31Lampions in Hoi An

Privatreise nach Laos und Vietnam – Ein Bericht von Heike und Thomas Schittko

****Vielen Dank für Ihren informativen Reisebericht. Ihr TAKE OFF Team.****

Sonntag, der 2.Oktober 2011, Flug von Frankfurt am Main nach Hanoi

Es ist Sonntag, der 02.Oktober 2011, unsere langersehnte Urlaubsreise kann beginnen. Wir sind schon am Samstag ganz entspannt mit dem Zug nach Frankfurt angereist und die Nacht in einem Hotel verbracht. Gegen 10 Uhr lassen wir uns mit einem Shuttlebus vom Hotel zum Flughafen bringen. Wir haben noch viel Zeit, der Flieger startet erst um 14.40 Uhr. Wir tauschen auf dem Flughafen Euros in Dollar und Vietnamesische Dong. Beim Einchecken erhalten wir unsere Bordkarten. Doch merkwürdiger Weise bekommen wir nicht unsere reservierten Sitzplätze in der Deluxe Economy Class. Diese Sitzplätze haben wir extra gebucht, damit uns ca. 15 cm mehr Beinfreiheit gegenüber der normalen Klasse zur Verfügung steht. Ich frage daher am Schalter, wieso wir andere Sitzplätze bekommen. Der Mann am Schalter antwortet uns darauf, dass dieses Flugzeug die gebuchte Klasse nicht besitzt und wir uns doch freuen sollten, dass wir dafür die Business‐Class erhalten. Wir können dies kaum glauben, aber nachdem wir im Flieger sind, bewahrheitet es sich tatsächlich. Die Freude ist uns deutlich anzusehen. Das ist doch mal eine tolle Überraschung. Bei der Kontrolle des Handgepäcks fällt den Beamten irgendetwas an meinem Rucksack auf. Sie durchleuchten den Rucksack deshalb ein zweites Mal. Am Boden des Rucksacks soll sich nach ihrer Meinung etwas befinden, was sie nicht zuordnen können. Wir müssen also den Rucksack komplett auspacken. Aber sie finden darin nichts. Gegen 14.00 Uhr steigen wir in unseren Flieger, eine Boeing 777. Zur Begrüßung bekommen wir ein Glas Sekt oder Orangensaft und ein heißes Erfrischungstuch. Das Personal insbesondere die Stewardessen sind sehr gut gekleidet. Sie tragen eine lange helle Hose und darüber ein dunkelrotes Kleid, das bis zu den Knien reicht und vom Becken an beidseitig Schlitze hat. Dies ist in Vietnam eine Art Nationaltracht. Bis das Flugzeug startet vergehen noch fast 2 Stunden, aber dann gibt es natürlich keine Wartezeiten mehr, außer auf die Landung. Unsere Zeit im Flieger verbringen wir mit Essen, Lesen und Schlafen.

Am Montag, den 03.Oktober 2011 landen wir um 6.30 Uhr vietnamesischer Zeit auf dem Flughafen in Hanoi.  In Deutschland ist es hingegen erst 1.30 Uhr, also 5 Stunden Zeitverschiebung. Der Flughafen von Hanoi ist erstaunlich klein. Trotzdem wissen wir nicht so richtig, wo wir jetzt hin müssen. In so einer Art kleinen Kabinen sitzen uniformierte Männer, von denen jedoch nur der Kopf zu sehen ist. Ich frage eine dieser Personen auf Englisch, wo der Schalter nach Luang Prabang zu finden ist. Darauf antwortet dieser sehr barsch, dass wir ihm die Ausweise geben sollen. Da ich diese nicht im Rucksack verstaut habe, knie ich mich vor meinen Rucksack und suche diese. So konnte mich aber der Uniformierte nicht mehr aus seiner Kabine sehen und muss aufstehen. Als er mich vor meinen Rucksack knien sieht, wiederholt er seine unfreundliche Aufforderung „Passports”. Wir werden beide ziemlich nervös und finden die Pässe natürlich in der Aufregung nicht. Doch dann erlöst uns ein uns entgegenkommender Uniformierter aus unserer Situation. Er fragt uns freundlich, wohin wir wollen und weist uns daraufhin den Weg zum richtigen Schalter. Später erfahren wir, das in diesen Kabinen die Angestellten des Zolls sitzen und diese kontrollieren genauestens die Papiere, vorher kommt man nicht an sein Gepäck. Wir gehen zum Schalter und bekommen eine Eintragung in unsere Pässe, dass wir in Hanoi einen Zwischenstopp hatten. Anschließend gehen wir zur Kontrolle des Handgepäcks und der Kontrolleur fischt wieder den einen Rucksack raus. Wir müssen diesen wieder komplett auspacken und was kommt zum Vorschein, ein dickes Schweizer Taschenmesser. Ich wusste gar nicht, dass dies im Rucksack ist. Der Beamte ist stolz, dass er das Messer gefunden hat, dies kann er ja auch sein, denn die deutschen Beamten haben es nicht entdeckt. Der vietnamesische Beamte inspiziert das Messer genauestens. Ich denke er wird dieses selbst behalten haben. ich bin darüber nicht traurig, obwohl es ein gutes Messer war, aber wir hatten dieses vor Jahren in einem Schwedenurlaub auch nur gefunden. Nun warten wir auf den Flieger nach Luang Prabang in Laos. Um 8.55 Uhr startet die Maschine, eine Fokker 70.

Schon in Deutschland hatte uns unser Reisebüro englischsprachige Formulare für die Beantragung eines VISA´s zugesandt. Dieses hatten wir zu Hause bereits ausgefüllt. Im Flugzeug bekommen wir jedoch noch einmal ein anderes Einreise‐ und ein Ausreiseformular ausgehändigt ‐ Toll, dass erinnert mich an unsere gründliche Bürokratie. Aber es nützt ja nichts, also Kuli raus und ausfüllen. Wir fliegen über grüne Berge, die bis zur Spitze bewachsen sind und von braun gefärbten Flüssen umgeben sind.

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Montag, der 3.Oktober 2011, Anreise mit Flugzeug über Hanoi nach Luang Prabang (Laos)

Um 10.00 Uhr kommen wir pünktlich in Luang Prabang (Laos) an. Der Flughafen ist ganz klein. Das Flughafengebäude sieht aus wie eine Schule. Auf dem kurzem Weg vom Flugzeug zum Flughafengebäude nehmen wir sofort wahr, dass es schön sonnig, schwül und extrem heiß ist. Im Flughafengebäude erhalten wir noch ein weiteres VISA‐Formular. Ich denke aber, dass wir nicht ausfüllen brauchen und gehe zum ersten Schalter. Die uniformierte Frau am Schalter zeigt mir, dass ich erst zu dem anderen Schalter muss, also gehen wir zu diesem. Dort angekommen, wird uns gesagt, wir müssen erst das im Flughafen erhaltene Formular ausfüllen. Na das gibt es doch nicht, aber doch, das gibt es. Also füllen wir auch dieses Formular nochmal noch aus. Danach gehen wir mit Formular 3 zurück zum ersten Schalter und geben unsere Pässe, zusätzliche Passfotos, und die beiden Formulare aus dem Flugzeug und vom Flughafen hin. Hier wird alles noch einmal geprüft und wir müssen 60 Dollar bezahlen. Unsere Ausweise erhalten wir aber dort nicht zurück. Wir bekommen nur eine Quittung, dass wir bezahlt haben. Nun geht es zum Schalter 2, dort bekommen wir gegen Vorlage der Quittung unsere Pässe ausgehändigt. Und weiter geht es zu Schalter 3, an dem wir ganz zuerst waren. Dort legen wir unsere Pässe vor. In dem Schalter sitzen eine uniformierte Frau und ein Mann. Sie sehen sich die Pässe an, kontrollieren, tragen Daten in den VISA‐Aufkleber in unseren Pässen ein, schauen uns nochmal ins Gesicht und vergleichen unsere Gesichter mit den Fotos und „schon“ sind wir fertig. Das war doch mal vollkommen unbürokratisch.

Wir holen unsere Koffer vom Band und treten vor das Flughafengebäude. Dort steht nun unser erster Guide, Herr Souliyong und sein Fahrer. Auf dem Schild, welches er in der Hand hält, steht Mister Thomas. Er begrüßt uns herzlich auf Deutsch mit „Guten Tag, ich hoffe sie hatten eine gute Reise“. Der Fahrer begrüßt uns ebenfalls, aber auf Laotisch mit den Worten „Saba di“ ‐ dabei führt er beide Hände in Brusthöhe so zusammen, dass sich die Fingerspitzen der einen Hand mit den Fingerspitzen der jeweils anderen Hand berühren. Dabei verneigt er sich noch ein wenig. Dies sieht sehr höflich aus. Wir steigen in einen Hyundai‐Van mit drei Sitzreihen ein und erreichen nach relativ kurzer Fahrt unser erstes Gästehaus. Dieses besteht fast vollkommen aus Teakholz und liegt grün von tropischen Bäumen und Sträuchern eingebettet in einer ruhigen Nebenstraße. Der Besitzerin ist eine zierliche Person, sehr elegant gekleidet, ähnlich wie die Stewardessen im Flugzeug. Vom Aussehen und Größen könnte man denken, sie ist noch ein Kind. Aber das täuscht bei den Asiaten. Das Zimmer hat alles was man braucht, es ist ordentlich und sauber. Wir machen uns frisch und werden ca. 1 Stunde später vom Guide wieder abgeholt. Nun beginnt für uns das Eintauchen in die asiatische Welt. Wir besichtigen die wichtigsten Tempel der Stadt, das Nationalmuseum und besuchen abends den Nachtmarkt. Bei allem was wir tun schwitzen wir ziemlich stark.

Luang Prabang ເືມອງຫຼ ວງພະບາງ ist übrigens eine kleine Stadt mit ca. 47.000 Einwohnern und war früher Sitz des Königs und auch Hauptstadt von Laos. Das Zentrum der Stadt ist geprägt von französischem Einfluss aus der Kolonialzeit. Heute sind im Zentrum neben einer Vielzahl an Tempeln, vor allem Lokale und Kunstgewerbeläden zu finden. Die Stadt durchfließen die Flüsse Mekong und Nam Kahn.

Bei unserer Exkursion durch die Stadt sehen wir immer wieder junge Novizen, die ca. zwischen 8 und 20 Jahren alt sind. Sie tragen lange einfarbige Tuchgewänder, die über eine Schulter geschlagen sind und den Bauch haben sie verschiedenfarbige Gürtel, die ebenfalls aus Stoff bestehen. Meist haben sie auch noch eine Umhängetasche um, die ebenfalls einfarbig ist und aus Stoff besteht. An den Füssen tragen sie Flipflops oder Pantoletten. Als Regen‐ oder Sonnenschutz haben sie einen Schirm dabei, dieser ist meist sehr bunt. Die Tempel heißen hier Wat und da gibt es in dieser Stadt mind. 15 Stück. Alle sind prächtig, verziert und mit Unmengen an Buddhas von klein bis sehr groß ausgestattet. Davor sind Opfergaben, wie Obst, Geld und Blumen aufgebaut. Auf dem Nachtmarkt wir alles angeboten, was die Laoten anbauen und herstellen. Man kann hier Seidenschals, Tischdecken, Teppiche, sämtliches Gemüse und Obst erstehen, Bilder erwerben, insbesondere mit Motiven von Tempeln, Novizen/Mönchen. Natürlich gibt es auch viele Koch‐ und Bratstände, auf denen gekochtes Gemüse z.B. Süßkartoffel und gegrilltes Fleisch vom Schwein, Rind und Fisch angeboten wird. Das Fleisch liegt ungekühlt auf den Standtischen. Die Verkäuferinnen sitzen nur mit Palmenwedeln da und vertreiben die Fliegen. An den Grillständen riecht es zwar lecker, aber auf dem Markt kann man als Europäer nicht viel essen. Unser Guide warnt uns daher auch nochmal davor, so etwas zu probieren. Das Immunsystem der Laoten ist anders, wir würden Durchfall oder noch Schlimmeres bekommen. Wenn, dann kann man nur Getränke aus ungeöffneten Flaschen trinken und Obst, was noch nicht aufgeschnitten wurde. Dieses muss man dann selber schälen, um sicher zu gehen, dass die Frucht nicht durch ein Messer mit irgendwelchen Keimen infiziert ist. Abends gehen wir in einem Lokal essen. Es schmeckt alles super. Vor allem hat es uns die Wasserkresse und das Zitronengras angetan. Auch das laotische Bier schmeckt toll. Leider haben wir jedoch das vom Guide empfohlene Lokal nicht gefunden, da für uns alles so gleich aussieht, aber auch wirklich nur für uns. Nach dem Essen gehen wir noch an einem Wat vorbei und hören den Mönchen / Novizen bei ihrem Gebeten und Gesängen zu. Der Gesang wirkt auf uns beruhigend. Im Gesang geht es darum, dass man mit dem was man hat, zufrieden sein soll. Die Mönche und Novizen haben außer ihrem Glauben, dem Buddhismus, der Ausbildung und dem Dach über den Kopf keinerlei Besitz. Sie haben kein Geld und sie können in Laos nur zweimal am Tag essen und zwar früh und Mittag. Nach 12.00 Uhr dürfen sie nichts mehr essen. Sie dürfen dann nur noch Wasser und Saft trinken. Abends fallen wir todmüde ins Bett.

02Königspalast 03Markt in Luang Prabang

Dienstag, der 4.Oktober 2011, Laos ‐ Luang Prabang

Morgens werde ich gegen ca. 5.00 Uhr von Hahnengeschrei geweckt und so gegen 7.00 Uhr durch mein Handy. Wir gehen Frühstücken. Das Frühstück gibt es in einem im Garten stehenden Pavillon aus Teakholz, der von Palmen und vielen exotischen Pflanzen umgeben ist. Im Pavillon befindet sich eine kleine Küche mit Tresen, dahinter stehen 3 junge Laotinnen. Wir bekommen Kaffee, Toastbrot und Obst, wie Banane, Drachenfrucht, Ananas, Mango usw. und Eier angeboten. Es ist kein so üppiges Frühstück wie in deutschen Hotels, aber das Obst entschädigt allemal.

