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Tansania selbst er-fahren

„Selber fahren in Tansania? Geht nicht“, hieß bisher die Standardantwort die man interessierten Gästen dazu geben musste. Die Tage scheinen gezählt. Geht nicht, gibt’s nicht! Die Zeit ist reif dafür, dass Safari begeisterte Kunden auch selber durch die Nationalparks in Tansania fahren können.

Wir haben es für Sie getestet und unsere Afrika Expertin Daniela im Mai 2018 nach Tansania geschickt. Über 2.200km ist sie durch das Land gereist, durch den Großstadtdschungel von Daressalam, über Schlaglochpisten, gute Pisten, Schlammpisten, nicht mehr vorhandene Pisten und vor allem auch über überwiegend sehr gute Teerstraßen. Hier erfahren Sie nun alles über ihre Eindrücke und Erfahrungen.

IMG_2190Am 23.5. ging der Flieger. Mit Swiss von Hamburg über Zürich nach Daressalam mit Ankunft am späten Abend. Endlich habe ich nun auch mal DAR gesehen, bisher kannte ich nur den Flughafen von diversen Zwischenstopps. Über das Einreiseprozedere am Flughafen in DAR hört man eigentlich nur schlechtes. Da ich mir das Visum nicht vorher in der Botschaft besorgen konnte, war ich gewappnet und rechnete mit einer langen Wartezeit aber es kam anders. Knapp 1 Std. nach Betreten des Terminals war ich mit meinem Gepäck schon draußen. Das hat nicht länger gedauert als anderswo bei der Einreise. Zugegeben es gehörte sicher auch ein bisschen Glück dazu. Die Swiss Maschine war nicht mal 1/3 voll und ich war die 7. Person in der Schlange am ersten Schalter. Wenn in DAR 3 internationale Maschinen gleichzeitig ankommen, sieht das ganze wohl anders aus. Was die Beamten an insgesamt 4 Schaltern so machen und arbeiten muss man nicht verstehen und warum mein Pass durch 7 Hände gehen musste, hinterfrage ich im Nachhinein lieber auch nicht mehr. Welcome to Africa!

IMG-20180524-WA0000Daressalam selber ist nicht besonders empfehlenswert. Das Slipway Hotel war für 2 Nächte sehr komfortabel und wirklich schön. Den Rest der Stadt? Nunja……Ich war vom berühmt berüchtigten „Traffic Jam“ nicht betroffen. Um 22 Uhr ging der Transfer innerhalb von einer halben Stunde reibungslos zum Hotel. Andere die am Nachmittag ankamen, brauchten 2 Std. Das ist der IMG_1598Verkehr in DAR!

 

Frühmorgens am 25.5. ging es dann los. 11 Personen in 3 Autos machten sich auf! Wir verluden unser Gepäck auf die Ladeflächen der nigelnagelneuen Tata Double Cap Pickups und los ging die wilde Fahrt. :)IMG-20180524-WA0001

Am 1. Tag war der Weg raus aus DAR eigentlich das spannendste von allem, ach nee bis es anfing zu regnen aber dazu später. Wir nahmen raus aus DAR die Straße Richtung Norden nach Bagamoyo. Das entpuppte sich schnell als gute Entscheidung. In diese Richtung hatten wir kaum Verkehr. Ganz anders wenn wir direkt Richtung Westen auf den Tan-Zam Highway gefahren wären, wo uns eine Kolonne an LKWs erwartet hätte. Nach einer kleinen Frühstückspause in Bagamoyo ging es weiter nach Morogoro.

