der Fluss Wasser und man muss über eine kleine Hängebrücke gehen; die Autos bleiben dann auf der anderen Uferseite. Die 21 Zelte sind sehr geräumig und sehr schön ausgestattet. Es gibt auch 4 große Familienzelte. Es sind immer extrem viele Tiere im Camp unterwegs, fast täglich laufen Elefanten herum, deshalb darf man nachts auch auf keinen Fall sein Zelt verlassen und Kinder dürfen nur im Zelt der Eltern untergebracht werden. Gerade in der Trockenzeit kann man sehr viele Tiere direkt von der Lodge aus am FlussbetIMG_5949t beobachten.

Nach den Lodge Besichtigungen an Morgen ging es mittags dann in den Lake Manyara Nationalpark (nur ca. 1 Std. Fahrt von Tarangire). Landschaftlich ganz anders als der Tarangire, den wir gestern besucht haben. Es ist viel grüner hier und teilweise sieht es schon richtig Dschungel mäßig aus. In der Trockenzeit (spätestens ab August) sind leider kaum noch Flamingos da, weil der See fast austrocknet, dennoch haben wir viele Elefanten und vor allem Affen im Park gesehen. Ein Tag reicht meiner Meinung nach aber aus für den Lake Manyara Nationalpark.

 

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Übernachten durften wir heute in der Lake Manyara Serena Lodge. Eine traumhafte Lodge direkt an der Abbruchkante des ostafrikanischen Grabenbruchs gelegen, mit Blick auf den Lake Manyara Nationalpark. Sie hat schöne zweistöckige Rundbungalows, bietet einen tollen Infinity Pool und ein tolles Restaurant. Unweit der Lodge befindet sich auch der Lake Manyara Aistrip, für Gäste die auf einer Fly-In Safari unterwegs sind. Die Serena Lodges gehören zu den renommiertesten Lodge Ketten in Ostafrika.

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3. Oktober 2012. Lodge Besichtigungen Lake Manyara und Fahrt in die Serengeti

Rund um den Lake Manyara Nationalpark und den gleichnamigen See, entlang des Rift Valley gibt es einige schöne Unterkünfte. Von einfach bis sehr luxuriös. Für unsere Gruppenreisen nutzen wir meistens das Migunga Tented Camp, welches nur ein paar Kilometer vom Park GaIMG_5878te entfernt liegt.  Hier handelt es sich um ein einfaches Bush Camp, welches sehr schön in einem Wald unter Bäumen angelegt wurde. Es gibt keinen Pool oder andere Annehmlichkeiten die größere Lodges bieten. Hier ist man einfach mitten in der Natur.

Eine sehr schöne neue Lodge ist die Rift Valley View Lodge. Die Anfahrt ist sehr staubig und holprig aber man wird mit einem tollen Blick über den Grabenbruch belohnt. Die Lodge liegt direkt an der Abbruchkante. Besonders in der Green Season kann man hier immer wieder Tiere direkt vorbeiziehen sehen. Im Oktober war es leider sehr trocken und eigentlich keine Saison mehr für die Lodge. Unter Leitung eines sehr netten Ehepaars aus Südafrika wird die Anlage sehr gut geführt.

Lodge Besichtigungen erledigt: weiter geht es. Tagesziel heute ist die Serengeti. Endlich! Wir müssen ein bisschen Strecke machen. Nach 1 Stunde Fahrt passieren wir die Kontrollgrenze zur Ngorongoro Conservation Area. Eine wunderschön grüne Region. Das Gebiet liegt ziemlich hoch. Am Vormittag ist es noch recht kühl. Wir machen einen kleinen Stopp am Kraterrand und erhaschen schon mal einen Blick. Hinunter geht es erst in ein paar Tagen auf dem Rückweg.

Nach weiteren 2 Stunden Fahrt durch das Ngorongoro Schutzgebiet erreichen wir die Oldovai Schlucht und machen Mittagspause.