Um 9.00 Uhr werden wir von unsrem Guide abgeholt. Zu unsrem Erstaunen ist dieser bereits eine viertel Stunde eher da. Zunächst geht es auf den Gemüsemarkt. Die Vielfalt des angebotenen Obsts und des Gemüses haben wir bisher selten gesehen, nicht mal auf Madeira. Unser Guide muss uns viele Früchte und Obstsorten erklären, u.a. Wasserkresse, Zuckerrohr, Lotuskerne, Hirsekerne (Erdnussgeschmack), Schwammgurken, Maniokund Korkumawurzel usw. Wir werden auf den Markt auch mit sehr gewöhnungsbedürftigen Angeboten konfrontiert. Es gibt z.B. Bienenwaben, und lebende Grillen / Schaben und Frösche zu kaufen. Die Frösche sind an den Beinen zusammengebunden. Die Laoten essen alles sagt unser Guide, auch Fledermäuse, aber keine Hunde. In Vietnam hingegen werden gerne schwarze Hunde als Essen angeboten. Es ist zwar auch dort verboten, aber es wird trotzdem gegessen, meint unser Guide. Nach dem Marktbesuch fahren wir zum Mekong. Das Wasser des Mekong ist braun und schlammig. Wir steigen in ein Langboot ein, dass eigentlich mind. 20 Sitzplätze hat, aber wir fahren nur allein mit diesem Boot. Hier freuen wir uns das erste Mal darüber, dass unsere Gruppe nur aus uns besteht. Wir können alles besser genießen. Der Guide bestätigt uns zudem, dass es so viel besser für uns und auch für ihn ist. Bei zwanzig Leuten dauert alles viel länger und der eine mag dies nicht, der andere will das, da kommt es unweigerlich zu Stress. Also war diese Entscheidung doch richtig. Vor der Linse hampelt mir so auch keiner rum. Auf der Bootsfahrt holen wir uns trotz teilweise bewölkten Himmels den ersten Sonnenbrand. Zunächst geht es zu einem Dorf mit namens „Ban Xang Khong“. Es ist ein Weberdorf. In einem der Häuser sehen wir 3 Frauen beim Weben zu. Die Frauen sitzen hier ca. 8 bis 10 Stunden am Tag und weben das ihnen von ihrer Mutter beigebrachte Muster. Sie sitzen an einer Tischdecke, die ca. 1m x 2m groß ist, bis zu 2 Wochen. In dem Dorf haben wir auch sehr viele Holzständer gesehen, auf denen selbst gefertigtes Papier in der Sonne getrocknet wird. Das Papier wird aus der der Rinde des Maulbeerbaumes hergestellt. Dazu wird die Rinde zerstampft und mit Wasser aufgeweicht und durch ein Sieb gepresst. Diese weiße faserige Masse wird dann gleichmäßig auf ein gespanntes Tuch aufgebracht und dann auf einem Ständer zum Trocknen in die Sonne gestellt, teilweise werden in diese Masse auch Blüten und Bambusblätter mit eingelegt, um das Papier zu verschönern. Aus dem Papier werden Bücher, Fotoalben, Lampen hergestellt. Das Papier wird aber auch bemalt. Wir kaufen in einem Laden eine aus diesem Papier hergestellte kleine Stehlampe und eine Lampe zum Hinhängen. Des Weiteren kaufen wir noch ein auf dieses Papier gemaltes Bild von Luang Prabang.

Dann geht es weiter auf dem Mekong zu einem Dorf, in dem aus Reis Wein, Likör und Schnaps hergestellt wird. Ich probiere alle 3 Produkte und entscheide mich für Likör. In den Reisschnaps sind in einigen der Flaschen auch Schlangen und Skorpione eingelegt, dieser Schnaps soll aber mehr als Medizin dienen. Für uns ist dies nichts. Beim Einsteigen ins Boot treffen wir auf ein ankommendes Boot, auf dem sich eine Gruppe Thailänder befindet. Unser Guide sagt, dass diese immer laute Musik anhaben und am liebsten die ganze Fahrt Karaokeveranstaltungen machen.

Nun geht es aber weiter mit dem Boot zu zwei Felsenhöhlen, die nur per Boot zu erreichen sind. Die Höhlen heißen Pak Ou. In den Höhlen befinden sich tausende von Buddhafiguren ‐ unglaublich. Auf der Rückfahrt kommen wir an einem am Fluss liegenden Gefängnis vorbei. Unser Guide sagt uns, dass verheiratete Leute, die in Laos fremdgehen, 18 Monate ins Gefängnismüssen. Geht ein verheirateter Mannfremd, müssen er und seine Geliebte ins Gefängnis. Sein Bruder hat dieses Schicksal auch schon ereilt. Na, wenn das in Deutschland so wäre, würden ja viele ins Gefängnis müssen. Bei Prostitution ist die Strafe noch viel härter. Die betreffenden Männer oder Frauen werden auf getrennte Inseln verbannt. Sie bekommen eine Kokosnuss mit. Diese müssen sie anpflanzen und so lange auf der Insel bleiben, bis aus dieser Frucht ein Baum geworden ist und wieder mind. eine Frucht hervorbringt. Dies dauert in der Regel 18 Jahre. Geht dies Frucht ein, beginnt das Spiel von vorn. Zurzeit sitzen wegen Prostitution jeweils ca. 180 Frauen und 180 Männer auf den beiden Inseln. Bei Drogenhandel gibt es die Todesstrafe. Am Nachmittag können wir die Stadt allein besichtigen. Wir kommen an einem Wat vorbei, wo gerade ein Novize eine große hängende Trommel schlägt. Zwei weitere Novizen schlagen im Takt dazu eine Glocke und ein Becken. Wir hören uns diese Art Musik an. Es dauert ungefähr 10 Minuten. Die Novizen machen dies nur an den sogenannten Buddha Tagen. Davon gibt es 8 Tage im Monat. Sie fordern damit die anderen Novizen auf, sich im Wat zum Gebet einzufinden.

Wir gehen aber erst mal in das vom Guide empfohlene Lokal. Hier essen wir Papaya‐ und Wasserkressesalat sowie Ohlam. Der Papayasalat besteht aus in Streifen geschnittener grüner Papaya, die u.a. mit Chili gewürzt wird. Wir vertragen die Schärfe gerade noch. Ohlam ist eine Nudelsuppe, die mit allerlei Zutaten wie Zitronengras, Minze usw. gewürzt ist. Alles schmeckt wieder super und ist noch dazu total billig. Die Währung heißt hier übrigens KIP. (1Dollar = 8.000 KIP = 1 Dollar = 80 Eurocent)

Nachdem wir uns gestärkt haben, gehen wir über einen Berg. Auch auf diesen Berg befindet sich ein Wat. Hier hören wir den Mönchen bei ihrer Meditation zu. Nur kurze Zeit später kommen die Novizen aus dem Wat. Einer von ihnen spricht uns auf Englisch an „Where are you come from?“. Wir wissen von unserem Guide bereits, dass die Novizen in der Tempel‐Schule kein Englisch lernen können. Sie können es nur in ihrer Freizeit selber lernen und so testen sie gerade bei Ausländern, ob sie sich auf Englisch verständigen können. Die anderen Novizen schauen nur. Wir können aber ein Bild von Ihnen mit uns zusammen machen. Mit dem einen Novizen setzen wir aber das Gespräch fort. Er ist 18 Jahre alt und heißt Ou, sein vollständiger Name ist Kim Jong Ou. Wir erfahren von ihm, dass sie früh um 4.00 Uhr aufstehen, sich waschen und zur Meditation gehen. Danach beginnt um 6.00 Uhr der Almosengang durch die Stadt. Dabei reihen sich die Novizen zu einer Menschenschlange auf, haben so eine Art Kochtopf mit Deckel umhängen. Sie laufen durch die Stadt ohne zu Sprechen und betteln um ihr Essen für den Tag. Dies steckt man den Novizen in den Topf. Vor allem gibt man Klebreis, Bananen, Kekse usw. Das gesamte gesammelte Essen wird danach ausgebreitet und auf alle verteilt. Nachdem Essen haben Sie Unterricht, Meditation oder müssen arbeiten. Um 22.30 Uhr gehen sie zu Bett. Nachdem er uns dies alles mitgeteilt hat, sagt er uns, dass er sein Englisch von einem anderen Novizen gelernt hat und jetzt Lehrer für andere interessierte Novizen ist. Das Englisch brauchen Sie, um später einmal in der Gastronomie zu arbeiten oder studieren zu können. Er möchte nach Verlassen des Tempels studieren. Er lädt uns ein an seinem Englischunterricht teilzunehmen. Die Unterrichtsstunde beginnt um 19.00 Uhr. Wir sagen zu und gehen zusammen mit ihm in ein kleines Schulgebäude. Dort kommen nach und nach 6 Schüler. Es ist die Anfängerklasse. Alle bekommen ein Buch, wir auch und los geht es. Ou fragt uns nach unseren Namen, die ich dann auch an die Tafel schreibe. Mit meinem Namen hat er kein Problem bei der Aussprache, doch Heike fällt allen schwer. Ich sage darauf, er soll es wie das Wort Hai und dann noch ke anhängen. Danach geht es einigermaßen. Ou schreibt die englischen Sätze aus dem Buch an die Tafel. Danach liest es jeden Satz vor und lässt ihn laut nachsprechen. Auf einmal holt er mich an die Tafel und lässt mich vorlesen. Die Novizen sprechen alles laut nach. Innerhalb der Stunde zeige ich den Novizen, dass es für uns viel leichter ist Englisch zu lernen, da viele deutsche Wörter den englischen gleichen. Sie hören interessiert zu. Ou fordert seine Schüler auf, die Substantive in den Sätzen durch andere englische Wörter zu ersetzen. Zum Beispiel das Wort „ Market” durch „school“ oder „house“. Nun soll ein Novize das Wort Motorbike (Motorrad) durch ein anderes englisches Wort ersetzen. Der Novize der dies machen soll, sieht aus, wie Willi von der Sendung „Willi will’s wissen“ und ist ein bisschen frech. Er überlegt nicht lang und antwortet „tuk tuk“. Ich kann mich jetzt nicht mehr halten vor Lachen, denn das ist überhaupt kein englisches Wort, sondern hier das dreirädrige Sammeltaxi. Aber ich finde seine Antwort spitze. Am Ende der Stunde holt uns Ou beide nach vorne und bedankt sich bei uns, dass wir heute Lehrer waren. Nach der Stunde kommt die zweite Klasse für Fortgeschrittene. Der Unterricht geht dann so bis 21.30 Uhr. Das ist schon alles ziemlich hart. Wir verabschieden uns und gehen ins Gästehaus schlafen.

Übrigens von Moskitos haben wir außer auf dem Berghügel bisher nur wenig gemerkt, also gute Nacht.

04Frühstücksraum Villa Chitdara 05Markt in Luang Prabang 06Pak Ou Höhle 07Englischunterricht mit Mönchen

Mittwoch, der 5.Oktober 2011, Laos, Luang Prabang und Umgebung Ausflug mit Fahrrad, Elefant, Boot und Auto

Nachdem Frühstück werden wir von unserem Guide abgeholt und fahren zu einem Fahrradverleih. Dort bekommen wir jeder ein Mountainbike und einen Helm. Nun ist der laotische Fahrradverleih aber nicht mit einem deutschen Verleih zu vergleichen. Es stehen zwar Mountainbikes für uns bereit und an den Lenkern hängen Helme, aber das ist mehr Alibi. Die Schaltung der Fahrräder hat seit Monaten kein Öl mehr gesehen, wurde also nicht gewartet und die Helme lassen sich nicht mehr schließen. Die Helme sind also nutzlos und wir lassen sie im Verleih. Dennoch kommen wir mit den Rädern ganz gut zurecht. Bloß an den Steigungen muss Heike ganz schön strampeln, weil die Schaltung nicht so will, wie sie. Es geht erst mal einige Kilometer durch die Stadt. Da alle fahren wie sie wollen, ist dies nicht ganz ungefährlich, aber es kommt in unserem Urlaub noch viel schlimmer, bloß davon wissen wir noch nichts. Erste Station ist ein Tempel, in dene Nonnen leben. Ihre Haare sind ganz kurz geschoren. Den Tempel hat der Onkel unseres Guides gebaut. Er hat in Thailand Bauwesen studiert und als er nach Laos zurückkam, hat er mit Hilfe der dort lebenden Menschen den Tempel errichtet und war nach dem Bau des Tempels nicht mehr als Bauingenieur tätig. Er ist nach der Errichtung des Tempels dort geblieben und auch gestorben. Sein Bild ist im Tempel zu sehen. Danach setzen wir unsere Fahrt fort. Es geht durch den Wald. Der Guide erzählt uns, dass eine Nationalstraße von den Chinesen finanziert und gebaut wurde. Da aber Laos kein Geld hatte, haben die Chinesen als Entschädigung jeweils 1 km Land rechts und links neben der Straße erhalten, um die dort stehenden Bäume zu verwerten. Man sieht heute davon nichts mehr, aber das war schon ein massiver Eingriff.

Wir kommen nach ca. 1 Stunde im Elefanten‐Camp an. Dort leben 12 Elefanten. Da ein Elefant so 200 kg Futter am Tag braucht, gepflegt und auch medizinisch versorgt werden muss, ist viel Geld nötig. Die Elefanten im Camp gehören den Bauern der Umgebung, sie werden von den Bauern an das Camp vermietet. So müssen die Elefanten nicht mehr die schwere Arbeit bei den Bauern verrichten, sondern müssen lediglich die Touristen „erfreuen“. Sie können nach der Arbeit im Fluss baden und dann anschließend im Wald verschwinden. Der Elefantenführer, übrigens Mahut genannt, müssen dann ca. 2 Stunden in den Wald laufen, um seinen Elefanten wieder zu finden. Das Camp finanziert sich somit im Wesentlichen durch die Touristen. Wir besteigen eine auf dem Rücken des Elefanten aufgesetzte Sitzbank. Unser Elefant ist ein Bulle, heißt Bun Su und ist 55 Jahre alt. Sein Führer wohnt gleich im benachbarten Dorf, sein Name ist Sing. Wir werden durch den Dschungel geführt. Wenn der Elefant eine Böschung hoch oder runter geht, drückt es uns nach vorn oder hinten in die Bank. Nach einer Weile kommen wir an einem Bachlauf an. Sing fragt mich, ob ich Bun Su reiten möchte. Ich sage natürlich ja und muss aus dem Sitz nach vorne hinter seine Ohren krabbeln. Wenn man mit dem Bein das rechte oder linke Ohr anstößt, läuft der Elefant auch in diese Richtung. Seine Haut ist lederartig und ein wenig borstig. Sing lässt mich ca. 10 Minuten reiten und fotografiert uns wie wild. Das war schon eine coole Sache.

Früher war Laos das Land der Millionen Elefanten, doch heute gibt es nur noch ca. 900 Stück. Nachdem Reiten bekommt Bun Su seine Belohnung von uns, ein Bündel Bananen. Er nimmt diese mit dem Rüssel aus Heikes Hand. Wir essen im Camp zu Mittag und danach geht es mit einem kleinen Boot zu einem Wasserfall. Das Boot ist ca. 1m breit und es können dort max. 6 Personen mitfahren. Als wir in dem Boot sitzen sehen wir, dass die Seitenwände aus so einer Art Holzplatten bestehen, die an den Stößen mit irgendwelchem Kautschukartigem Material abgedichtet sind. Überall läuft in kleinen Mengen Wasser ins Boot. Aber die Fahrt dauert nicht lange und wir legen an. Wir sehen auf den anderen vorbeikommenden Booten, dass die Bootsführer während der Fahrt Wasser aus dem Boot schöpfen. Eigentlich sah unser Boot so aus, als würde es jeder Zeit absaufen, aber das stört einen Laoten nicht die Bohne. Wir gehen den ansteigenden Berg hinauf und gelangen an einen riesigen Wasserfall, der so ca. 100 bis 200 m breit ist und über etliche Terrassenebenen verläuft. In den Terrassenebenen kann man baden, das Wasser hat so ca. 22 Grad. In den Terrassenebenen stehen überall große Bäume, an denen ein Kletterpark eingerichtet wurde. Die Stege bestehen größtenteils aus Bambus und sind sehr rutschig. Viele diese Stege sind bereits ziemlich desolat. Aber dies stört auch hier niemand. Also klettern würde ich hier nicht. Auch hier gibt es ein paar Elefanten, mit denen die Touristen in den Wasserfall reiten können und es auch tun. Nach dem Baden geht es wieder mit dem Boot zurück. Beim Einsteigen will sich ein anderer Bootsführer vordrängeln, aber das lässt derjenige, der uns hergebracht hat, nicht zu. Nun würde man in Deutschland erwarten, dass die beiden sich streiten, nein sie diskutieren in Laotisch und lachen dabei sogar. Da gibt es keinen großen Zoff. Toll.