IMG-20180527-WA0039Die nächste wuselige, afrikanische Stadt und ich saß nun das erste Mal selber am Steuer. Es war wuselig ja, aber gar nicht so wild wie befürchtet. Kurzer Stopp in einer Kneipe/Kiosk am Straßenrand auf eine kalte Cola für alle – ein Ort wo man auf einer geführten Safari mit einem Guide eigentlich niemals anhalten würde. Es dauerte auch nicht lange bis 1-2 Souvenir Verkäufer die 10 Mzungu erspäht hatten und uns natürlich was verkaufen wollte. Sehr unaufdringlich und nett sei an dieser Stelle mal bemerkt.
Unser Tagesziel, den Mikumi Nationalpark, sollten wir heute also nach gut 6-7 Std. Fahrt erreichen. Die Fahrt war kurzweilig. Schon am ersten Tag fiel mir auf, dass ich viel mehr mitbekomme links und rechts der Straße wenn ich selber fahre oder als Beifahrer im Auto sitze. Das Gefühl war ganz anders, als auf meinen geführten Safaris die ich zuvor in Tansania erlebt habe. Wenn man nur hinten in einem Land Cruiser sitzt, wo man nach vorne nicht mal eine gute Sicht hat, zieht alles auf Überlandstrecken so schnell an einem vorbei, man wird müder und bekommt weniger mit.IMG_1634
In Mikumi erwartete uns am Nachmittag leider Regen, tja so ist das nun mal wenn man zum Ende der Regenzeit reist. Die Fahrt vom Gate zur Vuma Hills Lodge ging 7km bergauf durch den Park und das bei strömenden Regen. Ich war mir sicher, dass ich mich gleich schön am ersten Tag festfahren würde und wahrscheinlich nicht mal mit Zuschalten des Allradantriebs weiter kommen würde. Wer schon mal in Afrika war, der weiß wie die Pisten bei Regen aussehen. Der Boden nimmt den Regen ja nicht auf, sondern es entstehen sofort ausgewaschene Spuren und ein wasserfallartiger Strom der die Pisten runter rauscht. Nach erster Panik auf der Piste habe ich es aber geschafft und bin hochkonzentriert zur Lodge zu fahren, ohne stecken zu bleiben. Das war mein erstes richtiges Allrad Abenteuer und ich war ein bisschen Stolz auf mich (an dieser Stelle allerdings großen Dank an David für die hilfreichen Anweisungen ;)).  Ich fahre zu Hause in Deutschland sehr wenig Auto, da ich keines besitze. Ja, ich bin zwar auch schon in Ländern wir Südafrika selber gefahren aber das sind wirklich andere Welten im Vergleich zu Tansania.

IMG-20180527-WA0016Am nächsten Morgen haben wir eine geführte Frühpirsch mit den Rangern der Lodge unternommen. Klar, wir hätten auch selber mit unseren Autos in den Park fahren können aber an diesem Tag wollten wir eben die Möglichkeit testen, dass man vor Ort die Aktivität  über die Lodge nutzt. Gäste können flexibel entscheiden ob Sie gegen Aufpreis das „Game Package“ mit geführten Safaris buchen oder selber fahren wollen. Ich würde auf einer Rundreise immer eine Mischung aus beidem bevorzugen. Die geführten Pirschfahrten in den offenen Safarifahrzeugen sind für mich einfach das Beste was man machen kann. Beste Sicht und das beste Safari Feeling.

Ausschnitt Mikumi IMG_1677Unser nächstes Etappenziel war der Udzungwa N.P.
Nach der morgendlichen Pirsch und dem anschließenden Frühstück ging es via Mikumi Town nach Udzungwa wo wir nach gut 2 Std. Fahrt ankamen. Die letzten 13 km waren auf ziemlich schlechter Schlaglochpiste und durch ein ordentliches Maschloch. Die Tata’s haben es super gemeistert.

