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Honduras – Nicaragua – Panama City

Oktober 2016.

1. Tag. Flug nach Mittelamerika

Morgens startet meine Reise nach Zentralamerika mit dem Lufthansa-Flug Hamburg – Frankfurt. Dort lerne ich meine erste Mitreisende kennen, wir fliegen zusammen mit LH nach Panama. Ein langer Flug, über 12 Stunden normalerweise, aber mit guter Bordunterhaltung. In Panama City bleiben wir im Transit, lernen Teilnehmer Nr. 3 kennen und fliegen nach 4 Stunden weiter mit Copa Airlines nach El Salvador, wo dann auch der letzte Reiseteilnehmer zu uns stößt. In San Salvador müssen wir nun zwischen übernachten, mit nur 4 Stunden Schlaf recht knapp, aber trotzdem erholsam nach dem langen Flug.

2. Tag Ankunft in Copán Ruinas
Am nächsten Morgen erreichen wir mit einem kurzen Avianca-Flug endlich unser Ziel San Pedro Sula in Honduras. Wie in den meisten mittelamerikanischen Staaten werden bei Einreise per Flugzeug Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Und man sollte wissen, in welchem Hotel man bleibt! Geld (am besten Dollar in Lempira) tauschen wir erst im Hotel.
Unsere kleine nette Reisegruppe wird bereits von unserem Guide und Gastgeber Yovani erwartet. In 3 Stunden geht es über relativ schlecht Straßen zum Tagesziel Copán Ruinas. Unterwegs stoppen wir für die Copán Coffee Tour auf der Finca Santa Isabel. Auf der Tour über die Kaffee-Plantage lernen wir viel über den komplizierten Anbau des Kaffees und machen beim leckeren Mittagessen unsere erste Erfahrung mit Tamales und Frijoles. Und Fleisch gibt es natürlich auch – wie zu fast jeder Mahlzeit auf unserer Reise.

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Nachmittags erreichen wir endlich Copán Ruinas und sind glücklich, dass wir jetzt 2 Nächte im schönen Hotel Marina Copán bleiben dürfen. Beim Abendessen fallen mir allerdings fast die Augen zu. 8 Stunden Zeitverschiebung fordern ihren Tribut, allerdings findet im Hotel eine Hochzeit statt und am Parque Central wird auch heftig gefeiert. Die Stadt ist voll von einheimischen Touristen, es ist ein langes Wochenende in Honduras. Überall wird Schmuck und Essen verkauft und im Partyzelt wird getanzt.

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3. Tag  Copán Ruinas
Auf diesen kulturellen Leckerbissen habe ich mich schon lange gefreut: die Maya-Ruinen von Copán. Unser örtliche Guide Saúl erklärt uns die Welt der Maya, die Besonderheiten der faszinierenden Anlage von Copán, erkundet mit uns Tunnel und Kultplätze und erzählt spannende Geschichten aus seiner Zeit mit den Harvard-Archälogen, die in Copán forschten. Auch das Skulpturenmuseum steht natürlich auf dem Programm. Hier beeindruckt besonders die Kopie des Rosa Lila Tempels.

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Nach unserem Mittagessen im empfehlenswerten Restaurant San Rafael gucken wir uns noch ein paar andere Hotels in Copán an, u.a. das Don Udo´s, das ebenfalls sehr schön ist. Das Städtchen ist nicht groß, aber nett, man kann problemlos durch die Kopfsteinpflastergassen bummeln und Fotos machen. Am Nachmittag erwartet uns eine spannende Erfahrung. Statt wie ursprünglich eplant den Macaw Mountain Vogelpark zu besuchen, fahren wir zum Luna Jaguar Spa Resort, ca 1 Stunde über unbefestigte Straßen von Copán entfernt. Dieses Thermalbad ist direkt in den Berg gebaut, verschiedene kleine Pools werden gespeist von schwefelhaltigem Wasser, es gibt Schlammbad, natürliches Dampfbad, Open Air Sauna – viele Möglichkeiten zum Entspannen in schöner Atmosphäre. Näheres hierzu unter www.lunajaguarspa.com. Der Tag endet mit Besichtigung und Dinner im Hotel Clarion, ebenfalls ein schönes Hotel, das allerdings etwas außerhalb von Copán liegt.