Danach geht es wieder mit dem Auto zurück nach Luang Prabang. Nachmittags gehen wir wieder durch die Stadt, shoppen und dann natürlich wieder etwas essen. Dieses Mal essen wir Curryhuhn mit Klebreis, Nudelsuppe und Salat, trinken Tee bzw. Lao‐Bier. Das Ganze für 16 Dollar (ca. 13 Euro). Wir genießen das gute Essen und die Abendstimmung dieser kleinen Stadt.

08Elephanten Camp 09Tad Sae Wasserfall

Donnerstag, der 6.Oktober 2011 Laos, Autofahrt von Luang Prabang nach Phongsawan

Früh um 6.00 Uhr knien wir uns auf direkt vor unserem Gästehaus an den Straßenrand und warten auf den Almosengang der Novizen. Die Einheimischen Frauen haben aus dem Almosengang schon ein Geschäft für sich erkannt. Sie verkaufen an die Touristen die für die Novizen benötigten Lebensmittel, also Bananen, Kekse und Klebreis. hat man das gekauft, ist diese Menge bei der Vielzahl der vorbeikommenden Novizen schnell alle. Und schon bekommt man das nächste von den Laotinnen hingestellt. Das sieht eine andere Laotin und stellt noch mehr dazu. Zum Schluss wollen sie alle an uns verdienen. Das ist natürlich ärgerlich, aber auch zu verstehen. Wir sind für sie reiche Touristen und sie sind arm. Es ist aber auch ein wenig unwirklich, wenn die Novizen aufgereiht an einem vorbeiziehen. Sobald man den Arm hebt, machen sie den Deckel ihres Tornistern auf und nachdem man etwas reingelegt hat wieder zu. Es war eine Erfahrung, die wir trotz des Abzockens der Laotinnen nicht missen wollen.

Um 8.00 Uhr werden wir vom Gästehaus abgeholt und wir verlassen Luang Prabang. Vor uns liegt eine 240 km lange Autofahrt. Es geht über gute bis sehr mäßige Straßen durch die Berglandschaft von Laos. Wir kommen an Bergdörfern vorbei, die aus einfachsten Bambushütten bestehen. Diese Hütten haben meistens nur eine Tür und kaum Fenster. Teilweise stehen diese Hütten auf Pfählen, so dass darunter noch etwas gelagert werden kann. Die Leute sind hier sehr arm und haben ein hartes Leben. Die Eltern gehen in den Bergen ihrer Arbeit nach oder verkaufen ihre Produkte auf der Straße und so sind die Kinder tagsüber allein. Sie gehen in der Regel nicht zur Schule. Schulpflicht besteht in Laos nämlich teilweise nur auf dem Papier. Die größeren Kinder passen auf die kleineren auf. So ist es hier nicht selten, dass ein ca. 8 jähriges Kind ein einjähriges Kind auf den Rücken mit rumträgt. Die kleinen Kinder haben oft keine Hosen an und machen auch mal direkt vors Haus. Die Sterblichkeit bei den kleinen Kindern ist hier sehr hoch, vor allem wegen der Hygiene und der fehlenden ärztlichen Versorgung. Unser Guide sagt das jedes fünfte Kind das 5. Lebensjahr nicht erreicht. Bei aller Ärmlichkeit haben diese einfachen Häuser aber fast alle eine Satellitenschüssel und einen Fernseher. In den Häusern, die meist nur einem Raum besitzen wird gekocht, gegessen und geschlafen und zwar alle Generationen zusammen. In den meisten Dörfern gibt es eine Waschstelle, wo Wäsche gewaschen aber auch die Körperpflege gemacht wird. Wir haben aber auch gesehen, dass sich Leute direkt an einer Quelle am Straßenrand komplett waschen und das war nicht selten. Diese Stellen liegen meist weit außerhalb des Dorfes. Auch kamen uns Leute mit schwer beladenen Körben entgegen, in denen sich Obst / Gemüse oder Brennholz befanden. Solche Körbe wurden auch von Kindern, Jungen und Mädchen getragen, und diese waren vielleicht 10 Jahre alt.

Während unserer Fahrt herrschte meist Nebel. Im Winter sinken in den Bergen die Temperaturen bis auf 10 oder sogar 5 Grad ab. Da die Häuser nur Holz‐ oder Bambuswände haben, hält sich darin auch keine Wärme. Diese Lebenszustände sind schon sehr sehr hart. Die Lebenserwartung beträgt in Laos auf Grund der vielen armen Leute im Durchschnitt nur 55 Jahre.

Nun noch einige Fakten zu den Dörfern und ihren Bewohnern. In einem Dorf wohnt jeweils nur ein Stamm. Es gibt hier folgende Stämme: Lao Loum (Tiefland Personen), Lao Theung (Mittelland Personen, z.B. Mo ‐ Khmer Stämme) und Lao Soung (Hochland Personen, z.B. Hmong (Miao), Yao (Mien) , Dao , Shan und Khmu). Alle Stämme sind Minderheiten. Sie unterscheiden sich nach Ihrer Kleidung, deren Farbe und nach der Art ihrer Häuser, z.B. komplette Holzhäuser, nur Bambushütten oder Hütten auf Pfählen. Geheiratet wird nur innerhalb eines Stammes. Gesetzlich heiraten darf man in Laos erst im Alter von zwanzig Jahren heiraten, aber in den Bergdörfern hält sich da niemand dran. Hier wird schon im Alter von 13 Jahren geheiratet. Will ein Mädchen oder eine Frau heiraten geht sie Neujahr vor die Tür und lässt sich von einem Jungen oder Mann fangen. Stirbt ein Dorfbewohner wirft ein Schamane, meist der Dorfälteste Eier. Dort wo ein Ei bei der Landung ganz bleibt, ist die Stelle für die Beerdigung. In den Dörfern sehen wir oft kleine graue Minischweine, die sich sonnen und schlafen, streunende Hunde, die aber sehr schön sind, nicht bellen und uns auch nicht angreifen und natürlich das Tier der Bauern, den Wasserbüffel ‐ genannt Khwae. Dieser ist sehr wertvoll. Ein Wasserbüffel ist so viel wert wie ein Moped ‐ also mind. 1000 Dollar.

Es gibt aber noch die chinesischen Wasserbüffel, genannt tartö. Diese haben eine mind. 1m lange Schnauze und einen mächtigen Hintern, der große Lasten tragen kann. Sie fühlen sich jedoch im Wasser überhaupt nicht wohl und fressen im Gegensatz, zum echten Wasserbüffel Benzin. Das sind die hier üblichen motorisierten Lastentiere. Vorne haben sie einen Mopedmotor und hinten eine Ladefläche. In Laos benötigt man zum Fahren eines Mopeds oder Autos auch keine Fahrerlaubnis. Hier kann also schon ein Kind mit dem Moped fahren. Nur wenn man Personen mit einem Bus oder Taxi befördert braucht man eine Fahrerlaubnis, unser Fahrer hat wohl eine und fährt ausgesprochen vernünftig.

Übrigens ist es in Laos so, dass man sich in den Bergen ein Grundstück einfach aneignen kann. Man muss gegenüber den Behörden nur nachweisen, was man mit dem Land machen will. Man darf es aber an niemanden danach verkaufen. Das ist schon sehr seltsam. So hat sich z.B. ein Bauunternehmer gegenüber einem sehr großen spektakulären Berg ein Grundstück angeeignet und dort mehrere Ausflugslokale gebaut. Einfach inmitten der schönen Natur. In den Bergen braucht man also keine Genehmigung dafür, in der Stadt aber schon, jedoch ist dazu keinerlei Statik notwendig, man baut nach einfach nach Erfahrungen.

Jetzt mal etwas zu unserem Guide. Er hat von 1984 bis 1988 in der DDR an der Humboldtuniversität Berlin Umweltschutz studiert. Arbeit hat er aber in Laos nicht gefunden. Er wohnt in Luang Prabang und hat ein Grundstück mit Haus und Garten. Dort wachsen vor allem Bananen. Er hat und uns übrigens Bananen aus seinem Garten zum Essen mitgebracht. Es sind diese kleinen Bananen, die uns auch besser schmecken, als diejenigen die es bei uns gibt. Er wohnt dort mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Mutter. Als ich ihn frage, ob er eine Frau hat, antwortet er nur mit ja. Außerdem deutet er an, dass man sich in Laos nicht so einfach scheiden lassen kann, vor allem, wenn die Frau immer gut zu einem ist. Dann sagt er mir ein anderes Mal, auch noch, dass es ihm nichts ausmacht, mehrere Tage unterwegs zu sein, zu Hause sei es doch nur langweilig. Also fragen wir nicht wieder nach seiner Frau. Sein Deutsch ist sehr gut, doch hat er mit bestimmten Buchstaben seine Schwierigkeiten. Das klingt dann für uns sehr lustig oder wir verstehen es manchmal nicht.

Hier einige Beispiele: die bauel hat oft Wassebuffel, das ist Moto loller, hier gibbet auch viele Mucken, das gibbet nicht, blingen den Leis zu Muhle (Mühle), das ist de Obermonk (Obermönch)

Nach ca. 4 Stunden haben wir erst die Hälfte der heutigen Tour zurückgelegt. Wir machen in einem Bergdorf namens Phukunh eine Pause und essen zu Mittag. Leckere Glasnudelsuppe mit Hühnerfleisch und vielen Kräutern. Hierbekommt auch noch ein Teller mit extra Gemüse, das man entweder dazu ist oder noch in die Suppe tut. Auf dem Teller sind u.a. grüne Bohnen, Minzblätter und Zitrone. Dazu trinken wir noch grünen Tee. Das Ganze kostet für 4 Personen nur ca. 4 Euro. Allerdings ist dies keine Gaststätte wie in Deutschland, sondern ein Imbiss der einfachsten Art. Hier gehe ich mal auf Toilette. Diese befindet sich im Keller des Hauses. Ich gehe also in den Keller und sehe vor den Toiletten eine laotische Waschmaschine stehen. Das sind drei große Wasserbottiche. Aber zurück zur Toilette. Die Toilette ist lediglich ein Loch im Fußboden, in dem sich rechts und links neben dem Loch zwei Vertiefungen für die Füße befinden. In die Vertiefungen stellt man die Füssen und dann nur noch hinhocken, Hose natürlich vorher runterziehen, ganz wichtig – nicht vergessen. Trotzdem, für mich ist das überhaupt nichts, vor allem weil nichts zum Festhalten da ist. Ende der Ausführungen.

Übrigens sehe ich in dem einen Bergdorf eine Hütte, in der man grüne und rote Limonade kaufen kann. Allerdings ist diese Limonade nur für Mopeds und Autos bestimmt, es ist nämlich eine Tankstelle mit Benzin und Diesel. Anschließend gehen wir über den Markt. Hier gibt es wieder alles. Besondere Angebote des Tages sind: gegrillte Ratte am Spieß mit Kopf und Schwanz, gegrillte Vögel und Fledermäuse und ein ganzer abgehackter Kuhkopf. Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt.

In einem der weiteren Bergdörfer sehen wir einigen Leuten bei der Arbeit zu. Der eine Bauer fertigt gerade eine Reisschüssel aus Bambus an, er braucht dazu ca. 2 Tage. Zwei Frauen zerhacken mit großen Buschmessern den Stamm einer Bananenstaude, um es an die Schweine zu verfüttern. Auch Kindern sehen wir beim Spielen zu. Sie spielen zum Beispiel mit den Steinen eine Art Würfelspiel. Andere spielen so eine Art Federball, wobei der Federball ein hohler Ball aus Bambus ist und dieser Ball nur mit den Füssen über ein Netz zu spielen ist. Auf der Fahrt kommen wir an einem größeren See vorbei. Der ist erst im 2.Indochinakrieg entstanden und zwar aus einem Bombentrichter, der mit Regenwasser vollgelaufen ist. Unser Guide sagt uns, dass in Laos noch so viele Minen liegen, dass auch heute noch fast jeden Tag ein Mensch infolge einer Minenexplosion verletzt wird oder stirbt. Nach insgesamt 8 Stunden Fahrt kommen wir in Phongsawan an und übernachten in einem ruhig gelegenen Hotel. Abends gehen wir in einem anderen Hotel zu Abend essen. Wir sind zwar erst mal die einzigen Gäste, aber das Essen ist wie immer sehr gut. Im Restaurant bedient uns ein junger Mann. Er trägt Anzug und dazu Badelatschen. Nach einiger Zeit spricht er uns an und sagt uns, dass er in diesem Ort auf Privatschule geht. Damit er diese Schule überhaupt besuchen kann, muss er am Abend im Restaurant arbeiten. Dafür bekommt er im Monat gerade einmal 20 Dollar. Er hat auch keine Freunde, er ist ganz allein und kommt nur selten nach Hause. Die anderen Mitschüler sind reich und müssen somit auch nicht arbeiten. Das ist auch der Grund, dass er keine Freunde hat. Ich frage ihn nach der Toilette und auf dem Weg dahin stecke ich ihm 5 Dollar in seine Jacke. Man wir wissen manchmal nicht wie gut es uns geht.

10Kinder 11Nudelsuppe 12Laotische tankstelle 13Ratte am Spieß

Freitag, der 7.Oktober 2011 Laos, Autofahrt von Phongsawan nach Vang Vieng

Morgens um 8.00 Uhr verlassen wir das Hotel. Zunächst fahren wir nur ca. 20km zu der Ebene der Tonkrüge. Auf dieser Fläche liegen annähernd 1000 Tonkrüge unterschiedlicher Größe, die größten sind 2m hoch. Man vermutete, dass ist eine Überlieferung der Einheimischen, dass diese Krüge zur Lagerung von Reisschnaps gedient haben sollen. Aber französische Forscher sind der Meinung, dass diese Krüge der Bestattung von Verstorbenen in Hockstellung oder der Aufbewahrung der Asche gedient haben sollen. Uns ist es letztlich egal. Im Hintergrund sehen wir ein Militärflugplatz, Hier fliegen sie noch die MIG 21, diese war bereits zu meiner Armeezeit im Jahre 1980 veraltet. Aber es natürlich russische Wertarbeit, die fliegen eben immer noch ‐ unverwüstlich.