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Die schlechte Schotterpiste auf dem Weg zerlegte unseren rechten Vorderreifen. Unsere Guides nutzen die Zeit um ihn zu tauschen. Die obligatorische Reifenpanne ist schon mal erledigt. :-) Kostete uns etwas Zeit, so dass wir uns jetzt ein bisschen beeilen müssen. Es stehen noch 2 Lodge Besichtigungen in der Ndutu Region an. Die Region ist besonders beliebt von Dezember bis März, da sich dann die Migration hier aufhält. Es gibt nur 2 feste Lodges/Camps hier: die Ndutu Lodge und das luxuriöse Lake Masek Camp. Ansonsten gibt es saisonal viele Mobile Camps die in dieser Region zwischen Dezember und März aufgebaut werden.

Nach den Lodge Inspektionen geht es 1 Stunde durch den Bush bis zum Naabi Hill Gate – dem Parkgate zum Serengeti Nationalpark. 85 km und weitere 2 Stunden später erreichen wir im Norden das Ikoma Gate. Nur unweit vom Gate liegt unser Camp, welches wir erst im Dunkeln um ca. 19 Uhr erreichen. Es war ein anstrengender Tag den wir am Lagerfeuer mit einem Serengeti Bier ausklingen lassen.

4. Oktober 2012 – die Weiten der Serengeti

Auch heute geht es frühmorgens wieder los. Rein in die Serengeti! Los geht’s auf Safari. Erste Stationen heute waren 2 Hippo Pools. Hier darf man sogar aussteigen. Mit Hilfe der geschulten Augen unseres Guides haben wir mit dem Fernglas auch Krokodile entdeckt.

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Weiter Richtung Western Corridor. Im Oktober ist es nicht die allerbeste Zeit für dieses Gebiet. Rund um den Grumeti Fluss tummeln sich im April und Mai die Herden der Großen Migration. Dennoch sehen wir an diesem Tag viel Wild: Zebras, Gnus, Topis etc. und die ersten Löwen. Ein Löwenpärchen im Honeymoon! Die beiden Verliebten lagen unter einem schattigen Baum und haben kaum Notiz von uns genommen.

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Im Western Corridor der Serengeti haben wir zum Mittag für eine Lodge Besichtigung im Mbalageti Tented Camp angehalten. Eine traumhafte Unterkunft. Wunderschöne, große Zelte, ein atemberaubender Blick vom Main Deck und ein Spa machen den Aufenthalt hier wirklich unvergesslich.

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Entlang des Grumeti Flusses haben wir am Nachmittag nach Leoparden Ausschau gehalten aber wurden leider nicht belohnt.

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Am späten Nachmittag haben wir das Serena Kirawira Tented Camp erreicht. Ein ganz traditionelles Camp im kolonialen Stil. Es hat uns wirklich umgehauen. Das Abendessen heute war einfach fantastisch und die großzügigen Zelte waren sehr luxuriös. Gerne wären wir noch 1 Nacht länger geblieben. Am Morgen raschelte ein scheuer Büffel durch das Gebüsch vor unserem Zelt und wir konnten ihn in aller Ruhe von der Veranda bei einem heißen Tee beobachten.

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5.Oktober 2012 – Serengeti

Einen weiteren Tag auf Safari in der Serengeti. Vom Western Korridor ging es wieder Richtung Osten in die zentrale Seronera Region. Unterwegs standen eine Lodge Besichtigung in der Serengeti Serena Lodge an. Hier in der zentralen Seronera Region sind die Tierbeobachtungen das ganze Jahr über hervorragend, deshalb findet man hier natürlich auch alle namhaften Lodge Anbieter wie Wildlife, Sopa, Serena etc.

Auch in der Serengeti war es im Oktober schon sehr trocken aber an diesem Tag haben wir  glaube ich die meisten Tiere unserer ganzen Safari gesehen.