4. Tag  Gracias Lempira
Wieder auf eher schlechten Straßen geht es in 3 Stunden zu unserem nächsten Ziel, der kleinen Stadt Gracias. Zum Glück haben wir eine erfahrenen Fahrer, Oscar, der mit großer Routine die vielen Schlaglöcher umfährt. Nach dem Check In in unserem Hotel Posada de Don Juan geht es erstmal zum Mittagessen ins Hotel Casa del Celaque, ein kleines Öko-Hotel mit nur 6 Zimmern, das in Zusammenarbeit mit einer benachbarten Schule auch die Ausbildung lokaler Schüler im Tourismus unterstützt.

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Zur Verdauung machen wir einen Spaziergang im schönen Nationalpark Montana de Celaque, besichtigen das örtliche Fortaleza San Christóbal und bummeln durch die Gassen der kleinen Kolonialstadt Gracias Lempira. Später bummeln wir nochmal zum Parque Central, hier gibt es freies WLAN und es macht Spaß, sich in der Abenddämmerung das bunte Treiben anzusehen.
Abends fängt es an zu regnen, was unseren Plan für den Abend aber nicht stört: wieder Hot Springs – Aguas Termales Presidente. Bis wir dort unser Abendessen bekommen, hat der Regen aufgehört und wir entspannen anschließend in den warmen Becken des Thermalbades. Nicht ganz so spektakulär wir die Hot Springs bei Copán, aber für einen entspannten Abend ganz nett.

5. Tag Santa Rosa de Copán
Unser letzter Tag in Honduras. In einer Stunde erreichen wir unser Hotel in der quirligen Stadt Santa Rosa de Copán. Auf einem geführten Stadtrundgang sehen wir die Kathedrale, den Markt und andere wichtige Sehenswürdigkeiten. Dann besuchen wir eine der zahlreichen „Cafeterías“ der örtlichen Kaffeeproduzenten, wo diese ihren eigenen Kaffee anbieten. Zum Mittagessen geht es ins Restaurant Lenca Maya, wo wir wieder leckere Spezialitäten der Region probieren dürfen. Die Tortillas werden frisch vor unseren Augen geknetet und gebacken.

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Nach dem Essen besuchen wir einige schöne Hotels wie das Hotel Elvir, und später wird auf den Stufen zum Parque El Cerrito eine Kaffee-Verkostung mit Kinder-Volkstänzen organisiert. Es ist toll zu sehen, mit welcher Begeisterung kleine Jungs und größere Mädchen ihr Heimatland Honduras lauthals besingen und dazu tanzen.
Anschließend noch eine kurze Besichtigung im kleinen, sehr schönen Bed&Breakfast La Posada de Juan, dann stürzt sich ein Teil unserer kleinen Reisegruppe in das Nachtleben der Uni-Stadt Santa Rosa de Copán.

6. Tag Managua
Heute verlassen wir Honduras. Ich war angenehm überrascht, dass man sich eigentlich überall recht sicher fühlte. Das Essen war gut – wenn auch sehr fleischlastig – und die Einheimischen sehr freundlich. Auch wenn man sicher nicht überall in Honduras so relativ unbeschwert reisen kann, Santa Rosa und Gracias Lempira lohnen einen Stopp, wenn man in der Gegend ist, und Copán ist sowieso ein kulturelles Highlight.

