Jeben Ahkdar 2

Abenteuer Oman

Abenteuer Oman

Als wir uns dazu entschlossen in den Oman zu reisen, wurden wir doch das eine oder andere Mal etwas schief angeschaut. Was wollt ihr denn im Oman? Was kann man denn da machen? Ist das nicht sehr unsicher? Wir sind, zwei Mädels, und wollen den Oman auf eigene Faust erkunden. Nach gemeinsamen Reisen in Australien und Afrika wollten wir gerne einen weiteren Zipfel dieser Erde kennenlernen. Gerne auch mal etwas „Unbekannteres“. Ein bisschen lesen hier, ein bisschen recherchieren dort und schon bald fiel unsere Wahl auf den Oman. Und schon einmal vorweg. Wir haben es nicht bereut. Die gesamte Reise ist ohne Probleme verlaufen, wir wurden immer herzlich empfangen und respektvoll behandelt. Wir haben uns sehr wohlgefühlt, haben auch das Reisen als angenehmen empfunden und als wir im Flieger nach Hamburg saßen, wurde Wehmut breit.

Aber schaut selbst:

Die Halbinsel Musandam

Die erste Station auf unserer 3-wöchigen Omanreise war die Halbinsel Musandam. Auch wenn man es kaum glauben mag, aber der kleine Zipfel nördlich von den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört bereits zum Sultanat Oman. Von manchen wird es auch als Norwegen der arabischen Halbinsel bezeichnet. Schroffe, zerklüftete Felsformationen ragen hier direkt ins Meer hinein.  Auf einer Dhow Tour, mit traditionellen Booten der       Omani, kann man diese am besten bestaunen. Die „normalen“ Dhows wurden traditionell aus Holz und ohne Verwendung von Nägeln gefertigt. Liebevoll mit Kissen und Decken dekoriert, werden Sie einladend hergerichtet. DSC_2202Wir hatten Glück, die Dhow unserer Tour war sogar noch ein bisschen größer und auch noch einen Ticken schöner. Gut zu wissen: wenn man möchte, kann man auf dieser Dhow auch übernachten. Auf unserem Weg durch die Fjordlandschaft konnten wir immer mal wieder winzig kleine Orte inmitten der Felsen entdecken. Oft haben diese keinen Landzugang und können nur mit dem Boot erreicht werden. Die Regierung unterstützt die dort lebenden Omani.

So  So gibt es beispielsweise Schul-, Wasser- und Nahrungsboote. Unweit von Telegraph Island begleiteten Delfine unsere Tour und ließen sich vom Boot aus beobachten. Gegen Mittag gab es einen landestypischen Lunch, mit Salat, Curry, Brot und Früchten.

Einige Buchten später war es dann Zeit für einen Badestopp,DSCF5153inklusive der Möglichkeit mit Schnorchel und Maske die Unterwasserwelt zu entdecken. Eine herrliche Abkühlung. Wieder zurück an Land wartete auch schon gleich ein weiteres Highlight auf uns. Mit dem Jeep ging es hoch hinauf. Oben erreichten wir einen Aussichtspunkt mit einem herrlichen Ausblick auf den Khor Najd. Mit einer der schnellsten Fähren der WeltDSCF5175 verließen wir die Musandam Halbinsel in Richtung Muscat.

 

 

Die Hauptstadt Muscat

DSC_2268Die Hauptstadt Muscat erstreckt sich über mehr als 40 Kilometer zwischen den Bergen und der Küste des Sultanats. Die Corniche der Hauptstadt lädt zum Flanieren, der Souk zum Bummeln ein und die Parks rechts und links der Straße bieten etwas Schatten und eine schöne Aussicht auf die Stadt, den Hafen oder einfach nur auf das Meer. In der Old Town sind alle Regierungsgebäude, der Palast des Sultans und einige Festungen, die sogenannten Forts, zu bestaunen. Allerdings leider nur von außen. Unweit vom Flughafen befindet sich die “Sultan Qaboos Grand Mosque”. Sie ist die größte Moschee des Landes und ist vormittags auch für nicht Muslime geöffnet. Entsprechend verhüllt und noch etwas unsicher betraten wir völliges Neuland. Blitzblanker Marmor, feine Schnitzereien, funkelnde Kronleuchter, und Teppiche von unglaublicher Größe erwarteten uns. In der Nähe des Hafens bietet das „Oil and Gas Exhibition Centre“ eine interessante Ausstellung zu Thema Öl und dem damit verbunden Aufschwung des Landes. Es gibt viel zum Anschauen, Entdecken und Ausprobieren. Uns hat es gut gefallen. Neben all den Sehenswürdigkeiten, die es zu besichtigen gibt, ließen wir auch ein paar Stunden am Strand die Seele baumeln. Das Meer bietet eine schöne Abkühlung und wir hatten Glück und konnten einige Schildkörten im Wasser             beobachten.