Dann geht es auf eine ca. 230 km lange Autofahrt. In einem Ort stehen Polizisten am Straßenrand und kontrollieren die Geschwindigkeit. Da wir aber kein Messgerät sehen, fragen wir nach. Wie machen die das denn? Darauf antwortet unser Guide „Na, sie gucken einfach, und wenn Polizei meint es ist zu schnell, dann zu schnell. Im Ort sonst 30 km/h, aber heut ist Samstag und da kann man 80 fahren, Polizei hat frei” (heute ist aber Samstag und wir sehen, die Polizei hat nicht frei !) Und was ist denn bei einem Unfall, kommt da die Polizei? „Bei Unfall, dann muss Geduld haben, dann kommt Polizei in 1 bis 2 Stunden. Aber Sonntag, da haben sie frei, kommen sie nick.“ In einem Bergdorf halten wir an, dort spricht uns ein 16jähriger Junge an. Er möchte sein Englisch testen, ob wir ihn verstehen. Er spricht sehr gut Englisch. Wir erfahren von ihm, dass er sich das Englisch größtenteils selbst beigebracht hat. Mir fällt auf, dass er einen Turnschuh an den einem Fuß und einen Flipflop am anderen trägt. Nun, er hat gerade Fußball gespielt und der Fuß zum Schießen benötigt den Turnschuh. Er erzählt uns, dass er zu seiner Schule 8km laufen muss, aber es macht ihm nichts aus. Er hat so viele Freunde und sie erzählen sich auf den Weg zur Schule Geschichten und lachen viel. Die Straße wird zunehmend schlechter. Die letzten 50 km ist diese so schlecht, dass wir im Durchschnitt nur noch 30 km/h fahren können. Nach insgesamt 10 Stunden kommen wir in Vang Vieng an. Dort regnet es sehr stark. Unser Guide sagt: „für Wetter, sein Affenkönig zuständig. Man kann aber auch mit Chinesen telefonieren und ihm ein gutes Angebot machen, dann gibbet auch gutes Wetter”. Die Chinesen sind so geschäftstüchtig, dass sogar das Wetter von ihnen beeinflusst werden kann, wenn man einen guten Preis dafür bezahlt.

Das Hotel „Elephant Crossing” liegt direkt an einem Fluss namens Nam Khan. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses sind schöne Berge, die aber durch den Regen und Nebel derzeit nicht zu sehen sind. Wir machen uns frisch und gehen in das Hotelrestaurant zu Abend essen. Ich esse einen Fisch. Die Haut des Fisches ist mehrfach eingeschnitten und es stecken darin Limettenscheiben. Er ist mit Chili und Zitronengras garniert. Er ist zwar sehr scharf aber schmeckt ausgezeichnet, einfach ganz anders als in Deutschland üblich. Heike ist Curryhuhn, welches ebenfalls sehr gut schmeckt. Wir haben uns auch wieder einen Papayasalat bestellt, wobei wir mit der Schärfe zu kämpfen haben. Das Hotel sieht von außen sehr schön aus, schaut man aber genauer hin, hat dieses Hotel seine 3 Sterne nicht verdient. Aber es geht uns hier auch nicht darum, die Qualität der Hotels zu prüfen, sondern wir wussten, dass die Hotels nicht den deutschen Standard haben. Womit sie natürlich alle Probleme haben, ist die warme und feuchte Luft. Dadurch ist die Bettwäsche fast immer klamm.

14Ebene der Tonkrüge 15Kleiner Schwatz am Straßenrand

Samstag, der 8.Oktober 2011, Laos, Bootsfahrt und Autofahrt von Vang Vieng  nach Vientiane

Wir frühstücken im Freien auf einer Terrasse direkt am Fluss und schauen auf die Berge, die aus dem Nebel hervorragen. Auf dem Fluss trainieren junge Männer Drachenboot zu fahren. Es ist sonnig und fast wolkenlos. Nach dem Frühstück machen wir eine Bootsfahrt mit einem kleinen flachen Boot. Dieses Boot macht aber dieses Mal einen besseren Eindruck. Auf der Fahrt sehen wir einen Eisvogel, der aber schnell im Dickicht verschwindet. Der Fluss ist umrahmt von hohen Bergen. Die Natur ist hier sehr schön. Leider ist der Ort zu einer Art Ballermann verkommen. Es gibt hier Lokale am Fluss in denen das Eimersaufen angeboten wird. Da es aber am Vorabend stark geregnet hat, haben wir auch keinen Lärm vernommen. Da hatten wir mal wieder Glück. Übrigens haben wir festgestellt, dass die Koreaner und die Thailänder meist sehr lautstark sind. Die Thailänder lieben vor allem Karaoke. Das machen Sie am liebsten den ganzen Tag, wenn sie auf dem Schiff oder mit dem Bus reisen und noch dazu muss es auch laut sein. Am Ende der Bootstour erreichen wir eine Höhle, die in einem Berg liegt. Es ist eine der größten Höhlen in dieser Gegend. Sie diente im 2.Indochinakrieg für die Laoten als Versteck. Zunächst müssen wir aber viele hohe Stufen überwinden, um zum Höhleneingang zu kommen. Bei der schwülen Hitze ist das Treppensteigen sehr anstrengend. Sobald man dann die kühlere Höhle betritt, läuft das Wasser aus allen Poren und man ist klatschnass. Von oben man einen herrlichen Blick auf die Stadt und ihren Fluss. Man sieht saftige grüne Reisfelder. Nach dem Höhlenbesuch verlassen wir diesen Ort und machen uns auf die 130 km lange Fahrt zur Hauptstadt von Laos ‐ Vientiane.

Wir machen eine Pause in einem Dorf, dort wird vorwiegend getrockneter Fisch verkauft. Den Fisch können wir natürlich nicht probieren. Ich kaufe mir aber eine Kokosnuss für umgerechnet 70 Cent. Der Saft schmeckt gut, ist nicht zu süß und soll gesund sein. Jedoch hätte ich nicht gedacht, dass in der Nuss ca. 1 Liter Saft steckt. Da ich eine Weile brauche, um die Nuss zu entleeren, muss ich die Nuss, die ganze Zeit tragen und die ist gar nicht so leicht. Heute haben wir wieder zu Mittag Glasnudelsuppe gegessen, darin sind auch Minze, Lemonengras und andere Kräuter. Dann kann man noch Fisch‐, Soja‐ oder Chilisoße hinzugeben und man isst dazu noch grüne Bohnen. Das ganze kostete wieder nur 5 Euro für 4 Personen, und war dazu echt lecker. Auf der Weiterfahrt kommen wir an einem Feld vorbei, wo gerade der reife Reis geerntet wird. Wir schauen den Leuten bei ihrer Arbeit zu. Im Reisfeld steht auch immer eine Hütte, wo man sich vor Regen und Sonne schützen kann oder eine Pause macht. In dieser Hütte sind die Kinder und spielen, als ich dort hinkomme verstecken sie sich. Die größeren Kinder finden es lustig, aber ein kleiner Junge hat Angst und weint, die anderen lachen so, dass man davon angesteckt wird.

Gegen 14.00 Uhr erreichen wir Vientiane. Von der Stadt sind wir erst mal nicht angetan, da war Luang Prabang wesentlich attraktiver. Das Hotel Leuxay entschädigt uns aber dafür. Wir haben ein Riesenzimmer und es ist alles in Ordnung und sauber. Wir gehen zum Pool und ruhen uns aus, über ca. 2 Stunden sind wir die einzigen Gäste am Pool. Abends versuchen wir das vom Guide empfohlene Lokal zu finden, brechen aber die Suche ab, da zum einen keine Straßenamen zu sehen sind und die Straßenzüge für uns alle gleich aussehen. So gehen wir ins Hotel und essen dort wieder einmal vorzüglich zu Abend.

Vientiane (Lao: ວຽງຈັ ນ) ist seit 1975 die Hauptstadt von Laos. Vientiane ist die bis heute international gängige Stadtbezeichnung der früheren französischen Kolonialregierung. Auf Lao heißt die Stadt Vieng Chan bzw. Viang Chan (Aussprache: [wíaŋ tɕàn]), was „Stadt des Mondes“ oder „Stadt des Sandelholzes“ bedeutet (Vieng = Stadt, Chan = Mond oder Sandelholz). Der offizielle Name lautet (auf Englisch) Vientiane Capital zur Unterscheidung von der gleichnamigen Präfektur und von der Provinz. Vientiane ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Offiziell hat die Stadt etwa 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum leben etwa 620.000 Menschen. (Quelle Wikipedia)

18VietnamVisum17Lao Visum16Bauer im Reisfeld

Sonntag, der 9.Oktober 2011, Laos, Vientiane mit Flugzeug nach Vietnam, Hanoi

Gegen 09.00 Uhr werden wir von unserem neuen Guide im Hotel abgeholt und fahren zu einem Buddhapark. Unser Guide heißt Somhuang Samoutvongs, wurde im Juni 1962 geboren und studierte von 1985 bis 1988 in Weimar Wasserbau. Danach kehrte in seine Heimat zurück. Als er erfährt, dass wir aus der ehemaligen DDR stammen, sagt er uns, da sind wir ja alle drei aus unserer DDR. Im Buddhapark stehen ausschließlich Nachbildungen von allen möglichen Buddhafiguren und eine große Stupa sowie zwei Pagoden. Sie bestehen alle aus Beton und sind auf Grund der hier herrschenden Witterung grau und schwarz verfärbt bzw. mit Moos und Flechten überzogen. So wirken diese Nachbildungen sogar richtig gut. Danach besuchen wir wieder mal zwei Tempel, die aber sehr schön sind, der eine beinhaltet zehntausend Buddhafiguren. Auf dem Vorplatz des Tempels kann man von laotischen Frauen Vögel kaufen, die in kleinen Käfigen sitzen und diese dann anschließend frei lassen. Das soll Glück bringen.

In einem der Tempel erzählt er uns, dass die vor dem Eingang stehende kleine Drachenfigur, im Mekong gefunden wurde. Der Drache stammt ursprünglich aus China und hatte dort sein Maul noch zu. Als er aber aus dem Mekong geholt wurde und der Drache merkte, dass er jetzt in Laos ist, freute er sich so darüber, und sagte „Ach hier ist es so gemütlich und nicht so viel Stress“. Seitdem steht sein Maul offen. Wir besichtigen noch eine weitere Nachbildung und zwar den Pariser „Arc de Triomphe“. Es besteht ebenfalls wie die Figuren im Buddhapark komplett aus Beton. Der Beton haben die Amerikaner der Stadt geschenkt, damit sie sich daraus eine zweite Start‐ und Landebahn bauen können. Doch das wollten die Vientianer nicht. So nutzten sie diesen Beton und errichteten dieses Bauwerk in Mitten der Stadt. Es heißt daher auch „Senkrechte Startbahn“. Wir steigen über die Treppen auf die höchste Stelle des Gebäudes und schauen auf die Stadt. Teilweise stehen in dieser Stadt ganz moderne und hohe Gebäude. Diese Gebäude sind entweder Regierungsgebäude oder private Hotels. Anschließend gehen wir noch Mittagessen in ein Einkaufscenter. Dort befindet sich eine Art Kantine, mit verschiedenen Ständen. Wir müssen am Eingang der Kantine eine Chipkarte kaufen, damit wir uns etwas zu Essen holen können. An der Kasse sagt man wie viel Geld man ungefähr ausgeben will, bezahlt diesen Betrag und bekommt dafür eine Chipkarte. In der Kantine wird sich lautstark unterhalten. Also schön ist anders. Nach dem Essen lösen wir unsere Chipkarte an der Kasse ein und bekommen unser Restgeld zurück. Danach gehen wir noch ein wenig shoppen. Wir kaufen noch eine Buddhafigur für unsere Tochter. Dieser Buddha ist ein stehender Buddha, besteht aus Kupfer und kostet nach zähen Verhandlungen unseres Guides 19 Dollar. Vom Guide erfahren wir auch, dass die Chinesen in Vietnam eine Landplage sind, also sie sind nicht so beliebt und auch laut. Wir werden von unserem Guide zum Flughafen gebracht und verlassen Laos mit dem Flugzeug nach Hanoi. Das Flugzeug startet aber erst um 18.45 Uhr. So wollen wir die Zeit noch nutzen, um im Flughafen 500 Dollar an einem Wechselschalter zu holen. Der freundliche Mitarbeiter sagt uns darauf, dass wir zuerst mal am Bankautomat die einheimische Währung abheben müssen. Wir gehen an den Schalter, aber wir wissen nicht so recht, wie viel KIP wir abheben müssen. Er schreibt mir auf einen Zettel ein Betrag von 4 Millionen KIP. Aber wir können immer nur maximal 1.Mio KIP abheben. Das machen wir dreimal hintereinander, dann haben wir die Nase voll und gehen mit einem Mordspaket an Scheinen zum Wechseln –alles wird gut.

Am Abend landen wir um 19.45 Uhr in Hanoi an. Hanoi (vietnamesisch Hà Nội, wörtlich: Stadt innerhalb der Flüsse) ist die Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnam und hat eine Einwohnerzahl von 6.448.837 (Quelle Wikipedia)

Dort müssen wir nach der Ankunft erst mal durch den Zoll, also zu den unfreundlichen Uniformierten in den Glaskabinen. Dieses Mal haben wir zwar kein derartiges Erlebnis wie beim ersten Mal, aber Freundlichkeit kennen diese Personen wirklich nicht. Sie grüßen nicht einmal. Danach holen wir unser Gepäck und werden von unserem neuen Guide vor dem Flughafen in Empfang genommen. Obwohl eine ganze Reihe an Personen auf ihre Gäste warten, fällt unser Guide mir gleich auf. Er hat lange Haare, die er mit einem Gummi so zusammengebunden hat. Er freut sich über beide Ohren und begrüßt uns sehr freundlich. Wir werden von unserem vietnamesischen Guide, der Thinh Vũ đức heißt, in unser Hotel gebracht.

Auf der Fahrt durch das nächtliche Hanoi kommen wir an der japanischen Botschaft vorbei, das sagt zu mindestens Thinh, meint aber das Autohaus von Toyota. Wir checken im Hotel ein und werden auf unser Zimmer gebracht. Es befindet sich im 5.Stock, in der hintersten Ecke des Flures. Da die Grundstücke hier alle schmal aber lang sind, also so 6m breit und dafür 30m lang, sind die Gebäude alle schmal und unheimlich tief. Noch dazu kommt, dass die Nachbargebäude über diese Tiefe alle angebaut werden. So ist es auch in diesem Hotel. Wir haben aber wenigstens ein Fenster und ich schaue raus und sehe direkt auf die mit Wellblech überdachten Gebäude der benachbarten Wohnhäuser, die bis zum 4. Stock reichen. Sobald man sich Gedanken darüber macht, was ist wenn es brennt, dann wird es wirklich mehr als brenzlich. Hier haben wir dann keine Chance lebend heraus zu kommen. Es gibt hier zwar eine Strickleiter, die bis zur Glasdecke über dem Restaurant im Erdgeschoss führt, aber das war’s dann auch. Also ich bin froh, wenn wir dieses Hotel wieder verlassen können. Nun will ich noch schnell den Tresor programmieren und wenn es schnell gehen soll, was passiert dann wieder, die Tür des Tresors lässt sich nicht mehr öffnen und alle unsere Wertsachen sind aber Gott sei Dank drin. So auch unser Geld. Und ohne Geld brauchen wir natürlich nicht in die Stadt zu gehen. Also muss ich erst mal Hilfe holen. Nach einer halben Stunde ist dann alles klar und wir können in die Stadt.