Wir fahren 2 Stunden bis San Pedro Sula und fliegen über San Salvador mit Avianca nach Managua. Auch hier werden wieder Fingerabdrücke und Fotos gemacht und es werden 10 US$ Einreisegebühr fällig. Wir werden von unserem deutschsprachigen Guide Gabriel und Fahrer Norlan erwartet. Es geht auf den Loma de Tiscapa, einen Vulkanberg mitten in der Stadt, von dem man einen schönen Blick über Managua hat. Die Stadt ist flach und ausladend. Seit dem großen Erdbeben von 1972, das verheerende Schäden in der Stadt anrichtete, wird in die Breite gebaut und nicht mehr in die Höhe.

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Wir fahren zum Masaya-Vulkan, der seit einiger Zeit auch nach Einbruch der Dunkelheit besucht werden kann. Man kann direkt bis zum Kraterrand fahren. Leider haben wir nur eine Viertelstunde Zeit, den spektakulären Anblick der brodelnden Lava 150m unter uns zu genießen. Es hört sich an wie Meeresrauschen! Dann geht es zurück nach Managua zum Hotel Holiday Inn Convention Center, wo das Abendessen uns erwartet. Ein langer Tag!

7. Tag Matagalpa und Selva Negra Lodge – Kaffeeland
Über die Panamericana geht es Richtung Matagalpa, ins Kaffeegebiet. Wir sind überrascht, wie gut die Straßen in Nicaragua sind im Vergleich zu Honduras. In Matagalpa bummeln wir durch die Stadt und besuchen das Kaffeemuseum. Hier in der Gegend ließen sich im 19. Jhdt. zahlreiche europäische – auch viele deutsche – Einwanderer nieder, die hier mit dem Kaffeeanbau begannen. Aber auch Kakao wird in der Region angebaut. Wir besuchen das Castillo de Cacao, eine kleine Schokoladenmanufaktur, wo uns gezeigt wird, wie hier Schokolade produziert wird – 100% Handarbeit. Und sehr lecker. Hier werden wir unsere ersten Cordobas los. Dass wir schon am Flughafen Geld getauscht haben, hat sich als Fehler erwiesen, der Kurs war wirklich schlecht. Besser ist es, im Hotel zu tauschen oder Geld aus dem Automaten zu ziehen.

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Von Matagalpa geht es weiter ins Hinterland zur Selva Negra Öko-Lodge. Ein sehr schöner Ort, geschaffen von einem Nachfahren deutscher Einwanderer und seiner deutschen Frau. Wir machen eine Tour über die nachhaltig geführte Finca La Hammonia. Es gibt ein kleines Hotel-ähnliches Gebäude und zahlreiche kleine Hütten mit dicht bewachsenen Dächern, ein Restaurant am See und einen Orchideengarten. Neben Kaffee werden Orangen und Bananen für den Eigenbedarf angebaut, Käse produziert, Hühner gezüchtet etc. Zahlreiche Arbeiter leben mit ihren Familien auf dem Farmgelände. Kolibris und ein Aguti haben wir schon auf dem Weg zum Frühstück gesehen. Birdwatching, Reiten, Touren in die Natur – hier kann man gut einige Zeit verbringen.
Zum Abendessen geht es Richtung Jinotega in ein kleines Restaurant „La Perrera“. Es gibt Nudeln mit Gemüse, eine willkommene Abwechslung, und dazu ein nettes Gespräch mit der Eigentümerin.

8. Tag  Estelí – Tabakland
Leider müssen wir schon wieder weiter. Es geht nach Esteli, Zentrum des Tabakanbaus. In der traditionsreichen Zigarrenfabrik Joya de Nicaragua erhalten wir eine sehr interessante Führung durch alle Bereiche der Zigarrenproduktion. Von der Auswahl der verschiedenen Tabaksorten und Blätter über deren Sortierung und das Rollen der Zigarren, die mehrfache Qualitätskontrolle und abschließende Verpackung ist alles Handarbeit und eine Wissenschaft für sich. Wer möchte, darf auch mal eine rauchen, aber das spare ich mir.