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Rustaq Loop und die Wahiba Sands

Unweit der HauptstaDSC_2288dt reihen sich einige mächtige Forts aneinander. Während einer entspannten 2tägigen Tour haben wir uns diese angeschaut. Von Muscat aus geht die Fahrt Richtung Seeb und bei Barka folgt man der Abzweigung ins Hinterland. Die erste Fort, die wir besichtigten, war die Festung in Nakhl. Auf einer Anhöhe thront diese über dem kleinen Ort. Aufwändig restauriert und mit kleinen DSC_2292Details bestückt, bietet sich außerdem ein herrlicher Ausblick über die Oase und die anliegenden Bergketten. Etwas weiter im Landesinneren bot sich in Rustaq ein ähnliches Bild. Mächtige Mauern, hohe Wehrtürme, diesmal inmitten von Dattelpalmen.

DSC_2330Weiter führte uns der Weg nach Ibri. Wieder und wieder erheben sich neue Bergketten am Horizont und die Straße schlängelt sich durch die schroffe Berglandschaft. Ziegen grasen am Straßenrand und in der langsam tieferstehender Sonne bieten sich hinter jeder Kurve neue Ausblicke auf die jetzt farbenprächtige Landschaft.

Zurück über den grünen und fruchtbaren Küstenstreifen, wieder vorbei an der Hauptstadt, führte uns der Weg in die Wahiba Sands. DSC_2445Sobald einige Ausläufer des Gebirgsrückens überwunden sind, konnten wir erste Sanddünen am Horizont erblicken und ehe wir uns versahen waren wir mitten drin. Es herrscht eine unglaubliche Stille, rote Sanddünen treffen auf blauen Horizont. Zusammen mit einem Omani haben wir uns von unserem Camp aus auf eine „Dune Safari“ gemacht. Immer tiefer dringt der Jeep in die Landschaft aus 1001 Sandkorn vor, und unser Guide hatte reichlich Spaß dran die Sanddünen rauf und runter zu heizen. Wir natürlich auch, immer voller Spannung, was würde uns wohl als nächstes erwarten. DSCF5361Den Sonnenuntergang schauten wir uns alle gemeinsam von einer der höchsten Dünen der Umgebung an, bevor wir von der letzten Düne zu Fuß runter und zurück zum Camp gingen. Wieder wartete ein landestypisches Abendessen auf uns. Als Nachtisch gab es einen Sternenhimmel an dem wir uns gar nicht genug satt sehen konnten, und so verweilten wir noch lange unter freiem Himmel.

Sur und Umgebung

DSC_2572Nächste Station Sur. Die an einer Lagune gelegene Stadt überraschte mit einem netten Strand, einem hübschen Leuchtturm, einem interessanten Dhow Museum und einem trubeligen Hafen. Schon von weitem sichtbar, haben sich am Kai auf einer Länge von über 2 Kilometern verschiedenste Künstler verewigt. Auch sonst bietet sich an, gerade zur Dämmerungszeit, durch die Gassen zu schlendern und das bunte Treiben bei einem Tee zu beobachten. Von Sur aus ging es für uns aus weiter ins Wadi Shab. Immer wieder fiel der Name dieses Wadis, wenn wir Einheimische nach Reisetipps fragten. Und wir wurden nicht enttäuscht. Das kleine Boot setzte über und wir waren in einer anderen Welt angekommen. Der kleine Wanderweg ist DSC_2648gesäumt von Dattelpalmen. Kristallklares Wasser schlängelt sich über das Gestein. Immer wieder müssen wir die Schuhe ausziehen, um durch den Flusslauf zu gehen und anschließend über Felsbrocken zu klettern. Tiefe Pool laden zum Baden ein, was sicherlich eine willkommene Erfrischung wäre, aber wir gehen weiter. Sind neugierig wie es tiefer im Wadi aussieht. Wir treffen auf die alten Wasserleitungen (Aflaj) der Omani, auf Wasserfälle und entdecken weitere Pools zum Baden. Es ist alles ein bisschen so, wie man sich das Paradies vorstellt. Zurück am Ausgangspunkt fahren wir weiter zur Bimmah Sinkhole. Ein riesiges Loch, DSC_2615das mit Meerwasser gespeist wird. Wie genau es entstand, konnte uns leider keiner sagen. Zurück ging es an der Küstenstraße mit einem kleinen Stopp am White Beach. Dieser ist auch wirklich weiß, ist aber leider kein Sandstrand. Von Sur aus geht die Erkundung am nächsten Tag weiter Richtung Osten. Erster Stopp ist Ras al Jinz. Der Ort ist bekannt für seine Schildkröten. Auch wenn wir uns gegen eine geführt Tour bei Nacht entschieden haben, wollten wir doch tagsüber unser Glück versuchen und schauen, ob wir Schildkröten zu Gesicht bekommen. Wir mussten uns mit den Spuren der Schildkröten zufrieden geben, entschädigt wurden wir aber dafür mit einem wunderschönen Strand. Türkisblaues Wasser, feinster Sandstrand und bizarre Felsformationen. Auch das Visitor Center ist ein BesuDSC_2690cht wert. Wieder wurde sich viel Mühe gegeben, um den Gast über das Leben der Schildkröten zu informieren. Über Ras al Hadd ging es weiter ins Wadi Tiwi. Dieses ist so ganz anderes als das des gestrigen Tages. Das Wadi ist um einiges breiter und es verläuft eine Straße mitten durch. Außerdem ist es auch viel bewohnter und man trifft immer wieder auf Einheimische, die einen freundlich begrüßen.