Es ist jetzt ca. 22.00 Uhr und wir haben mächtig Hunger. Wir gehen die Straße entlang und unser Spaziergang wir von einer hupenden Moped Armada begleitet. Eine Gaststätte in der wir essen gehen können, finden wir nicht, aber wir sehen einen fahrbaren Stand an dem es die Bánh bao ‐gefüllte Hefeklöße gibt. Diese gefüllten Hefeklöße werden vor allem als Zwischenmahlzeit oder für unterwegs zubereitet. Sie bestehen aus Hefeteig und sind mit Glasnudeln, Mu‐Err‐ Pilzen, Zwiebeln, Hackfleisch, gekochten Ei, geräucherte Schweinewurst gefüllt. Die Füllung wird mit Fischsauce und Pfeffer gewürzt. Kosten ca. 30.000 Vietnamesische Dong (Việt Nam Đồng, VND; 30.000 VND = ca. 1Euro). Wir essen diese mit Genuss und fallen um 23.00 Uhr todmüde ins Bett.

19Drachenfigur 20Lecker Hefeklöße

Montag, der 10.Oktober 2011, Vietnam- Hanoi

Xin Chao Hanoi – Guten Tag Hanoi

Thinh holt uns gegen 8.00 Uhr im Hotel ab. Als erstes sagt er uns, dass es die letzten zwei Wochenfast ununterbrochen in Hanoi geregnet hat und nun kommen wir und die Sonne ist da. Na, das freut uns natürlich besonders.

Thinh ist 1959 geboren und hat von 1980 bis 1987 in der ehemaligen DDR in Ludwigsfelde als Stahlarbeiter (Härter) gearbeitet. Er schwärmt regelrecht von dieser Zeit und hat dort auch noch Freunde. Er sagt, er hat viel von den Deutschen gelernt, Ordnung, Pünktlichkeit, Sparen. Er würde auch gerne nochmal nach Deutschland kommen und sich die Gegend nochmal anschauen. Er liebt auch die deutsche Musik, vor allem Schlager. Er spricht übrigens sehr gut Deutsch, ist nett, gastfreundlich und erzählt uns sehr viel über seine Heimat. Die Zeit bis 1975 (USA‐Krieg) sagt er, war sehr schlimm war, nach dem Krieg war es aber auch noch schlimm, erst 1995 wurde das Land geöffnet und nun ist alles viel besser, wie in der ehemaligen DDR, bloß mit Privatwirtschaft und offener Demokratie. Er ist stolz auf sein Land. Seit 1995 wurden vor allem viele neue Häuser und Straßen gebaut. Er sagt einmal: „vor Jahren, ich war hier, alles Land eben, jetzt viele Häuser, Vietnamesen haben gebaut. Heute alles besser, Leute haben die Möglichkeiten. So is dat.“

Der Verkehr in Hanoi ist chaotisch und laut. Thinh sagt, ein Auto oder Moped ohne Hupe ist kein Auto. Eine Bremse kann fehlen, aber die Hupe nicht. Die Vorfahrt gibt es hier praktisch nicht, es wird gehupt, und jeder achtet auf jeden. Durch das Hupen wird die Aufmerksamkeit geschürt, pass auf ich komme von der Seite. Alles fährt durcheinander, teilweise auf der entgegengesetzten Fahrbahn oder auf der falschen Spur und man bewegt sich nur im Slalom. Selbst als Fußgänger kann man durch diesen chaotischen Verkehr auf die andere Straßenseite gelangen. Hierzu muss man jedoch folgendes Prinzip beachten. Thinh sagt: „Immer gemütlich, nick so viel Stress wie in Deutschland, immer langsam über die Straße“. Und was soll ich sagen, dass klappt tatsächlich, wir können es kaum glauben, dass man so durch den dicksten Verkehr über die Straße kommt.

Wir schauen uns zunächst den Ho‐Chi‐Minh Platz und den Wohnsitz dieses ehemaligen Staatsoberhauptes an. Ho‐Chi‐Minh war ein bescheidener Politiker. Man hatte ihm ein großes Gebäude errichtet, in dem er wohnen sollte. Doch das lehnte er ab, er bezog lediglich ein kleines Wohnhaus, was nicht gerade prunkvoll eingerichtet war und hatte dann noch ein Gartenhaus, ebenfalls mit wenig Komfort. Wenn es möglich war, ging er zu Fuß und nutzte nur ausnahmsweise ein Auto. Die Vietnamesen verehren ihn sehr. Er war volksverbunden. Nach der Besichtigung des Wohnsitzes von Ho‐Chi‐Minh besuchen wir noch wir noch 3 Tempel und ein Kunstmuseum. Als erstes besichtigen wir die Einpfahl‐Pagode. Danach kommen wir zu einem Tempel, in den gerade vier Personen auf einfachen Musikinstrumenten spielen und dazu singen. Der Gesang fasziniert mich. Ich nehme es auf Video auf, ohne zu ahnen, dass dies eine Totenfeier ist.

In einem anderen Tempel bekomme ich, wie es mir schon in Deutschland gewünscht habe, eine Blatt mit zwei Schriftzeichen, die die Bedeutung Glück und Gesundheit haben. Diese fertigt ein Kalligraph mit einem dicken Pinsel und Tusche direkt vor meinen Augen an. Toll – ich freue mich darüber sehr. Als ich ihn anschließend fotografiere, fordert er mich nochmal freundlich auf, noch ein zweites Foto von ihm zu machen, da er vergessen hatte seine Mütze aufzusetzen.

Danach gehen wir an den bekanntesten See von Hanoi, dem Hoan‐Kiem‐See, in ein Restaurant und essen zu Mittag. Anschließend besuchen wir noch eine Pagode und fahren eine Stunde mit einer Rikscha durch die Altstadt von Hanoi. Nach dieser Fahrt steht ein Besuch des berühmten Wasserpuppentheaters an. Die Vorführung dauert ca. 1 Stunde.

„Die Zuschauer werden musikalisch von einem kleinen Orchester (einschließlich eines Monochords, vietnamesisch: Đàn Bầu) begrüßt, das die ganze Aufführung begleitet. Außerdem leihen die Orchestermitglieder den Puppen ihre Stimmen. Das Orchester sitzt neben der Bühne, die aus einem Wasserbecken besteht. Ursprünglich war dieses Wasserbecken der Dorfteich oder ein See. In dem Becken stehen hinter einem Vorhang aus geflochtenem Bambus die Akteure, die die auf 3 bis 4 m langen Stangen montierten Wasserpuppen handhaben. Die Stangen befinden sich unterhalb, die Puppen oberhalb der Wasseroberfläche. Die 30 cm bis 1 m großen und 1 bis 5 kg schweren Figuren werden aus dem weichen und leichten Holz des verbreiteten Feigenbaumes geschnitzt. Sie sind mit Harzen und Lacken wasserfest überzogen, was auch gegen Holzwürmer helfen soll. Die beweglichen Gliedmaßen oder sonstige bewegliche Komponenten werden durch Seilzüge gesteuert. Dargestellt werden häufig Szenen aus dem Landleben wie etwa Fischfang, ein Flötenspieler auf einem Büffel oder ein rauchender Bauer. Außerdem sind mystische Tänze von Löwen und feuerspeienden Drachen zu sehen sowie die vier heiligen Tiere: Phönix, kỳ lân (Qilin, das chinesische Einhorn), Long (der chinesische Drache) und Schildkröte. Ein beliebtes Motiv ist auch die Legende des zurückgegebenen Schwertes, in der dem König Le Loi, der im 15. Jh. die Chinesen aus Vietnam vertrieb, das ihm von den Göttern überlassene Schwert bei einer Bootsfahrt auf dem Hoan‐Kiem‐See von einer goldenen Schildkröte entrissen wird, um es den Göttern zurückzubringen.“ (Quelle Wikipedia)

Dann gehen wir zu Fuß ins Hotel und haben anschließend frei. Wir ruhen uns ein wenig aus und wagen uns danach in den Trubel dieser Stadt. Wir gehen mehrfach durch den dicksten Verkehr quer hindurch und schauen uns anschließend dieses Treiben von einer im 3.Stock liegenden Terrasse eines koreanischen Restaurants an. Dabei essen wie leckere Gerichte, die aber sehr scharf sind. Irgendwie finde ich an diesem Durcheinander des Verkehrs gefallen, bloß das ständige Hupen ist ein wenig nervig.

21Guide Thinh 22Kalligraph

Dienstag, der 11.Oktober 2011, Vietnam, Hanoi – Autofahrt zur Halongbucht

Wir starten um 8.00 Uhr vom Hotel und fahren ca. 3,5 Stunden bis zum Hafen, von dem wir unsere Schifffahrt auf einer Dschunke in der Halongbucht starten. Thinh hat uns eine kleine Mahlzeit, eine Aufmerksamkeit seiner Frau, mitgebracht. Es ist grüner Klebreis, der in Blättern der Lotusblume eingewickelt ist. Der Reis ist deshalb grün, da er noch nicht völlig reif ist. Dieser Reis sei besonders wohlschmeckend und man ist ihn zusammen mit Banane. Diese taucht man in den Klebreis ein und beißt dann ein Stück von der Banane ab. Es schmeckt wirklich gut. Sein Vater hat dies immer gerne gegessen, sagt er uns. Wir bedanken uns und essen auch alles auf.

Wir werden mit einem kleinen Boot auf unsere Dschunke gebracht. Insgesamt sind nur 12 Gäste auf dem Boot, das finden wir sehr angenehm. Wir gehen kurz in unsere Kabine und sind erstaunt, dass diese Klimaanlage, Steckdosen, Dusche und WC hat. Danach geht es gleich zum Mittagessen. Hier werden uns mehrere Gänge serviert und alles schmeckt einfach fantastisch.

Das Boot hat vom Hafen abgelegt und wir sehen bizarre Felsen, die aus dem Meer ragen und die unterschiedlichsten Formen haben. In manchen Felsen kann man eine Figur erkennen. Das Wahrzeichen der Halongbucht sind zwei Felsen, die die Form von zwei sich küssenden Hühnern haben. Der Himmel ist bewölkt, aber es scheint auch immer wieder die Sonne durch. Zunächst steuert das Schiff eine Höhle an, die erst vor ein paar Jahren entdeckt wurde. Diese liegt in einem dieser Felsen. Von hier hat man auch eine herrliche Sicht. Dann geht es zu einem Sandstrand und wir können in diesem Urlaub erstmals im Meer baden, genau gesagt im Südchinesischen Meer. Es ist angenehm warm und sauber. Danach legt das Schiff wieder ab und es geht in eine windgeschützte Bucht zur Übernachtung. Dort angekommen, geht das Schiff vor Anker. Das Meer ist ausgesprochen ruhig hier, kaum eine Welle. Wir essen lecker zu Abend und unterhalten uns noch mit zwei Däninnen, die aus China nach Vietnam gekommen sind und natürlich mit Thinh.

Übrigens habe ich ihm gesagt, dass ich schon drei Tage nichts mehr von meiner Tochter gehört habe und unser Handy hier keinen Empfang hat. Darauf antwortet er mir, dass ich doch mit seinem Handy meine Tochter anrufen könne. Das ist sehr nett und ich habe prompt unsere Tochter am Apparat. Und es ist natürlich alles in Ordnung. So gehen wir auch beruhigt zu Bett.

23Halong Bucht

Mittwoch, der 12.Oktober 2011, Vietnam, Halongbucht und Autofahrt zur trockenen Halongbucht

Wir müssen selbst im Boot schon vor 7.00 Uhr aufstehen, da es pünktlich Frühstück gibt. Danach gehen wir aufs Sonnendeck und sehen uns die Halongbucht an. Die Anzahl der auf dem Meer befindlichen Dschunken nimmt immer mehr zu. Wir legen an einen der schwimmenden Dörfer an. Eine junge Frau angelt von einem Boot aus mit einem Kescher Unrat aus dem Wasser. Wir steuern ein schwimmendes Dorf an.

Auf einer schwimmenden Fläche wohnen vielleicht 10 Leute. Neben den Zuchtbecken, die durch Holzstege miteinander verbunden sind, befinden sich nur 3 einfache Holzhütten auf dieser künstlichen Insel. In den Becken werden Austern und verschiedene Fischarten gezüchtet. In der einen Hütte leben eine alte Frau und ein Mann. Nach meiner Schätzung sind beide mind. 70 Jahre alt. Als ich so auf einen der Stege sitze, setzt sich der alte Mann neben mich und greift mir mit der Hand an meinen Oberschenkel, Er fordert mich auf, dies auch bei ihm zu tun. Ich greife zu und er gibt mir zu verstehen, ich solle doch derber zugreifen und tut dies bei mir auch. Jedenfalls ging es vermutlich darum, das er dabei keinen Schmerz verspürt, aber ich hingegen sehr wohl. Am nächsten Tag habe ich jedenfalls blaue Flecken.

Kurz nach dieser eigenartigen Begebenheit erscheint das erste Vietnamesische Fernsehen und ich werde gefragt, wo ich herkomme und ob ich zu einem Interview bereit wäre. Ich willige ein und schon geht’s los. Die Fragen zielen alle auf die Schönheit der Halongbucht ab. Da ich dran auch keine Zweifel habe, kann ich dies auch nur bestätigen. Die letzte Frage habe ich vermutlich nicht richtig verstanden. Ich antworte zwar, aber irgendwie macht die Moderatorin ein fragendes Gesicht zu meiner Antwort. Aber egal – ich habe Urlaub.

Nach dem wir das schwimmende Dorf besichtigt haben, legt das Boot ab und wir steuern den Hafen wieder an. Unterwegs kommen wir noch an weiteren schwimmenden Dörfern vorbei. Ich staune nicht schlecht als ich an dem einem schwimmenden Holzhaus lese: „ACOM BANK“. Ein Geldinstitut auf dem Wasser. Also sozusagen eine Geldwäsche. Natürlich gibt es auch noch eine Schule und einen Kindergarten.

Nachdem wir im Hafen anlegen, geht es mit dem Auto auf eine ca. 180 km lange Fahrt. Wir machen in einem Ort einen kurzen Stopp und besichtigen eine katholische Kirche. Dort frage ich den Verwalter der Kirche, ob ich mal austreten könne. Er weist mir den Weg zu einem Klo in seinem Garten. Naja, das war so eine Art Pinkelbassin, mehr möchte ich nicht dazu sagen. Als wir wieder ins Auto steigen, schenkt uns der Fahrer ein Päckchen Reiskuchen, der in dieser Gegend überall hergestellt wird. Da der Fahrer aus dieser Gegend stammt, wollte er uns eines dieser Produkte mal zum Verkosten schenken. Der Reiskuchen heißt Banh Cay. Es ist so eine Art größerer klebriger Powerriegel. Schmeckt aber trotzdem gut. Der besteht aus Reis, Kokos, Ingwer, Kürbis usw. Wir essen die Hälfte des Kuchens auf. Der Fahrer freut sich, dass es uns schmeckt.