Große Elefantenherden, die durstig am Horizont auftauchten und schon von weiter Ferne das Wasserloch riechen konnten; unzählige Giraffen, Antilopen, Topis,  Zebras und Gnus, obwohl die großen Herden der Migration zu diesem Zeitpunkt in Kenia bzw. Teile ganz weit oben im Norden der Serengeti sind. Es sind trotzdem noch viele Gnus und Zebras da. Vorab habe ich öfters gehört, dass die Serengeti zum Ende der Trockenzeit wie leergefegt ist. Wie bitte? Also das kann ich ganz und gar nicht bestätigen.

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Am Mittag zur größten Hitze (auch ein Märchen, das Löwen nur in den Morgenstunden jagen) kam dann richtig Action auf. Sieben Löwinnen machten Jagd auf eine Büffelherde! Wir waren eines der ersten 10 Autos im Geschehen und konnten alles mitverfolgen. Am Ende glaube ich war jeder Jeep dort, der gerade nur ansatzweise in der Nähe des Spektakels war. Ich habe grob geschätzt 35 Autos gezählt. So ist es halt, wenn es etwas Spannendes zu sehen gibt.

Die Löwen ließen sich von den Jeeps überhaupt nicht beirren. Sie pirschten sich nach und nach im Halbkreis an die Büffel heran. Blieben in kleinen Senken oder hinter Büschen in Deckung. Als sich alle in Position gebracht hatten, war die Spannung riesig. Wann beginnt der Angriff? Es vergingen immer noch Minuten aber dann…Die aufgeschreckte Büffelherde kam direkt auf die Jeep Karawane zu gerannt und die Fotoapparate klickten wie bei den Paparazzi. Einen kurzen Moment hatte ich ein bisschen Angst, dass die Büffel direkt auf uns zukamen aber dann drehten sie Gott sei Dank ab und rannten direkt, nur wenige Meter entfernt, an uns vorbei…..die Löwinnen ganz dicht hinten dran.

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Wow, das war ein Wahnsinns Erlebnis! Sowas will man doch erleben auf Safari in Tansania.

Die Löwinnen hatten kein Glück an diesem Tag denn die Büffelherde war schlau und hat sich nicht auseinander treiben lassen. Dann wird es schwer für die Löwinnen das schwächste Glied der Gruppe auszuspähen und zu packen.

Immer noch völligIMG_6674 fasziniert von diesem Erlebnis heute kamen wir gegen Abend in unserem Camp an. Heute Nacht blieben wir im Halisi Camp, einem Mobile Camp mit 10 Zelten. Ich liebe den rustikalen Charme der Mobile Camps. Sie sind nicht so luxuriös wie die permanenten Camps aber das braucht man auch nicht immer. Toilette und Dusche sind im Zelt. Komfortable Betten und alles was man braucht sind vorhanden. Solarlampen und Taschenlampen für den Abend bzw. die Nacht und die Wärmflasche empfangen einen nach dem Abendessen im vorgewärmten Bett.

Am Lagerfeuer konnten wir heute Abend ganz nah Hyänen hören und manchmal auch ihre Augen aufblitzen sehen. Sie waren nicht weit weg. Das Personal (hauptsächlich Massai) des Camps war natürlich auf der Hut.

6. Oktober 2012 – Serengeti und Ngorongoro Schutzgebiet

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Frühmorgens ging es zunächst zur Besichtigung der Sopa Lodge. Fast angekommen erwartete uns „unser“ Leopard. Was für ein Glück! Bisher hatten wir nur einen weit in der Ferne in einem sehr grünen Baum erahnen können aber dieser lag dort auf seinem Baum als hätte er auf uns gewartet. Nummer 4 der Big 5 abgehakt! ;-) Wir waren das einzige Auto dort und haben uns eine gute Dreiviertelstunde Zeit gelassen ihn zu beobachten.