Nizwa und Umgebung

Zu guter Letzt ging es noch nach Nizwa. Die Stadt liegt am Rande des „Hadjar-Gebirges“. Wieder gibt es ein Fort zu besichtigen. Dieses hält um einiges mehr an Informationen für den Besucher bereit und auch die Innenräume wurden reich mit Leben gefüllt. Direkt neben der Festung befindet sich der Souk. Von Keramik, Datteln und Weihrauch, über Obst und Gemüse, bis hin zu alltäglichen Dingen kann man hier nach Lust und Laune shoppen. Vor allem Mitbringsel lassen sich hier gut einkaufen. An jeden Ecke befinden sich „Tee- oder Saftshops“ und es wurden extra „Tourist Rest Areas“ eingerichtet. Absolutes Highlight ist der Livestock Market. Hier präsentieren die Omani am frühen Morgen ihre Ziegen. Es herrscht ein buntes Treiben aus Stimmengewirr und blökenden Ziegen. Aber auch um die Stadt herum gibt es einiges zu entdecken. Besonders beeindruckend war für uns der Jebel Akhdar. Zuerst erreicht man die Polizeistation. Von dort aus geht es nur noch mit dem Jeep weiter. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, doch an manchen Stellen geht es ziemlich steil nach oben. Mit jeder Serpentine, die der Jeep nach oben fährt, fällt zu unserer Freunde auch die Temperatur um ein paar Grad. Wir haben Ende April und das Thermometer zeigte schon lange keine Temperaturen unterhalb der 38°C an. Angekommen in über 2000 Metern ist es herrlich kühl, es ist eine unfassbare Aussicht vom Bergplateau zu genießen und die Wanderung durch die Rosengärten, vorbei an Obst- und Gemüseplantagen macht richtig Spaß. Es ist fast unfassbar zu sehen, was die Einheimischen hier oben auf dem Berg an Infrastruktur geschaffen haben. Es mangeln an nichts, über Banken, kleinen Einkaufsshops und einer Tankstelle ist wirklich alles zum Leben vorhanden. Ein Wasserloch dient den Jugendlichen als Swimmingpool. Von einem Aussichtspunkt geht es weiter zum nächsten, und immer wieder haben wir eine atemberaubende Aussicht. Zurück in Nizwa besuchten wir noch einen „Dattelpalmengarten“ bevor wir uns zu unserer letzten Station Misfat Al Abriyeen aufmachten. Hier lassen sich vor allem traditionelle Lehmbauten, die terrassenförmig aufgebaut sind, bestaunen und auch die alten Wasserkanäle (Aflaj) sind noch bestens erhalten.

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Nach 3 erlebnisreichen Wochen geht unser Trip in den Oman mit der Rückfahrt zum Flughafen in Muscat zu ende. Ereignisreich und abenteuerlich war es, vielseitig und aufregend ebenfalls, beeindruckt hat uns aber vor allem die Gastfreundlichkeit des Landes.

Lieber Oman, wir hatten eine richtig tolle Zeit und wir kommen gerne wieder.

 

 

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