Nach einigen Stunden Autofahrt kommen wir endlich in Ninh Binh an. Wir checken im Hotel ein und haben ein komfortables Zimmer ohne störenden Anbau. Übrigens schleppt ein Zimmerboy unsere Koffer trotz des vorhandenen Fahrstuhls beide auf einmal bis in den vierten Stock, ohne diese auch nur einmal abzusetzen (ca. 45Kg). Warum er nicht den Fahrstuhl nimmt, obwohl dieser funktionsfähig ist, wissen wir nicht.

Kurz danach gehen wir ins Dorf. Die Kinder winken uns zu. In unmittelbarer Nähe vom Hotel grenzt ein Reisfeld an. Im Hintergrund stehen Felsformationen, wie wir sie in der Halongbucht gesehen haben. Da die Sonne auch noch dazu scheint, ergibt sich ein traumhafter Anblick. Wir gehen weiter ins Dorf und ständig rufen uns Einheimische zu, Madam, Mister come and eating. In nicht einem der vielen Lokale sitzt jemand. Auf dem Rückweg entscheiden wir uns dennoch für ein Lokal. Dort bedient uns eine ca. 20 jähriges Mädchen. Das Essen schmeckt auch wieder ausgezeichnet und ich frage sie, ob sie es selbst zubereitet hat, was sie bejaht. Wir loben ihr Essen und geben ihr auch ein gutes Trinkgeld. Sie freut sich natürlich über beides. Danach gehen wir ins Hotel und ins Bett.

25Dorfbewohner halong Bucht 24Interview

Donnerstag, der 13.Oktober 2011, Vietnam, trockene Halongbucht und Rückfahrt nach Hanoi, Zugfahrt von Hanoi nach Huế

Früh um 8.00 Uhr starten wir mit Thinh zu einer kleinen Radtour. Es geht durch ländliche, dörfliche Gegend. Wir kommen an Reisfeldern vorbei, wo gerade die Bauern die Ernte einbringen. Die Landschaft ist geprägt von urigen Bergen, dazwischen liegen kleine Seen. Auf dem Wasser ist viel Grün zu sehen, auch immer wieder Lotusblumen und es schwimmen viele Enten umher. Wir sehen auch einige Wasserbüffel. Manche haben Junge. Auf einem Wasserbüffel sitzt ein weißer Vogel, der die Parasiten auf der Haut des Büffels frisst. Nach ca. 10 km stellen wir die Räder ab und gehen uns zwei Tempelanlagen ansehen. Nach der Besichtigung geht es zurück mit dem Auto nach Ninh Binh. Dort steigen wir in ein Ruderboot, dass von einem älteren Ehepaar betrieben wird. Kurz nachdem wir gestartet sind, fängt es plötzlich an zu regnen. Wir bekommen zwar eine Regenschutzfolie, werden aber trotzdem ganz schön nass. Aber es dauert nicht lange und der Regen verzieht sich. Die Sonne trocknet uns sofort wieder. Wir fahren auf einem flachen Gewässer, das nur ca. 1m tief ist und von urigen Felsformationen umgeben ist. Es geht auf der Bootsfahrt durch insgesamt 3 Höhlen, die zu durchfahren sind. Die Felsendecke ist dabei bedrohlich nah, man muss selbst im Sitzen den Kopf einziehen. Am Wendepunkt stehen mehrere Verkaufs‐ boote, die mit Frauen besetzt sind. Diese steuern sofort auf unser Boot zu und bieten allerlei Waren an. Da wir aber absolut nichts, auch keine Getränke, kaufen wollen, fragt die Verkäuferin im Boot, ob wir dann ein paar Lebensmittel für die beiden Bootsbesitzer kaufen würden. Ich willige ein und sie bekommen etwas zu knabbern und Getränke.

Dann geht es zurück. Auf der Rücktour packt die Frau dann Waren aus, die wir doch kaufen sollten. So z.B. Tischdecken, T‐Shirts usw. Das Blöde daran ist, dass man hier auf engsten Raum ist und nicht einfach abhauen kann, also müssen wir diese Prozedur bis zum bitteren Ende durchmachen und immer No sagen. Uns kommen andere Boote entgegen, in denen das gleiche Spiel abläuft, ich rufe zwei Italienern, die auf in einem uns entgegenkommenden Boot sitzen, zu: “This is here the shopping‐street“ darauf antwortet der eine Italiener „absolutly“. Als wir am Ausgangspunkt ankommen, gebe ich dem Mann noch Trinkgeld, daraufhin, gibt sie mir zu verstehen, sie möchte auch noch etwas Geld. Das lehne ich ab und wir verschwinden.

Danach werden wir von Thinh zu einem wirklich guten Lokal im Ort gebracht. Das Lokal ist in drei Klassen aufgeteilt, ein Restaurant für Ausländer, dieses befindet sich in einem Gebäude im japanischen Baustil, eines für die Einheimischen und eines im Mitropa‐Charakter für die Chinesen, da geht’s wie immer sehr laut zu. Die Preise für das Mittagessen sind hier aber deutlich teurer als in den einheimischen Lokalen. Aber die Atmosphäre dieses Gebäudes und das Essen sind es auch wert.

Nachdem Essen fahren wir noch zu einer Tempelanlage, die sich in einem Berg bzw. einer Höhle befindet. Dort treffen wir auf zwei junge Mädchen in Schuluniform. Sie laufen mit uns durch die Höhle Auf dem Rückweg zum Ausgang redet Thinh auf die beiden Mädchen ein. Ich frage ihn, was er den beiden denn gesagt habe. Er antwortet mir, dass es falsch ist, so wie ihr Vater zu betteln oder irgendetwas an die Touristen zu verkaufen. Sie sollen nicht arbeiten, sondern erst mal die Schule besuchen und lernen, dann können sie auch später etwas werden und Geld verdienen. Wenn sie jetzt schon lieber Touristen abzocken wollen, als zu lernen ist das der falsche Weg.

Um 14.00 Uhr geht es mit dem Auto zurück nach Hanoi. Als wir in Hanoi auf dem Bahnhof ankommen, verabschieden wir uns dort von unserem Fahrer. Wir müssen noch ca. 3 Stunden warten und dann geht es mit dem Nachtzug nach Huế. Diese Stadt liegt ca. 500 km von Hanoi entfernt. Anders als in Deutschland wird der Bahnhof aber erst kurz vor Abfahrt des Zuges geöffnet. Nach längerem Rumsitzen ist es endlich soweit, wir können unsere Schlafkabine beziehen. Wir haben die Betten, die sich unten im Abteil befinden, darauf hat Thin Wert gelegt!

Wir verbschieden uns von Thinh und wir wünschen uns gegenseitig alles Gute. Cảm ơn. (gam uhhn) Thinh – Danke Thinh. Kurz nachdem Thinh den Zug verlassen hat, kommt ein junges Pärchen zu uns ins Abteil. Sie kommen aus Malaysia und haben außer einem kleinen Rucksack nichts weiter mit. Sie klettern in ihre oberen Betten und schlafen eigentlich bis zur Ankunft in Huế ununterbrochen.

Der Zug fährt pünktlich um 19.00 Uhr los. Die Abteile erinnern uns an eine spartanische russische Bauart. Alles ziemlich einfach, aber robust. Auch die Toilette und der Waschraum sind da nicht anders. Wir legen uns früh schlafen, leider ist aber das Abteil neben meinem Bett kräftig am Feiern und Heike schnarcht. Na dann Gute Nacht, aber mit Ohropax ist es noch auszuhalten. Irgendwann schlafe ich dann auch.

26Trockene Halong Bucht 27Zugfahrt nach Hue

Freitag, der 14.Oktober 2011, Vietnam, Huế

Früh um 7.00 Uhr stehen wir von den Pritschen unseres Zugabteils auf und putzen uns im Waschraum des Zuges die Zähne. Pünktlich um 8.00 Uhr kommt der Zug in Huế an, also nach 13 Stunden Zugfahrt. Beim Verlassen des Bahnsteiges werden noch einmal unsere Fahrkarten kontrolliert und leider auch einbehalten.

Huế ist eine Stadt in Zentralvietnam mit ca. 300.000 Einwohnern, gelegen am Hương Giang (Parfümfluss). Huế war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams und ist heute die der Provinz Thừa Thiên‐Huế, darüber hinaus ist die Stadt Sitz des Erzbistums Huế.

Bis kurz vor der Ankunft in Huế hatte es noch geregnet, aber wir haben wieder mal Glück und es scheint sogar die Sonne. Wir werden von unserem neuen Guide abgeholt. Er heiß Ba und das heißt ins Deutsche übersetzt „drei“, er ist also vermutlich das dritte Kind in seiner Familie. Wir werden kurz ins Hotel gebracht und es geht sofort wieder auf Tour. Allerdings können wir jetzt langsam die Tempel und Pagoden nicht mehr sehen. Es wird langsam Zeit, dass wir mal die Beine baumeln lassen können.

Unser neuer Guide spricht wie eine Maschine, manchmal höre ich einfach nicht mehr zu. Ba hat das Deutsch nicht wie die anderen Guides in Deutschland gelernt, sondern von einem Freund und den Unterschied merkt man.

Nun geht es zum Kaiserpalast (der verbotenen Stadt), zu Pagoden und auf den Wochenmarkt. Bei der Pagode sehen wir Novizen. Diese haben lange blaugraue Gewänder an. An der einen Pagode kommt gerade ein Novize an, dessen Fahrrad plötzlich abrupt stoppt. Nachdem ich sehe, dass er nicht klar kommt, helfe ich ihm. Sein vorderes Schutzblech hat sich gelöst und drückt deshalb auf sein Reifen. Er hat übrigens eine eigenartige Frisur. Sein Kopf ist fast kahlgeschoren, doch in der Mitte hat er noch eine lange Haarsträhne.

Zurück geht es mit einem Drachenboot. Die Fahrt ist aber nicht wirklich interessant. Es bieten sich keine besonderen Aussichten. Hurra, es startet mal wieder eine Verkaufsveranstaltung auf dem Boot. Wir sollen wieder alles Mögliche kaufen. Zum Glück hat die verkaufstüchtige Vietnamesin auch Bilder dabei, davon kaufen wir zwei und so haben wir wenigstens schnell Ruhe. Da wir aber mehr als kaputt sind, gehen wir noch ein wenig durch die Stadt, aber eigentlich nur bis zum empfohlenen Lokal, essen dort Curry‐Huhn mit Reis und faulenzen danach im Hotelzimmer.

28Die Verbotene Stadt

Samstag, der 15.Oktober 2011, Vietnam, Autofahrt von Huế über den Wolkenpass nach Hoi An

Wir starten wieder relativ früh zu unserer Fahrt nach Hoi An. Sie führt über den legendären Wolkenpass.

„Der Hai‐Van‐ oder Wolken‐Pass bildet die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord und Süd‐Vietnam. Er ist ca. 20 km lang, erreicht 496 Meter Höhe und führt über den Ausläufer der Truong‐Son‐Berge, der bis zum Meer reicht. Vom höchsten Punkt hat man einen Panoramablick über den Ozean, nach Da Nang und die Halbinsel Son Tra. Oftmals aber ist der Pass in Wolken gehüllt. Historisch war der Pass die Grenze zwischen den Königreichen Champa und Dai Viet. Auf Grund der hohen strategischen Bedeutung war dieser Ort im Vietnamkrieg heiß umkämpft. Auf der Passhöhe befinden sich Ruinen von Bunkern, welche von den Franzosen und Amerikanern erbaut wurden.“ (Quelle Wikipedia)

Der Wolkenpass macht natürlich seinem Namen alle Ehre, er ist größtenteils in Nebel gehüllt. Die sich uns bietende Aussicht ist daher nicht so toll. Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp. Unser Guide fragt uns: „Möchten Sie Blumen gießen?“ Er meint damit , ob wir austreten müssen. Danach machen wir noch einen Abstecher zu einem Riesen‐Buddha auf einem Berg und sehen wie in einem Tempel viele Frauen auf einen langen Teppich knien und gemeinsam beten und essen.

Dann besuchen wir noch die Marmorberge. In dem einen Berg befinden sich zwei große Höhlen. Vor der einen Höhle sitzen mehrere Nonnen und rauchen dicke Zigarren, wir denken, dass sie kiffen. Nach der Höhlenbesichtigung fahren wir in eine Fabrik, in der allerlei Sachen aus Marmor hergestellt und natürlich auch verkauft werden. Dort erwerben wir zwei aus Marmor angefertigte kleine Elefanten und einen Buddhakopf.

Danach geht es direkt nach Hoi An. Diese Stadt liegt in Zentralvietnam und soll die sauberste und schönste Stadt von ganz Vietnam sein. Außerdem gibt es hunderte Schneidergeschäfte in diesem Ort.

Aber erst mal werden wir zum Hotel gebracht. Es heißt „Phuoc An River Hotel“, gehört einer Vietnamesin, die mit einem Engländer verheiratet ist. Der Engländer begrüßt uns ausgesprochen freundlich und wir bekommen erst mal etwas zu trinken spendiert. Aus dem Fenster unseres Zimmers schauen wir direkt auf den angrenzenden Fluss. Alles ist satt grün, der Fluss ist aber wie immer braun gefärbt.

Nach dem kurzen Einchecken fahren wir zu einer staatlichen Schneiderei. Dort zeigt man uns, wie Seide entsteht, denn es gibt hier eine eigene Seidenraupenzucht. Es ist erstaunlich wie schnell die Raupen hier an Größe zulegen und wie lang ein Faden von einem einzigen Kokon ist. Danach beginnt natürlich der Versuch mit uns ein Geschäft zu machen. Die uns zugewiesene Dame weicht uns nicht mehr von der Seite. Da jedoch Heike sowieso ein Kleid möchte, ist es dieses Mal nicht so ein Problem. Heike bestellt sich zwei Kleider, die sie aus Unmengen von Katalogbildern ausgesucht hat. Heike wird von der Seite und vorn fotografiert und dann anschließend genauestens vermessen, also nicht bloß 60‐90‐60. Die Schneiderei hat uns Ba empfohlen, denn viele private Schneidereien sollen Stoffe aus China verarbeiten, die giftige Bestandteile beinhalten. Diese Schneiderei bietet jedoch nur einheimische Stoffe an. Außerdem merken wir später, dass Ba für all seine Touristen, die etwas in dieser Schneiderei kaufen, am Gewinn beteiligt ist. Heike braucht ungefähr zwei Stunden, um sich für den Stoff und die Farbe zu entscheiden. Ich rate ihr bei dem einem Kleid zu einer weinroten Farbe. Die Kleider können wir morgen Mittag abholen, wir sind gespannt wie sie aussehen werden. Mir will die Verkäuferinnen natürlich auch noch etwas aufschwatzen, aber ich bleibe hart, so wie mancher Anzugsstoff hier.