Während der Besichtigung der Sopa Lodge hatten wir das zweite Mal Glück an diesem Tag. Der Manager der Lodge informierte uns, dass nur wenige Meter von der Lodge in der Früh ein „Lion Kill“ gewesen sei. Also hieß es Beeilung, schnell die Lodge zu Ende inspizieren und wieder los und tatsächlich: keine 10 Minuten von der Sopa Lodge entfernt, lagen 3 junge männliche Löwen rund und voll gefuttert unter einem Baum an einem kleinen Wasserlauf. Der vierte im Bunde verspeiste gerade noch sein spätes Frühstück – die Reste des erlegten Büffels. Das große Finale was die Löwen Damen am Vortag nicht geschafft hatten, bekamen wir dann heute noch zum Abschied in der Serengeti präsentiert. Auch hier waren wir wieder ganz alleine und haben dem Festmahl ausgiebig zugeschaut. Natürlich stand der Wind auch noch so, dass der allmähliche Verwesungsgeruch des Büffels in unsere Richtung zog. Bäh, Luft anhalten war angesagt!

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Nach ca. 1 Stunde machten wir uns dann auf den Weg zum Naabi Hill Gate. Wir mussten uns ein bisschen beeilen, da wir so viel Zeit bei den Löwen verbracht hatten, sonst wäre unser Permit ausgelaufen und wir hätten nachzahlen müssen. Hat aber noch alles geklappt. Auf dem Weg zurück ins Ngorongoro Schutzgebiet (der Weg ist das Ziel!!) gab es mal wieder „Free African Back Massage“. Am späten Nachmittag kamen wir an der Serena Ngorongoro Lodge an. Eine der wenigen Unterkünfte direkt am Kraterrand. Beste Lage und wirklich eine sehr schöne Lodge.

07. Oktober 2012 – der Ngorongoro Krater

Heute früh ging es nun endlich hinab in den berühmten Ngorongoro Krater. Es ist wirklich eine atemberaubende Landschaft. Auch hier war es im Oktober natürlich staubtrocken aber das änderte nichts am Tierreichtum im Krater. Nirgendwo kommen die Tiere so nah an die Jeeps heran wie hier. Auf der einen Seite natürlich toll, auf der andere Seite spricht das natürlich auch dafür, dass sich die Tiere sehr an die vielen Jeeps gewöhnt haben. Viele Löwen suchten im Laufe des Tages den Schatten der Fahrzeuge und lagen daneben, dahinter und dazwischen.

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Im Ngorongoro Krater hat man im Norden Tansanias die Besten und fast einzigen Chancen ein Nashorn zu sehen. Es soll hier noch 25 Exemplare geben aber leider hatten wir kein Glück an diesem Tag. Irgendwo ganz weit in der Ferne, auch nur mit dem Fernglas zu erahnen, soll eines gestanden haben. Für mich sah es aus wie ein Felsen. Schade, leider konnte meine Freundin auf Ihrer ersten Afrika Reise die Big Five nicht voll machen.

Am Nachmittag haben wir den Krater und auch das Ngorongoro Schutzgebiet verlassen. Unsere heutige Unterkunft lag nahe der Stadt Karatu. Das Rhotia Valley Tented Camp ist eine ganz besondere Unterkunft. Ein holländisches Ehepaar hat diese Lodge gegründet und angeschlossen an das Camp ist ein Waisenhaus. Am Nachmittag haben wir eine kleine Führung bekommen. Es gibt 2 Klassenzimmer wo die Kinder zusätzlich zur normalen staatlichen Schule von Volontären unterrichtet werden, zwei Gebäude mit Schlafräumen für die Mädchen und die Jungen, sowie ein Küchengebäude wo gegessen wird. Zusammen mit den Kindern wurde ein großer Gemüsegarten angelegt, wo die Kinder mithelfen und viel lernen können und  außerdem dient die Ernte zur Eigenversorgung. Anteilig kommen die Übernachtungskosten in der Lodge direkt dem Waisenhaus zu Gute. Mitbringsel und Spenden werden natürlich auch immer benötigt und wurden auch von uns wirklich gerne gegeben, denn es ist ein tolles Projekt und wenn man die Arbeit und den Erfolg vor Ort hautnah sehen kann, ist das toll. Einige der älteren Mädchen erhalten in der Lodge auch die Möglichkeit eine Ausbildung in der Gastronomie zu machen. Insgesamt herrscht hier eine sehr familiäre Atmosphäre. Rhotia ist wirklich ein Erlebnis.