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Zum Mittagessen geht es in das Restaurant, das unserem netten kolonialen Hotel Los Arcos angeschlossen ist. Beides liegt zentral fast am Parque Central gehört zur „Fundación Familias Unidas“, die zahlreiche soziale Projekte in Esteli fördert. Nachmittags geht es noch in eine andere Tabakfabrik und die angeschlossene Tabakplantage. Hier gibt es allerdings nicht so viel zu sehen, es ist die falsche Jahreszeit, um große Tabakpflanzen zu sehen. Dafür gehen wir ins Tabaklager, eine riesige Halle, in der die Blätter in großen Paketen gelagert werden. Der Geruch ist stechend, man kann kaum atmen, wenn die Ware von oben befeuchtet wird. Diese Fabrik ist noch um einiges größer, hier werden die Zigarren im Akkord gefertigt. Die Zeit vor dem abendlichen Restaurantbesuch nutze ich für einen Spaziergang. Am Parque Central findet ein großes Festival mit örtlichen Spielmannszügen und Samba-Gruppen statt, offensichtlich ist die halbe Stadt auf den Beinen.

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9. Tag  Las Guanachas und Granada
Von Esteli geht es weiter in das kleine Dorf Las Guanachas in der Nähe von San Nicolas. Hier wird Tilsiter Käse hergestellt, es gibt einen Kunsthandwerker, ein paar einfache Hütten für zahlende Gäste, es wird Bio-Gemüse angebaut und Dünger mit Würmern hergestellt. Und es gibt ein kleines Restaurant, in dem wir unser Mittagessen bekommen. Viele bemerkenswerte Projekte, die den nachhaltigen Tourismus und Lebensstil fördern sollen, sogar der Müll wird getrennt.  Besonders beeindruckend ist der Blick vom nahegelegenen Mirador Apaguaji Richtung Südwesten über die Vulkankette Nicaraguas.

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Weiter geht es nach Granada, dessen Besuch eigentlich gar nicht im Programm stand. Aber nach Nicaragua zu reisen, ohne Granada zu sehen, das geht einfach nicht! Glücklicherweise wurde dann doch noch ein kurzer Besuch der schönen Kolonialstadt möglich gemacht. Wir machen einen netten Spaziergang in der Abenddämmerung, steigen auf den Glockenturm der Kirche La Merced und genießen den spektatulären Ausblick über die Ziegeldächer.

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Schade, dass wir schon wieder weiter müssen. Hier tobt das Leben, die Stadt ist voller Kneipen und Restaurants und wir hätten gerne den Abend hier verbracht.  Aber es geht weiter nach Managua zum Hotel Best Western Las Mercedes, das direkt gegenüber vom Flughafen liegt. Mein Eindruck von Nicaragua: mir persönlich hat es sehr gut gefallen. Ich möchte auf jeden Fall wiederkommen und noch mehr vom Land sehen!

10. Tag Managua – Panama City
Nach dem Frühstück geht es mit dem Hotelshuttle einmal über die Straße zum Flughafenterminal. Mit Avianca fliegen wir weiter nach Panama City, wo wir die Uhren wieder eine Stunde vor stellen müssen. Nur noch 7 Stunden Zeitunterschied zu Hamburg. Trotz der tief hängenden Wolken haben wir einen tollen Blick auf die Skyline. Panama City scheint nur aus Hochhäusern zu bestehen. Wir steigen im neuen Teil des Terminals des internationalen Flughafens Tocumen aus und bekommen erstmal einen Kälteschock! Manchmal übertreiben es die Latinos mit den Klimaanlagen, besonders in Panama! Man sollte immer einen dünnen Pulli dabei haben. Dabei ist es draußen gar nicht so heiß, wie ich mir das vorgestellt habe, es ist Regenzeit und ziemlich bewölkt. Wieder Fotos und Fingerabdrücke bei der Einreise machen und wir sind in Panama. Unser Guide Luis empfängt uns und bringt uns zum Hilton Hotel. Mein Zimmer hat einen tollen Blick zum Pazifik und zum Casco Antiguo, der Altstadt von Panama City. Wir haben den restlichen Nachmittag frei und bummeln zu dritt auf dem schönen Rad- und Fußweg an der Cinta Costera direkt am Wasser entlang bis zur Altstadt. Es ist Sonntag Nachmittag und es sind viele Leute unterwegs, die bummeln, joggen, Fußball oder Volleyball spielen oder am Fischmarkt mit ihren Familien essen gehen. Eine entspannte Atmosphäre.