Nach diesem Einkaufsmarathon fahren wir in die Altstadt von Hoi An. Dort besichtigen wir eine japanische Brücke, ein chinesisches Wohnhaus, Tempel und ein quirligen Markt. Die Stadt hat vor allem neben den Schneidereien, Lokale, Krawatten‐, Schmuck‐, Lampion‐ und Souvenirgeschäfte zu bieten. In der Stadt hängen an vielen Läden, an Bäumen und an Brücken Lampions, die abends beleuchtet sind. Wir bleiben gleich in der Stadt und gehen in einem von Ba empfohlenes Lokal. Es schmeckt wie immer – super. Am Nachbartisch sitzt ein älteres Ehepaar, welches deutsch spricht. Nachdem ich sie anspreche, stellt sich heraus, dass sie aus Irxleben kommen. Naja, da fährt man 10.000 km von zu Hause weg und trifft sozusagen Nachbarn.

Abends schlendern wir noch gemütlich durch die Stadt bis es dunkel wird. Obwohl uns das ständige „Madame ‐ bitte kaufen“ auf die Nerven geht, habe ich heute sogar selbst einem fahrenden Händler hinterhergerufen, dass wir etwas zu Essen haben wollen. Wir wollten nämlich wieder einmal diese leckeren gefüllten Hefeklöße essen. Abends fängt es an zu regnen und wir fahren mit einem Taxi ins Hotel. Für den nächsten Tag wollte Herr Ba „oben“ anrufen und die Sonne vorbestellen. Mal sehen, ob es etwas daraus wird.

29Japanische Brücke Hoi An

Sonntag, der 16.Oktober 2011, Vietnam, Besichtigung von My Son

Es regnet in Strömen. Im Hotel müssen wir in unser Fenster ein Handtuch legen, da es bereits durchregnet. Nach dem Frühstück geht es mit dem Auto zur Tempelstätte My Son. My Son liegt etwa 50 Kilometer von Hội An entfernt. Es beginnt die Regenzeit in Zentralvietnam mit Dauerregen. Die Flüsse steigen extrem schnell an und einige Straßenabschnitte stehen bereits unter Wasser.

My Son „Ab dem 2. oder 3. Jahrhundert entstand an der Küste Vietnams die Cham‐Kultur. Kulturell war diese stark von der indischen Kultur beeinflusst, was sich insbesondere in der Übernahme hinduistischer Glaubensvorstellungen (Verehrung des Hindu‐Gottes Shiva) und in der Kunst ausdrückte. Aus Champa, dem Reich der Cham, sind in My Son mehr als 70 Tempel, die in der Regel aus einem zentralen turmartigen Bauwerk und kleineren umliegenden Gebäuden bestehen, erhalten geblieben.

Im Jahr 2002 begannen Ausgrabungen, die Teil eines Projektes sind, das mit 70.000 Dollar von der UNESCO gefördert wird. Der berühmteste Turm war 24 Meter hoch und mit Bildhauereien von Löwen und Elefanten verziert. Er wurde 1969, als das Gebiet während des Vietnamkrieges von US amerikanischen Flugzeugen bombardiert wurde, zerstört. Während dieser Bombardements wurden insgesamt 50 der rund 70 zuvor von den Archäologen der École française d’Extrême‐Orient in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichneten Tempel schwer beschädigt oder zerstört. Wiederaufbauarbeiten ‐ unterstützt durch internationale Experten ‐ gestalten sich außerordentlich schwierig, da die fugenlose Bauweise der Cham bisher nicht reproduzierbar ist und der Einsatz von Mörtel zu unschönem Moosbewuchs führt. My Son wurde in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, weil die Tempelstadt von My Son den Kulturaustausch und den Einfluss der hinduistischen Architektur auf Südostasien symbolisiert. Darüber hinaus war Champa ein wichtiger Bestandteil der politischen und kulturellen Geschichte Südostasiens, was von den Ruinen My Sons illustriert wird.“ (Quelle Wikipedia)

Nach Abschluss unserer Besichtigungstour fahren wir in die Schneiderei und holen die beiden Kleider ab. Sie sitzen wie angegossen und sind auch sehr gut verarbeitet. Übrigens sagt Ba zu mir, dass sich der Oberreiseleiter doch zu Erinnerung an diese Stadt auch einen Anzug kaufen sollte. Dann würde ich mit dem Anzug seine Stadt für immer im Herzen tragen. Ich lehne aber dankend ab.

Nach dem Abholen der Kleider lassen wir uns ins Hotel bringen. Derzeitig regnet es noch immer kräftig. Im Hotel gönnen wir uns eine Fußmassage (1 Stunde für 12 Dollar). Die Massage ist äußerst entspannend.

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir fahren mit einem Taxi in die Altstadt. Dort schlendern wir wieder durch die Geschäfte und über den Markt. Auf dem Markt bleiben wir allerdings nur kurz. Ich werde nämlich gleich wieder von der ersten Verkäuferin angesprochen: Will you buy something? – Ich „No“, sie lässt aber nicht locker, läuft mir hinterher und fragt als nächstes “Foot Massage?” und “Come to me in my Shop”. Ich antworte wieder mit „No“. Als nächstes hätte sie vielleicht noch gefragt, ob ich ein Grundstück kaufen will. Wir sehen übrigens in der Stadt eine Gruppe von Mädchen und Jungen, die eine weiße Bluse bzw. ein weißes Hemd und ein rotes Halstuch tragen. Ihre Aufgabe ist es, die Straße zu fegen. Es sind sogenannte Pioniere. Hier und auch in Laos tragen aber nur die Klassenbesten ein Halstuch und zwar in der Farbe Rot. Ein blaues Halstuch gibt es nicht. In Laos gibt es aber auch Schüler, die blaue Hemden (FDJ) tragen.

Danach gehen wir wieder in das gleiche Lokal des Vortages und essen zu Abend. Wir genießen dieses Mal ein Menü. Hier wird fast alles aus Reis hergestellt, wie Reisessig, ‐papier, ‐taschen usw. und das Ganze dann mit den vietnamesischen Kräutern und Gemüse zum Essen gereicht. Es schmeckt alles einfach toll. Besonders haben es uns der Koriander und das Zitronengras angetan. In Laos war es dagegen die Wasserkresse. Auch gibt es hier weiße Papaya, die in Streifen zu Salat gemacht und mit Chili geschärft wird. Das Essen ist einfach fantastisch. Alles frisch und teilweise ganz anders im Geschmack. Danach gehen wir wieder durch die Stadt. An einem Stand gibt es eine Art Eierkuchen mit Bananenfüllung ‐ auch sehr lecker.

Die Abendstimmung in der Altstadt ist sehr schön, viele fröhliche Menschen, leuchtende Lampions, im Fluss spiegelt sich das Licht und warm ist es auch. Nachts fängt es wieder an zu Regnen.

30My Son Tempel 31Lampions Hoi An

Montag, der 17.Oktober 2011, Vietnam, Flug von Da Nang nach Saigon

Es regnet in Strömen. Wir fahren mit dem Auto zum Flughafen nach Da Nang. Dies ist eine sehr moderne Stadt mit vielen neuen Gebäuden. Wir checken ein und warten auf unseren Flieger. Um 10.50 starten wir und nach ca. 1 Stunde Flug kommen wir im sonnigen Saigon an.

Ho‐Chi‐Minh‐Stadt, vietnamesisch Thành phố Hồ Chí Minh, ist die größte Stadt Vietnams. Im gesamten Verwaltungsgebiet der Stadt leben 7,1 Millionen Einwohner (Volkszählung 2009).[1] Es stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern ist – mit seiner außerhalb der Kernstadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Die Stadt liegt etwas nördlich des Mekong‐Deltas am Westufer des Saigon‐Flusses. Unter ihrem alten Namen Sài Gòn (Saigon) war sie bis zum April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam. Sie ist Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Theater, Kinos, Museen und Baudenkmälern. (Quelle Wikipedia)

Am Flughafen werden wir von dem letzten Guide unseres Urlaubes Herrn Minh und seinem Fahrer Hai (Vietnamesisches Wort für zwei) abgeholt. Das Auto ist sehr groß, es ist ein Mercedes Sprinter mit 3 Sitzreihen.

Wir werden in unser Hotel gebracht. Wir haben ein Zimmer im 6.Stock, aber dieses Mal nur mit einem Fenster zum Flur. Na so etwas hatten wir auch noch nicht. Aber egal, es ist ja nur für zwei Tage. Vor der Stadtbesichtigung gehen wir noch kurz in einen Nudelshop um uns zu stärken. Saigon ist im Gegensatz zu Hanoi viel moderner und sauberer. Auch wird im Verkehr nicht ganz so viel gehupt.

Wir besichtigen einen Nachbau des Notre Dame, welchen die Franzosen errichtet haben, das Hauptpostamt, den Präsidentenpalast (ist kein Highlight) und das Kriegsmuseum. Was wir dort zu sehen bekommen, lässt uns nicht so schnell los. Auch heute noch, gibt es Auswirkungen des Entlaubungsmittels Agent Orange. So gibt es immer noch Neugeborene, die mit extremen Verstümmelungen, Wasserköpfen, Hautekzemen und anderen schlimmen Krankheiten zur Welt kommen.

Minh arrangiert uns eine Nachtfahrt auf einem Ausflugsschiff. Die Fahrt dauert ca. eineinhalb Stunden. Während der Fahrt wird ein mehrgängiges Menü serviert und es wird traditionelle vietnamesische Musik dargeboten. Alles angeblich für 18 Dollar pro Person. Um 19.00 Uhr werden wir mit dem Taxi zum Schiff gebracht. Auf dem Schiff werden wir von Offizieren und der weibliche Bedienung empfangen. Sie tragen alle eine weiße Uniform.

Wir fahren auf dem Fluss durch die Stadt, werden kulinarisch verwöhnt und sehen die Metropole bei Abendlicht vom Schiff aus. Von der Silhouette könnte man denken man ist in Frankfurt am Main oder in New York. Es ist richtig schön. Allerdings stellt sich heraus, dass der Preis pro Person so ca. 30 Euro beträgt. Das ist zwar auch ok, aber Minh hat uns da eindeutig Blödsinn erzählt. Wir haben ohnehin keinen guten Eindruck von ihm. Er gibt sich wenig Mühe, möchte immer mal wieder ein Bier ausgegeben bekommen oder verdünnisiert sich gern.

32Notre Dame Kathedrale Saigon 33Saigon Dinner Cruise

Dienstag, der 18.Oktober 2011, Vietnam, Fahrt zum Mekong Delta

Früh um 8.00 Uhr starten wir mit dem Auto in Richtung Mekong‐Delta. Zwischendurch halten wir noch an einer Raststätte, die in der Art eines Fischerdorfes angelegt ist und anschließend besichtigen wir noch einen Tempel. Auf dem Gelände des Tempels stehen drei sehr große weiße Buddhafiguren. Einer davon lacht und ist dick, das ist ein typischer Vertreter der chinesischen Buddhas.

Dann erreichen wir das Mekong‐Delta. Wir starten mit einem Motorboot. Dazu bekommen wir eine junge englischsprechende Reiseleiterin gestellt. Als wir ablegen ist es ähnlich wie im chaotischen Autoverkehr. Die Boote stehen wild durcheinander. Ein anderer Bootsführer kommt zur Hilfe und drückt die im Wege stehenden Boote zur Seite. Er springt dabei auf unser Boot und als er bemerkt, dass er so nicht mehr zu seinem Boot zurückkommt, lacht er laut. Kurz entschlossen springt er auf ein anderes Boot, damit ihn dieses zu seinem Boot zurück bringt.

Wir überqueren den breiten Mekong und gelangen auf eine der bewohnten Inseln. Diese haben trotz der geringen Bewohnerzahl eine eigene Schule. Dort zeigt uns die Reiseleiterin, wie aus der Kokosnuss, Kaubonbons gefertigt werden, die wir dann auch kaufen. Anschließend bekommen wir vorgeführt, wie man das Reispapier herstellt. Der Reisteig wird auf einem heißen Deckel, der mit einem Leinentuch überspannt ist, aufgetragen, kurz gedämpft und dann mit einem großen flachen Messer abgezogen und zum Trocknen auf Gestelle in die Sonne gehangen.

Danach geht es weiter mit einem kleinen Pferdegespann. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir ein Haus, in dem uns eine ganze Reihe an Köstlichkeiten aufgetischt wird. Wir bekommen grünen Tee mit besonderem Honig, Drachenfrüchte, kandierten Ingwer, Erdnüsse, Ananas, verschiedene Litschis usw. Es schmeckt alles sehr gut und frisch. Zum Essen gesellt sich eine kleine Gruppe Musiker, die uns traditionelle Lieder vorspielen. Alle erwarten natürlich Trinkgeld. Nun ist es nicht so, dass ich nicht gerne Trinkgeld gebe, doch die Anzahl der Personen, die ein Trinkgeld erwarten, wird immer größer und ich habe nicht die entsprechenden Scheine zur Verfügung. Das nervt und ich gebe unserem Guide meinen Unmut kund, dass ich nur noch damit beschäftigt bin, Scheine zu wechseln. Er nimmt dies aber nicht allzu ernst. Natürlich kommen noch weitere Personen, die sich ein Trinkgeld verdienen möchten. Wir können ja auch verstehen, dass hier jeder etwas von dem Kuchen abhaben will.

Nachdem wir uns ein paar Lieder angehört haben, geht es auf einem Boot durch einen typischen mit Kokospalmen begrünten Nebenarm des Mekong. Das Boot wird durch eine ältere Frau durch den Flussarm gestakt. Auch da sehen wir mal wieder einen Eisvogel. Wir erreichen mit dem Boot eine größere Gaststätte. Hier ist bereits ein Tisch zum Mittagessen für uns reserviert. Die Bedienung, ein junge Vietnamesin, fertigt an unserem Tisch frische Frühlingsrollen an. Dazu weicht sie kurz Reispapier im Wasser ein, und garniert diese mit dem Fleisch des Elefantenfisches, Sojasprossen und Kräutern. Dann wickelt sie das Reispapier zu einer Rolle und wir können diese essen. Die Rollen taucht man je nach Geschmack in Fischsauce oder andere Sauce ein. Zum Abschluss bekommen wir noch frisches Obst und Reiscracker.

Nach dem Essen geht es zurück mit dem Motorboot zum Ausgangspunkt unserer Bootsfahrt. Inzwischen haben wir innerhalb von zwei Stunden folgenden Personen Trinkgeld gegeben: dem Fahrer des Motorbootes und des Pferdegespanns, den Musikern, der Fahrerin des Staken Bootes, der Bedienung im Restaurant und der Reiseleiterin. Man sollte das halt vorher nur wissen. Wir fahren mit dem Auto zurück nach Saigon und dort besuchen wir noch einen Markt in Chinatown. Dieser Markt ist jedoch nur für Gewerbetreibende, das heißt man muss große Mengen kaufen. Da wir hier nichts kaufen können, fahren wir noch in eine vietnamesische Markthalle und kaufen dort allerlei Sachen, die wir mit nach Hause nehmen wollen. An einem Stand kaufen wir in schmale Streifen geschnittenes getrocknetes Fleisch vom Schwein und Tintenfisch sowie getrocknete Shrimps. Diese Sachen kann man so essen oder in die Suppe tun. Der Fisch schmeckt ganz anders als erwartet. Dann kaufen wir noch Kurkuma, Curry, Pfeffer und Tamarinde.