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08. Oktober 2012 – Weiterreise nach Sansibar

Heute heißt es Abschied nehmen von den wilden Tieren Tansanias. Wir fahren zurück nach Arusha (ca. 3,5 Std.) und fliegen am Nachmittag vom nationalen Arusha Airport mit Precision Air nach Sansibar. Precision Air ist die größte inländische Fluggesellschaft und auch die zuverlässigste. Der Flug war wirklich erstaunlich gut und relativ pünktlich für afrikanische Verhältnisse. Meine Freundin mit ihrer Flugangst ist fast gestorben vorher und konnte mittags gar nichts mehr essen.

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Auf Sansibar hat dann der zweite Teil unserer Reise begonnen. Nämlich der Entspanntere! Sansibar Airport ist viel zu klein und viel zu überfüllt aber wir haben unserenIMG_6923 Transfer Fahrer schnell gefunden und er brachte uns in ca. 20min. in das Tembo Hotel in Stonetown, direkt am Strand. Am Abend konnten wir dann einen der wunderschönen Sonnenuntergänge an der Westküste der Insel genießen. Das Tembo Hotel ist sehr empfehlenswert. Der Stil ist typisch Sansibar. Eine Mischung aus Swahili und orientalischen Elementen. Ja Sansibar ist sehr orientalisch geprägt, das merkt man schnell. Im Tembo Hotel gibt es zum Beispiel keinen Alkohol.

09. Oktober 2012 – City und Spicetour

Morgens um 9 Uhr holte uns unser Guide Amin an unserem Hotel ab. Zu Fuß machten wir uns auf durch die Altstadt von Stonetown. Obwohl Stonetown zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, fiel schnell auf, dass hier an allen Ecken und Enden Gelder fehlen um die Gebäude und andere Bauten zu erhalten. Die hohe Luftfeuchtigkeit auf der Insel zerrt an der Substanz der Gebäude.

Im Haus der Wunder, dem ehemaligen Sultanspalast, haben wir viel Wissenswertes über die Geschichte der Insel und die Zeit der Sultane gehört. Den Namen Haus der Wunder hat das Gebäude durch die Tatsache erhalten, dass es das erste Haus auf Sansibar mit elektrischem Licht war und den ersten elektrischen Lift von ganz Ostafrika hatte. Der Plan des Gebäudes stammte von einem Architekten der englischen Marine.

Beim Bummel durchIMG_6951 die Gassen ist einem schnell aufgefallen wie viele verschiedene kulturelle Einflüsse diese Stadt geprägt haben. Ich war an diesem Tag auf der Suche nach einer Shisha, einer arabischen Wasserpfeife, aber das war ein schwieriges Unterfangen. Es gab keine oder nur in ganz hochwertigen Läden zu horrenden Preisen. Schade, das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Ein weiterer Punkt auf unserer City Tour war die Anglikanische Kirche. Auf dem Vorplatz war früher der zentrale Sklavenmarkt. Hier erinnert heute ein Denkmal an diese Zeit. Nur wenige Meter entfernt war der Eingang zu den Sklavenkellern. Die dunklen, engen und sehr niedrigen Räume waren beklemmend und alleine die Vorstellung wie viele Sklaven hier früher reingezwängt wurden, war wirklich erdrückend.