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Die Altstadt von Panama City, der Casco Antiguo, ist schon etwas speziell: eine wilde Mischung aus halb verfallenen Ruinen, aus deren Fenstern schon kleine Bäumchen sprießen, und stilvoll restaurierten, teilweise etwas sterilen Kolonialbauten – und der Rest ist Baustelle. Wenn das alles irgendwann einmal fertig ist, ist es sicher ein schöner Stadtteil, der hoffentlich nicht nur aus Hotels, Restaurants und Souvenirshops besteht.

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11. Tag Panama City – Kanal und Altstadt

Heute Vormittag fahren wir zum Besucherzentrum an den Miraflores-Schleusen am Panama-Kanal.

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Zuerst die Filmvorführung zur Entstehungsgeschichte, dann durchlaufen wir die interessante Ausstellung auf 4 Stockwerken, bis wir oben auf der Terrasse ankommen und einen guten Blick auf die (alten, kleinen) Schleusen haben. Leider ist gerade kein Schiff da, das wäre noch spannender. Die neuen, großen Schleusen, die erst 2016 eröffnet wurden, sieht man ein paar 100m weiter. Wir fahren weiter zu den Pedro Miguel-Schleusen, wo gerade ein Schiff abgefertigt wird, allerdings kommt man hier nicht so nah an das Schiff ran. Es geht zurück zum Casco Antiguo, durch den wir erst einen kurzen Spaziergang machen und wo wir dann in das Restaurant Diablicos einkehren. Hier gibt es traditionelle Speisen aus Panama, die auch wirklich sehr exotisch aussehen und lecker schmecken.

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Anschließend werfen wir einen Blick in das American Trade Hotel, ein sehr stilvolles, relativ neues Boutique-Hotel, das früher ein amerikanisches Kaufhaus war, lange Zeit in Ruinen lag und von Straßengangs bewohnt wurde. Einige dieser ehemaligen Bewohner führen interessierte Touristen mittlerweile durch ihre Viertel und erzählen von ihrem Leben als Gangmitglied (Fortaleza tours, www.esperanzasvc.org) zu einer Zeit, als die Altstadt noch ein sehr gefährliches Pflaster war.
Wenig später fängt es an zu regnen (das erste Mal tagsüber während unserer Reise) und ich verschlafe den restlichen Nachmittag.

12. Tag Panama City – Nationalpark Soberanía
Das Schöne an Panama City ist, dass man relativ schnell raus aus der Großstadt und mitten in der Natur ist. Zum Discovery Rainforest Center an der Pipeline Road im Nationalpark Soberanía fahren wir nur ca 40 Minuten. Wichtig ist heute der richtige Mückenschutz, denn zum ersten Mal auf dieser Reise werden wir richtig von Mosquitos attackiert, während wir die verschiedenen Pfade im Nationalpark erkunden. Um wirklich viele Tiere zu sehen, ist es mittlerweile zu spät und zu heiß, aber wer früh morgens kommt, hat gute Chancen, unzählige exotische Vögel wie Tucane und Kolibris sowie viele andere Tiere zu sehen. Zuerst geht es auf einen 30m hohen Aussichtsturm, von dem man bis zum Gatun-See gucken kann. Weiter geht’s zum Lago Calamito, den wir schnell wieder verlassen, da die Mücken Hunger haben. Immerhin sehen wir einen wunderschönen Blauen Morphofalter, einen Brüllaffen, einen Tucan und tausende Blattschneiderameisen.

