Madagaskars Norden – Mai 2014

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13.05.2014: Abflug nach Antananarivo

Endlich war es so weit! Madagaskar! Dorthin, wo der Pfeffer wächst!

Die erste Station der Reise war der Flughafen Paris CDG, groß, unübersichtlich und an diesem Tag leider auch zeitweise ohne Strom. Dadurch verzögerte sich der Abflug mit der Air Madagascar um ca. eine Stunde, was wir über Nacht aber wieder rausholten!

Der Flug mit Air Madagascar war ruhig, der Service gut.

14.05.2014: Ankunft in ‘Der Stadt der Tausend’

Frühmorgens gegen 5 Uhr Ankunft in Antananarivo, heiße Luft schlug uns entgegen. Ich erwartete einen großen Hauptstadt-Flughafen und war erstaunt, als ich die kleine Ankunftshalle betrat. Die Passkontrolle wurde von fünf Menschen getätigt, die in einem kleinen Glaskasten hockten und wirkte doch etwas skurril. Es dauerte ein wenig, ehe wir bei unserem Gepäck ankamen und Geld wechseln konnten. Danach erfolgte der Transfer ins nahegelegene Hotel, wo wir uns frisch machten, frühstückten und die Zeit am Pool genossen.

Um 11 Uhr wurden wir wieder von unserer Reiseleiterin abgeholt und unternahmen einen Ausflug zum ‘Blauen Hügel’ Ambohimanga, auf dem die alte Königsresidenz zu finden ist. Die Fahrt dorthin zog sich sehr in die Länge, da Antananarivo eine der ‘vollsten’ Städte ist, die ich je erlebt habe. Aus einer zweispurigen Straße wurde mitunter eine Vier- bis Fünfspurige, wenn sich neben den Autos auch noch Fußgänger, Radfahrer und Karren dazugesellten. Ein Wunder, dass wir keinen Unfall gesehen haben!

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Nach einem Mittagessen erreichten wir den Königspalast und genossen den herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft! Aber Achtung: Der Königspalast selbst ist weder besonders prunkvoll noch groß, dennoch gewinnt man hier einen guten Einblick in die madagassische Geschichte.

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Zurück in Antananarivo genossen wir ein schönes Abendessen und fielen müde ins Bett…

15.05.2014: Messe in Antananarivo

Heute war der erste Tag der ITM (International Tourism Fair Madagascar), der wir beiwohnten. Ich lernte dabei viele neue Gesichter kennen oder auch solche, die ich schon per E-Mail kannte. In jedem Fall eine lohnende Messe für mich, viel Infomaterialien und neue Ideen wanderten in den Koffer.

Am Nachmittag schauten wir uns noch ein paar Hotels an und waren abends noch auf die Eröffnungsfeier der Tourismusmesse eingeladen, der sogar der madagassische Präsident beiwohnte.

16.05.2014: Auf in den Norden!

Um 3:15 Uhr klingelte der Wecker, um 4:00 Uhr sollte der Transfer zum Flughafen erfolgen. Doch der Fahrer kam nicht. Wir blieben gelassen, denn afrikanische und deutsche Sitten unterscheiden sich doch ein wenig beim Thema Pünktlichkeit. Und tatsächlich, 25 Minuten später fuhren wir los.

Am Flughafen gab es dann eine Sicherheitskontrolle, die der europäischen durchaus mehr entsprach – keine Flüssigkeiten an Bord, Sonnencreme bitte in den Koffer, …

Der Flug nach Nosy Be dauerte etwas länger als eine Stunde, alle freuten sich auf blauen Himmel, strahlenden Sonnenschein – begrüßt wurden wir von einer hohen Luftfeuchtigkeit, grauem Himmel und leichtem Nieselregen. Aber wir ließen uns nicht ermutigen, es war noch früh.

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Als erstes besuchten wir eine Ylang-Ylang-Destillerie, die Pflanzen findet man auf der ganzen Insel. Nosy Be selbst ist sehr grün und größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall kleine Dörfer, grüne Felder, große Seen, dichte Wälder und natürlich der Blick auf den Indischen Ozean – auch bewölkt lohnenswert.