Wir gehen zurück ins Hotel und verabschieden uns von unserem Guide, denn morgen wird uns nur der Fahrer Hai in unser letztes Feriendomizil bringen. Abends schlendern wir noch durch einige Straßen, wobei uns jedoch die Abgase des Verkehrs zu schaffen machen. Daher entschließen wir uns zurück zu gehen. Wir besuchen noch ein Restaurant in der Nähe des Hotels und essen zu Abend. Auf dem Rückweg holen wir uns mal eine kleine Stinkfrucht zum Probieren. Als wir diese im Hotel aufschneiden, entweicht aus dieser eine Art Fäkaliengeruch. Dennoch essen wir diese Frucht komplett auf. Das Fruchtfleisch ist süß und schmeckt nicht schlecht. Doch alles was an den Händen antrocknet, bekommt man fast nicht mehr los. Das Zeug ist wie zäher Kleber. Kurz nach diesem „kulinarischen Genuss“ wird uns beiden irgendwie übel. Wir müssen zwar nicht brechen, können auch schlafen, doch der Darm möchte diese Frucht so schnell wie möglich wieder loswerden ‐ Durchfallera. Heike hat aber wieder einmal mehr Probleme als ich.

34Mekong Delta 35Markt in Saigon

Mittwoch, der 19.Oktober 2011, Vietnam, Fahrt von Saigon nach Mũi Né

Früh um 8.30 Uhr starten wir mit unserem Fahrer Hai von Saigon auf eine 200km lange Autofahrt. Zunächst fahren wir mindestens 1,5 Stunden durch die nicht endende Stadt Saigon und dann wird die Landschaft endlich wieder grüner. Wir kommen an Reisfeldern und vor allem an Drachenfrucht‐Plantagen vorbei. Nach 5 Stunden erreichen wir Mũi Né . Ein kleiner Fischerort, der aber auf Grund der kilometerlangen weißen Sandstrände zu einer Tourismushochburg geworden ist. Hier stehen Hotels ohne Ende. Aber diese sind max. 3 geschossig, so dass das Erscheinungsbild nicht ganz so erschreckend ist, wie anderswo. Wir sehen fast an jedem Lokal Schilder in russischer Sprache und hoffen geleichzeitig, dass in unserem Hotel keine Russen sind.

Mũi Né ist ein Fischerdorf in Vietnam. Zunehmenden Bekanntheitsgrad erlangt der Name in jüngster Zeit durch den Bade‐ und Kite‐Surf‐Tourismus. “Mũi” bedeutet “Nase” oder “Halbinsel”, “Né” bedeutet “Schutz suchen, sich verstecken”. Der Name rührt von den Fischern her, die in Mũi Né Schutz vor stürmischer See fanden und ihre Boote auch heute noch, je nach Witterungslage auf der einen oder anderen Seite der Landzunge, auf der das Fischerdorf Mũi Né liegt, festmachen. (Quelle Wikipedia)

Als wir ankommen werden wir von hübschen Vietnamesinnen in der Rezeption begrüßt und bekommen ein kaltes Erfrischungstuch und ein Fruchtsaftgetränk. Die Anlage ist nicht allzu groß und es gibt hier lediglich eingeschossige Bungalows aus Teakholz mit einem Schilfdach. Diese Bungalows stehen auf ca. 1m hohen Pfählen, haben am Eingang eine Terrasse, sind klimatisiert und sehr schön eingerichtet. Alle Bungalows haben einen Meerblick. Die Anlage ist total grün. Es gibt viele große Kokosbäume, an denen teilweise Hängematten befestigt sind. Die Anlage ist sehr sauber und gepflegt. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl, packen unsere Sachen aus – also Heike macht das – und gehen gleich zum Strand. Hier weht immer ein ordentlicher Wind, so dass dieser Strand auch ein Paradies für Kitesurver ist.

In den nächsten 3 Tagen können wir hier uns sehr gut von dem straffen Programm der letzten 3 Wochen ausruhen. Abends gehen wir wie immer in ein einheimisches Lokal und essen dieses Mal Fisch. Natürlich ist das Essen super lecker.

36Coco Beach Resort Mui Ne

Donnerstag, der 20.Oktober 2011, Vietnam, Mũi Né

Am Morgen gehen wir gegen 9.00 Uhr frühstücken. Wir sitzen direkt in einem Restaurant am Strand und können so aufs Meer schauen. Das Frühstück ist sehr gut und das Wetter auch. Im Restaurant begrüßt uns eine junge blonde Frau auf Deutsch. Es stellt sich heraus, dass sie aus einem kleinen Ort bei Dresden stammt. Sie ist erst seit kurzer Zeit hier und als so eine Art Restaurantmanager angestellt. Sie war vorher ein Jahr auf den Malediven und ist jetzt mit ihrem Freund zusammen nach Vietnam gekommen. Er ist Koch, stammt aus einem kleinen Ort bei Kölleda und arbeitet als Küchenchef. Nach dem Frühstücken gehen wir an den Strand.

Danach leihen wir uns im Ort zwei Fahrräder (ohne Gangschaltung, 1 Dollar pro Rad für einen halben Tag) und radeln durch den Ort. Nach einigen Kilometern und bei drückender Schwüle spielt mein Kreislauf verrückt, mir wird ein wenig schwindlig. Also steuern wir eine Kneipe an und trinken vor allem erst einmal etwas. Dann geht es wieder und wir radeln zum Hotel zurück.

Dort ruhen wir uns am Strand mit Baden, Muscheln sammeln und Lesen aus. Den Abend verbringen wir dieses Mal auf unserer Terrasse mit Rot‐ und Weißwein und leckeren Früchten, die wir in einem kleinen Laden gekauft haben. Übrigens haben wir für 2 Drachenfrüchte, 2 Mangos und 8 Bananen nur 70.000 Dong (2,50 Euro) bezahlt.

Freitag, der 21.Oktober 2011, Vietnam, Mũi Né

Wir genießen wieder unser Frühstück, gehen danach zu einer Massage am Strand (für 12 Dollar pro Person und Stunde) und starten gegen 13.30 Uhr eine von uns gebuchte Fahrt zu den Sanddünen. Wir werden von einem deutsch sprechenden Reiseleiter am Hotel abgeholt. Er war natürlich auch in der DDR und hat in Gera gearbeitet. Am Ende seiner Sätze hängte er daher auch fast immer das Wort „Gell“ an. Er liebt übrigens die Thüringer Bratwurst – lecker sagt er. Über seine Zeit in der DDR berichtet er uns: „Ich war auch mal an der Ostsee und da waren FKK. Ich haben mich nicht getraut. Aber als ich dann getrunken eine Flasche Goldbrand, dann alles egal – war super.“

Wir fahren zunächst zu einem Fluss, der Märchenfluss genannt wird. Der heißt so, weil dieser von farbigen, bizarren Sandsteinfelsen umgeben ist, was an eine Märchenwelt erinnert. Es ist wirklich schön hier. In dieser Gegend leben die Menschen vor allem vom Fischfang und von der Herstellung der Fischsaucen. Zur Herstellung dieser Sauce werden vorwiegend Sardinen verwendet, die in Fässern lediglich mit Meersalz eingelegt werden und so lange darin bleiben, bis sie sich vollständig aufgelöst haben und nur noch die Sauce übrig ist. Ein Fass dürfen wir mal öffnen. Ich hätte mir den Geruch jedoch schlimmer vorgestellt. Danach geht es zu den weißen Sanddünen, in denen idyllische Seen mit blauem Wasser liegen. Dort leihe ich mir ein kleines Quad aus und düse für 20 Minuten über die Dünen, macht Laune. Heike verzichtet aber darauf mitzufahren. Zum Abschluss fahren wir noch zu den roten Sanddünen, um den Sonnenuntergang zu erleben.

Da wir uns vorher mit Sonnencreme eingeschmiert hatten, um uns vor der Sonne zu schützen, haben wir jetzt ein ganz anderes Problem. Der Wind weht ständig den feinen Sand über die Dünen und wir sehen an den Beinen und Armen aus wie Streuselkuchen. Der Sonnenuntergang ist nicht perfekt, aber dennoch schön.

Abends gehen wir in einem Straßenlokal im Ort zu Abend essen. Sie bieten „Seafood“ für 119.000 Dong an, da sind ca. 4 Euro. Dafür kann man essen so viel man will. Wir holen uns an der Auslage Muscheln, Fischstücke, Kräuter, und Glasnudeln und lassen alles im Wok braten. Auf dem Tisch steht ein Topf auf einem kleinen Brenner. In dem Topf ist eine Brühe, in die der Kellner eine große Menge an Fisch und Kräuter hinein tut. Als alles richtig heiß ist, kommen noch die Nudeln rein und los geht es mit dem Essen. Es ist alles wieder richtig lecker und auf Grund der Hitze kommt mir das Wasser sogar aus den Unterarmen gelaufen. Essen bis der Arzt kommt. Übrigens tauchen in dem Lokal mehrere russische Touristen auf, die einen lassen sich schon mal den Wodka und die Gläser hinstellen und als alles da steht, verschwinden sie einfach. Das nächste Pärchen lässt sich ebenfalls eine ganze Flasche Wodka bringen, sie können sich bloß nicht gleich entscheiden, welcher Sorte es sein soll. Wodka trinken ‐ das ist russische Kultur ‐ Monokultur. Ohne Saufen geht es bei denen einfach nicht.

37Mui Ne Dünen

Samstag, der 22.Oktober 2011, Vietnam, Mũi Né

Baden, Lesen, Strandbarbesuch, Muscheln sammeln und bei letzterem fetten Sonnenbrand geholt. Ich setze mich unter einem Baum am Strand und beobachte die Surfer, auf einmal setzt sich ein junger Vietnamese zu mir. Er fragt mich, wo ich her komme und wie es mir hier gefällt. Er ist 21 Jahre alt, studiert in Saigon, ist im dritten Studienjahr und hat noch ein Jahr vor sich. Er ist nur am Wochenende hier, um sich von dem Stress zu erholen, dafür ist er die 200km hin und zurück gefahren (Dauer pro Strecke 5‐6 Stunden). Sein Freund fotografiert uns noch zum Abschied, dabei rückt er extra nah an mich heran, damit wir beide auf dem Bild sind. Heike lässt sich noch einmal mit einer Massage am Strand verwöhnen. Da ich Sonnenbrand habe, kann ich mir die Massage knicken.

Abends gehen wir mal zur Abwechslung indisch essen. Auch dieses Essen ist richtig gut und scharf. Wir lassen es uns gut gehen. So, heute haben ich meinen Selbstversuch „Einfluss von Malariatabletten und vietnamesischem Bier auf deutschen Touristen „ erfolgreich abgeschlossen. Keine Nebenwirkungen, außer dass ich nicht mehr jeden Tag 1,5 Liter Bier trinken kann, denn die Maliriatabletten sind bald alle.

38Kleienr Schwatz am Strand

Sonntag, der 23.Oktober 2011, Vietnam, Rückfahrt von Mũi Né nach Saigon

Heute gegen 9.00 Uhr gefrühstückt und danach nochmal Baden im Meer. Beim Frühstück erfahren wir von den beiden deutschen Mitarbeitern, dass unser Trinkgeld ein Riesen Problem ausgelöst hat. Unbeschreiblich. Ich hatte der deutschen Restaurantmanagerin 20 Dollar für die Angestellten als Trinkgeld gegeben. Dies sollte als Trinkgeld für alle dienen, also für die Küche und die Bedienung. Was aber war das Resultat. Einige von den vietnamesischen Bediensteten meinten, dass Geld wäre nur für sie, die anderen, vor allem die in der Küche, dürften davon nichts bekommen. Das Theater ging so weit, dass manche nicht mehr zur Arbeit kommen wollten. Irgendjemand hat auch aus Wut die Sammelbox für das Trinkgeld von der Theke aus dem Fenster geschmissen. Die Vietnamesen sind so neidisch, sie wollen einfach nichts abgeben. Das hatten wir natürlich nicht gewollt, aber es ist nicht zu ändern.

Wir gehen noch ein paarmal in Meer baden und dann checken wir gegen 13.00 Uhr aus dem Hotel aus. Unser Fahrer Hai holt uns ab. Er hat seine ganze Familie dabei, seine Frau und seine drei Töchter. Das stört uns aber nicht. Sie fahren bis zum Saigoner Flughafen mit uns. Dort kommen wir um 18.00 Uhr an. Und als ob das Wetter weiß, dass unser Urlaub zu Ende ist, öffnet sich kurz vor Erreichen des Flughafens der Himmel und es schüttet was das Zeug hält.

Im Flughafen haben wir jetzt noch über 5 Stunden Zeit. Wir gehen noch einmal eine Nudelsuppe essen und trinken vietnamesischen Eiskaffee (cafe sua), geben unser Gepäck ab und checken ein. Unser Handgepäck wird hier sogar zweimal komplett durchleuchtet. Nun können wir nur noch warten. In dieser Not sehen wir sogar Fernsehen und zwar „Vietnam Next Topmodel“ und eine Art Talent‐Show, in denen Pärchen auftreten, die zusammen ein Lied singen. Als ich irgendeine Bemerkung auf Deutsch mache, antwortet uns ein junger Vietnamese, der neben Heike sitzt in perfektem Deutscht. Er ist sehr freundlich und erklärt uns, dass diese Pärchen aus Prominenten bestehen. Er wünscht uns im Flugzeug eine gute Reise und auch eine gute Nacht.

13.15 Uhr startet der Flieger. Dieses Mal sitzen wir auf den von uns gebuchten Plätzen. Wir haben jetzt 12.5 Stunden Flugzeit vor uns. Doch auch diese Zeit vergeht schneller als ich gedacht habe.

Montag, der 24.Oktober 2011, Deutschland, Frankfurt am Main ‐ Halberstadt

Wir landen gegen 6.30 Uhr in Frankfurt. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt haben, fahren wir mit einem Shuttlebus zum Fernbahnhof. Dort trinken wir zwei Cafe Latte und essen je einen Bagel mit Wurst, für lächerliche 15,70 Euro. Willkommen in Deutschland ! Auf der Rückfahrt müssen wir in Kassel, Goslar und Vienenburg umsteigen und jedes Mal unsere beiden jeweils über 20 kg schweren Koffer die Treppe rauf und runter tragen. Aber wir schaffen alle unsere Anschlüssen und sind um 13.30 Uhr zu Hause.

Der Urlaub war einfach super. Viele Erlebnisse, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden. Alles hat reibungslos geklappt, danke also auch an das Reisebüro TAKE OFF aus Hamburg. Das Fernweh hat uns jetzt gepackt. Nächste Reiseziele sind schon ins Auge gefasst: Sri Lanka und Nepal. Mit dem Guide Thinh aus Hanoi stehen wir übrigens seitdem in Kontakt.

39Vietnamesisches Zeichen für ein langes Leben

Vietnamesisches Zeichen für ein langes Leben

Auf Wiedersehen ‐ tạm biệt (vietnamesisch); Laa koon ( laotisch)

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