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Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir das Gamboa Rainforest Resort, ein großes Hotel am Rio Chagres. Hier genießen wir beim Mittagessen im unterkühlten Restaurant den spektakulären Ausblick auf den Fluss und den Urwald. Anschließend unternehmen wir eine Bootstour auf dem Panama-Kanal und Gatun-See und sehen Kapuziner-Affen und Geoffroy-Perückenaffen, die aber auch nur deshalb da sind bzw. aufs Boot kommen, weil sie gefüttert werden. Trotzdem interessant.

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Wieder zurück in Panama City haben wir noch ein bisschen Freizeit vor dem Abendessen. Ich mache einen Spaziergang ins belebte Obarrio- und ins benachbarte El Cangrejo-Viertel, suche nach Souvenirs und staune über das vielfältige Angebot an Bananenchips im Supermarkt. Es ist Rushhour, laut und etwas chaotisch erscheint mir die Innenstadt von Panama City. Da finde ich die Altstadt doch etwas gemütlicher, trotz der vielen Baustellen.
Wir schlafen die nächsten beiden Nächte im Grace Hotel, einem sehr schönen, relativ neuen Boutique-Hotel im Obarrio-Viertel.

13. Tag Panama City – Embera Quera Village
Auf dem heutigen Ausflug, dem letzten unseren Tour, sind wir nur zu zweit mit unserem Guide. Der Rest unserer kleinen Reisegruppe leidet unter den typischen Unpässlichkeiten auf so einer Reise (Erkältung und Magen-Darm) und schont sich für den Rückflug am nächsten Tag.
Es geht Richtung Colón/Atlantik auf der Autobahn. Nach knapp einer Stunden und kurz vor Colón fahren wir ab und steigen am Rio Gatun zu zwei Embera-Indios ins Boot. Nach ca 15 Minuten Bootsfahrt durch idyllische Landschaft erreichen wir das Dorf der Embera Quera. Uns erwartet schon ein kleines Willkommens-Kommitee mit Flöten- und Trommel-Musik. Es ist uns ein bisschen unangenehm, dass offensichtlich nur für 2 Leute so ein Aufwand betrieben wird. Aber später stellen wir erleichtert fest, dass schon eine größere Gruppe aus der Schweiz und ein paar Individualtouristen da sind.

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Uns wird erstmal ein bisschen Dorfgeschichte erklärt. Vor ein paar Jahren haben sich einige Embera-Indios aus der Grenzregion zu Kolumbien zusammengeschlossen und in der Nähe des Panama-Kanals eine neue Heimat gesucht – das Leben in ihrer alten Heimat wurde ihnen zu unsicher. Mittlerweile wohnen über 20 Familien im neuen Dorf, relativ traditionell in Hütten ohne Strom. Sie leben vom Tourismus, empfangen Gruppen und Einzelreisende, denen die traditionelle Lebensweise der Embera nahegebracht werden soll. Nach einer kurzen Begrüßung werden für alle Gäste im Gemeinschaftshaus ein paar Tänze aufgeführt. Wir dürfen auch mitmachen – wollen aber nicht. Anschließend führt uns der „Medizinmann“ über das Dorfgelände, erklärt uns viele verschiedene (Heil-)Pflanzen, zeigt uns die kleine Dorfschule und erzählt uns viel über das Leben der Dorfbewohner.
Wir haben Zeit, die „Souvenir-Hütte“ zu besuchen, in dem die Familien selbst hergestellen Schmuck und andere Souvenirs verkaufen. Sehr lecker ist das Mittagessen, das in der Gemeinschaftsküche zubereitet wird: Gegriller Fisch und frittierte Banane in Bananen-Blättern. Einfach und richtig gut. Neben uns im Rohbau der neuen Küche, die gerade gebaut wird, toben ein paar Kinder fröhlich durch die Gegend. Nach dem Mittagessen verlassen wir das Dorf wieder mit dem Boot.
Ich hatte anfangs eigentlich keine wirkliche Lust auf diesen Ausflug, aber es hat mir doch ziemlich gut gefallen. Man hat das Gefühl, dass die Embera hier einen guten Weg gefunden haben, relativ traditionell zu leben und trotzdem einen akzeptablen Lebensstandard zu haben.