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Nach einigen Hotelbesuchen  und einem Abstecher zum höchsten Berg der Insel (Mot Passot) ging es zur kleinen Insel Sakatia, hier gibt es nur zwei Unterkünfte, Lemuren, Schildkröten, Wald, feinen Sandstrand und keine Straßen! Man bewegt sich zu Fuß oder aber mit dem Boot fort. Wer abschalten möchte, ist hier genau richtig.

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Unser Tagesziel, das Nosy Be Hotel, erreichten wir gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang! Also schnell in die Badesachen, ab in den Indischen Ozean und genießen…

17.05.2014: Nosy Komba – Die Lemureninsel

Wir fuhren nach Hell-Vill, dem Hauptort Nosy Be’s und bestiegen das Boot, dass uns nach Nosy Komba brachte. Ebenfalls eine Insel ohne Straßen. Allein der Weg dorthin war schon lohnenswert! Fischer, die mit ihren Dhows (kleinen Segelbooten) unterwegs waren, knallblaues Wasser, vereinzelte einsame Inseln, …

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Wir legten am Ufer der Insel an und gingen über heißen Sand durch ein kleines Dorf, in dem reges Treiben herrschte. Die Madagassen sind sehr nett, beantworten geduldig Fragen (Französisch ist hier von Vorteil) und stehen gerne für Fotos zur Verfügung. Am Ende des Dorfes erreichten wir einen kleinen Wald, als plötzlich ein Grunzen zu hören war. Ich dachte sofort an Wildschweine oder kleine Ferkel, aber nein, es waren Lemuren! Ein Baum voller Mohrenmakis (die Männchen schwarz, die Weibchen braun) warteten auf uns oder vielmehr auf die Bananen in unseren Händen. Ein wirklich ganz tolles Erlebnis, wenn die putzigen Tierchen von Schulter zu Schulter turnen und sich ganz vorsichtig an die Leckereien herantasten.

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Auf Nosy Komba aßen wir noch zu Mittag, dann ging es per Boot nach Ankify, zurück auf das Festland. Hier lernten wir unsere Guides Eugen und Issa kennen, zwei super Typen, die beide gut deutsch sprachen. Wir machten uns auf den Weg nach Ankarana, konnten uns unterwegs aber nicht verkneifen, an einer Gewürzplantage anzuhalten und shoppen zu gehen. Da die 100 km von Ankify nach Ankarana aufgrund schlechter Pistenverhältnisse 3 Stunden in Anspruch nahmen, kamen wir erst gegen 19 Uhr an unserem Ziel an und sahen nicht, was um uns herum war.

18.05.2014: Ankarana – Tsingys, so weit das Auge reicht

Heute starteten wir wieder früh, aufgrund der Hitze war dies auch sinnvoll. Der Parkeingang befindet sich in der Nähe der Lodge und wir brachen von dort auf auf unsere insgesamt 7 km lange Wanderung zu den Tsingys und zurück. Durch Trockenwald und bei zwischenzeitlich 38°C führte uns der erste Teil des Weges, zwischendurch vernahmen wir wieder das bereits bekannte Grunzen und beobachteten die Kronen- und Mohrenmakis, die einzigen beiden Arten in Ankarana, die tagaktiv sind. Zudem gibt es hier 9 nachtaktive Lemurenarten, unzählige Vogelarten, Tausendfüßler, Boas, Chamäleons, Baobabs… Man muss nur die Augen aufhalten und ein wenig Glück haben!

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Als wir den Wald hinter uns gelassen hatten, kamen wir auf eine Arte Geröllfeld, wir hatten die Tsingys erreicht. Eine doch eher wacklige Angelegenheit, da es keine richtigen Wanderwege gibt und man auf jeden Fall darauf achten sollte, wo man hin tritt. Im Hintergrund war schon das große Tsingy-Feld zu sehen, Kalksteinnadeln, die messerscharf in die Höhe ragen. Diese gibt es nur hier und im Westen der Insel, Tsingy de Namoroka und Tsingy de Bemaraha.

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Wir liefen bis zu einer Hängebrücke, die es zu überqueren galt. Wer Höhenangst hat, sollte den Blick nach unten lieber vermeiden! Es folgte noch eine kleiner Brücke und dann machten wir eine wohlverdiente Rast und genossen die spektakuläre Aussicht.

Zurück am Auto besuchten wir noch eine in der Nähe liegende Fledermaushöhle, sahen uns diese aber nur aus einiger Entfernung an. Höhlen und Grotten sind charakteristisch für die Tsingys, einige kann man erkundigen.