Mittags schlenderten wir über den Markt in Stonetown. Wie sagt man immer so schön, ein Erlebnis für alle Sinne. In der Fleisch und Fisch Abteilung hielt man es nur mit Tuch vor dem Mund aus. Leckere rote Bananen gab es als kleinen Snack zwischendurch.

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 Anschließend verließen wir Stonetown und besuchten eine Gewürzplantage. Es gibt unzählige auf der Insel. Amin und ein junger Angestellter der Plantage führten uns durch die Botanik und zeigten uns unglaublich viele Pflanzen, Blüten und Früchte. Viele Dinge kannte man nur gemahlen aus dem Gewürzgläschen. Das war wirklich eine super interessante Tour. Am Ende hatten wir unsere Sammeltüte aus Bananenblatt voll mit duftenden Gewürzen, von Pfeffer, über Nelken, Muskatnuss, bis hin zu Zimtrinde. Nach einer Verkostung von vielen tropischen Früchten und einem typischem Swahili Mittagessen bei der lokalen Bevölkerung endete diese bunte Tour.

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Kleiner Tipp: da wir so froh waren endlich aus unseren Safari Stiefeln raus zu kommen, schlenderten wir an diesem Tag nur mit Flip Flops los! War keine gute Idee. Auf dem Markt war es ein bisschen eklig und auf der Gewürzplantage bleibt man dann doch nicht nur auf vorgegebenen Wegen, somit bissen uns ständig Ameisen! Also nächstes Mal besser festes Schuhwerk!

Gegen Abend brachte uns unser Fahrer zu unserem Badehotel an der Nordostküste der Insel. Die Shootingstar Lodge nahe Kiwengwa.

10. – 13.Oktober 2012 Relaxen auf Sansibar

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Die nächsten 4 Tage verbrachten wir am Strand. Die Shootingstar Lodge ist eine wunderbare Anlage. Wir hatten ein Sea View Cottage. Ein großer Bungalow über 2 Etagen; typisch sansibarisch eingerichtet. Kein Luxus aber wirklich schön und authentisch. Der Infinity Pool des Hotels ist ein Traum. Der Blick hinunter auf den indischen Ozean bleibt unvergesslich.

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Das Abendessen war jeden Abend hervorragend. Es gab immer ein 3 Gänge Menü mit einer Auswahl an Fleisch und Fisch als Main Course. Es war jeden Tag sehr lecker. Auf Wunsch werden auch private Stranddinner arrangiert (ohne Mehrpreis).

Auf Grund der starken Gezeiten auf Sansibar, konnte man nicht den ganzen Tag im Meer baden. Das wussten wir vorher, deshalb haben wir uns ja auch ein Hotel mit Pool ausgesucht. Sansibar sind nicht die Malediven oder die Seychellen. Die Insel und die Strände sind ein bisschen wilder, natürlicher. Ich würde niemanden empfehlen länger als 1 Woche auf der Insel zu bleiben. Dafür wird es dann glaube ich etwas zu langweilig. Es gibt so gut wie nichts rundherum. Man kann lange Strandspaziergänge machen, kommt dann mal beim nächsten Dorf oder einem anderen Hotel vorbei aber ansonsten heißt es „Pole Pole und Relax“ auf Sansibar. Für 4-5 Nächte ideal nach einer anstrengenden Safari.

Wir kommen sicher wieder!

Am 13. Oktober hieß es dann Abschied nehmen von Tansania. Es fiel uns schwer. Mit Precision Air ging es am Nachmittag von Sansibar zurück aufs Festland nach Daressalam (nur 25 Min Flug) und von hier 3 Stunden später weiter mit Qatar via Doha nach Frankfurt. Daressalam ist der deutlich größere internationale Flughafen im Vergleich zum Kilimanjaro Airport aber auch entsprechend chaotisch.

Kwaheri Tansania                           Asante Sana!

 

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