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Nach unserem Ausflug sind wir nachmittags wieder in Panama City zurück. Ich lasse mich in der Altstadt absetzen und gehe noch ein bisschen bummeln, suche noch ein paar hübsche Mitbringsel und mache mich anschließend auf den Fußmarsch zurück zum Hotel, immer entlang der Cinta Costanera. Irgendwann muss ich abbiegen und Richtung Obarrio-Viertel laufen. Zum Glück sehe ich den Turm des Grace Hotels und kann mich ein wenig besser in dieser unübersichtlichen Stadt orientieren.
Mein Fazit zu Panama City: sicher eine interessante Stadt mit einigen tollen Ausflugsmöglichkeiten – aber richtig schön ist sie nicht. Und natürlich ein totaler Kontrast zu den kleineren, kolonial geprägten Städten, die wir in Honduras und Nicaragua besucht haben. Bei meinem nächsten Panama-Besuch würde ich mir dann gerne Bocas del Toro und die San Blas-Inseln ansehen und die tollen Karibik-Strände genießen.

14. Tag Panama City – New York – Hamburg
Es wird nochmal spannend, denn wir fliegen mit United Airlines über die USA zurück und haben nur 2 Stunden Umsteigezeit in New York Newark.
Es ist frühmorgens und wir brauchen nur 25 Minuten bis zum internationalen Flughafen Tocumen. In der Rushhour kann das auch gut 2 Stunden dauern. Es gießt in Strömen, eine gute Einstimmung auf das Wetter, das uns in Hamburg erwartet – nur 20 Grad kälter. Wir checken ein bei United Airlines (das Gepäck wird bis Deutschland durchgecheckt, muss aber in New York rausgeholt und wieder abgegeben werden), essen unser mitgebrachtes Frühstück und gehen durch die Migration und Sicherheitskontrolle. Einmal durch, kaufe ich mir eine teure Flasche Wasser für den Flug. Das war allerdings rausgeschmissenes Geld, denn direkt am Gate müssen wir nochmal durch die Sicherheitskontrolle und das Wasser darf ich natürlich nicht mitnehmen. Auf dem Flug nach Newark gibt es Essen und Bordunterhaltung nur gegen Bezahlung, wenigstens die Getränke sind umsonst.
Einmal in Newark angekommen, müssen wir erstmal zur Immigration und einreisen. Allerdings ist nur ein Schalter besetzt und es geht etwas schleppend voran, bis weitere Schalter besetzt werden. Natürlich muss man die ESTA-Einreisegenehmigung haben (online, 14 US$), auch wenn man nur im Transit ist und die USA gleich wieder verlässt. Es wird ein Foto gemacht und Fingerabdrücke genommen, aber das sind wir von Mittelamerika ja inzwischen gewohnt. Das Gepäck muss anschließend vom Band genommen werden, dann geht man durch den Zoll, wo allerdings nur ein Mitarbeiter das Formular entgegen nimmt, und gibt direkt danach das Gepäck wieder ab. Da beide Flüge mit UA gehen, müssen wir das Terminal nicht wechseln und gehen ein Stockwerk höher gleich wieder durch die Sicherheitskontrolle. Alles kein Problem und wesentlich entspannter, als ich es mir vorgestellt habe. Unser Weiterflug nach Hamburg hat dann leider noch eine Stunde Verspätung, aber dann geht es doch an Bord und ab nach Hause, wo wir am nächsten Morgen nach einer kurzen Nacht ankommen.

Eine sehr schöne Reise, anstrengend, spannend und lehrreich.

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