Nach dem Ausflug waren wir nicht zuletzt aufgrund der Hitze recht k.o. und freuten uns umso mehr über das lecker Mittagessen und die Kaltgetränke, die bereits in einem kleinen Restaurant am Parkeingang für uns bereitstanden.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Diego Suarez, nun lagen wieder ca. 100 km und 3 Stunden Fahrtzeit vor uns… Aber was nimmt man nicht alles auf sich, um die schönsten Ecken der Welt zu entdecken!

19.05.2014: Mer d’Emeraude – Das Smaragdmeer

Heute war es so weit – fast ein ganzer Tag am und im Indischen Ozean, an dem wir einfach nur genießen konnten! Es ging zwar wieder frühmorgens los, aber es lohnte sich allemal…Wir fuhren nach dem Frühstück bis Ramena, einem kleinen Fischerdorf, von dem aus man per motorisiertem Dhow hinaus aufs Meer fährt. Unser Ziel war die kleine unbewohnte Insel Nosy Suarez, mit an Bord hatten wir 2 Köchinnen, 4 Fischer, unsere 3 Reiseleiter und unsere 2 Fahrer. Schon während der Fahrt Richtung Nosy Suarez wurde mir klar, dass ein ganz toller Tag auf uns warten würde.

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Das Meer um uns herum war ruhig, man konnte bis zum Grund sehen und es schwamm eine Meeresschildkröte vorbei… Den Namen ‘Smaragdmeer’ hat das Gewässer auf jeden Fall verdient, die schönsten Blautöne trafen hier aufeinander und steigerten unser Verlangen, endlich ins kühle Nass einzutauchen. Wir waren an diesem Tag die ersten, die Nosy Suarez erreichten: Weißer Puderzucker-Strand, strahlender Sonnenschein und eine gut gelaunte Crew ergaben eine perfekte Mischung. Schnell rein in die Badesachen und ab ins warme und salzige Wasser! Hier und da traf man auf kleine Fischschwärme, ansonsten waren wir unter uns.

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Als die Fischer dann raus fahren wollten, um unser Mittagessen zu besorgen, entschieden wir uns spontan, mitzufahren. Weiter draußen kann man super schnorcheln und das wurde auch von einigen ausgenutzt… Je später es wurde, desto mehr Kitesurfer waren zu sehen, auch auf Nosy Suarez war nach unserer Rückkehr mehr los. Jede Gruppe hat eine kleine Holzhütte samt Feuerstelle zur Verfügung, das Essen war einfach lecker.

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Die Rückfahrt nach Ramena war dann nicht mehr ganz so ruhig wie am Morgen, so dass alle ordentlich nass wurden. Aber bei der Hitze war das mehr als willkommen…

Am Abend besuchten uns beim Dinner im Hotel Lemuren und ‘grunzten’ in den Bäumen…

20.05.2014: Zurück nach Antananarivo

Heute ging unsere Reise im Norden der Insel zu Ende – schade! Hier kann man sicher auch ein paar Tage mehr verbringen…

In Diego Suarez besuchten wir den täglichen Markt, hier wird alles verkauft: Fische, Gemüse, Reis, Autoteile, … Alles sehr bunt,  die Menschen wie immer sehr nett und offen – ein Abstecher ist lohnenswert.

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Nach einem weiteren ruhigen Inlandsflug erreichten wir die Hauptstadt und besuchten auch hier einen Markt, dessen Hütten sich auf etwa 1 km hinzogen. Wir gingen ein Stück und erstanden noch das ein oder andere Andenken, dann wiederholten sich die Auslagen aber auch.

Die Nacht verbrachten wir heute auf dem höchsten Hügel in Antananarivo und genossen zum Abschluss noch mal den Blick auf die ‘Stadt der Tausend’.

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21.05.2014: Rückflug nach Europa

Heute ging es abermals zum Flughafen, leider war die Reise schon zu Ende!

Mein Fazit: Madagaskars Norden ist ein sehr schönes Reiseziel und bietet für jeden etwas – Wanderer, Wassersportler, Entspannungssuchende, Ornithologen, Botaniker, … hier kommt jeder voll auf seine Kosten… Es war sicher nicht mein letzter Besuch auf der Insel, die ja auch im Süden, Westen, Osten und Hochland noch viel zu bieten hat…

 

 

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