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Am Nachmittag stand dann die Wanderung zum Sanje Wasserfall auf dem Programm. IMG-20180527-WA0013Es war heiß und feucht und somit wurde die Wanderung schnell zur „challenge“. ;) Es war zugegeben ganzschön anstrengend, denn es ging hinwärts eigentlich nur bergan. Ich hätte mir die Wanderung gerne mit ein paar mehr Pausen eingeteilt, aber wir hatten nicht mehr allzu viel Zeit bis zum Sonnenuntergang, denn die gesamte Wanderung bis ganz oben und zurück dauert mind. 4 Std.
Aus dem ersehnten Bad am Fuße des Wasserfalls wurde leider nichts, denn es war nach der Regenzeit zu viel Wasser und Strömung da und eigentlich keine Möglichkeit zum Einstieg. Ein paar “mutige” von uns haben sich in das eiskalte Wasser gewagt aber sind zum Teil auch nur mit kleineren Blessuren wie Schürfwunden über die Steine wieder raus gekommen.

IMG_1778Udzungwa selber lohnt sich auf jeden Fall für Natur- und Wanderfans.

Von Udzungwa ging die Reise am 27.05. zum Ruaha Nationalpark. Zunächst die gleiche Strecke (ca 2 Std.) zurück bis Mikumi Town und dann geradewegs auf den Tan-Zam Highway Richtung Iringa.

Nach 3 Std. Fahrt auf sehr guter Teerstraße und mit nicht allzu viel LKW Verkehr erreichten wir Iringa. Die Strecke dorthin war traumhaft schön. Das Tal der Baobabs war atemberaubend, hätte ich nicht gedacht.

IMG_1808Nach kurzem Tankstopp, Reifendruck-Check an der Tankstelle und ATM Besuch in Iringa ging es weiter in den  Ruaha Nationalpark. Schon nach wenigen Kilometern hieß es Abschied nehmen von der Teerstraße. Die nächsten gut 125 km Piste folgten. Zunächst gute Piste, vergleichbar mit Namibia wo man gute 60 km/h, auch mal 70 fahren kann. Dann folgten 15 km Schlaglochpiste vom Feinsten! Meine 2. Off Road Challenge der Reise! Mir kam dieses Stück vor wie 40km, da es so anstrengend war zu fahren. Es folgte wirklich ein riesen Loch nach dem anderen, egal ob links oder rechts. Auch mit ständigen Spurwechseln ließ es sich nicht vermeiden durch diese Löcher zu krachen. Mein Beifahrer merkten schnell, dass ich nicht mehr so ganz viel Spaß hatte auf dieser Strecke aber letztendlich hieß es Zähne zusammenbeißen und durch. IMG-20180601-WA0018Für Leute die schon ein bisschen mehr Off-road und Pistenerfahrung haben, mag es sich nicht so schlimm anfühlen dachte ich aber am nächsten Tag zeigte sich, dass auch diese Fahrer unter uns nicht unbedingt mehr Spaß hatten (ich bin das gleiche Stück nicht wieder zurück gefahren – auf gar keinen Fall, als Beifahrer konnte ich das Ganze viel relaxter angehen). Unser Fahrer auf dem Rückweg fand die Strecke aber auch genauso sch….wie ich. ;) So ist das halt streckenweise in Tansania, gehört eben auch dazu. Notiz am Rande: die Autos haben das super mitgemacht, kein Reifenschaden oder ähnliches.

Im Ruaha Nationalpark wurde ich schnell für die Anstrengung entlohnt. Was für ein wunderschöner Nationalpark! Ich war sofort hin und weg.  Ich kenne viele Leute die von Ruaha schwärmen und nun kann ich selber sagen: ja Ruaha zählt ab jetzt definitiv zu meinen Top 3 Parks in Tansania, neben der Serengeti und Tarangire.

IMG-20180527-WA004820180527_150209Auch hier war der Park nach der Regenzeit natürlich wieder wahnsinnig grün und das Gras relativ hoch; für Tierbeobachtungen nicht die beste Zeit aber landschaftlich wunderschön und es war so gut wie kein anderes Auto im Park unterwegs. Ich glaube wir haben am ersten Nachmittag maximal 3 andere Autos gesehen. In Ruaha pirschten wir nachmittags und am nächsten Morgen mit unseren Autos.

Bei der Frühpirsch lief mir einfach mal direkt ein Löwe vors Auto und spazierte dort mind. 1,5 km vor uns auf dem Weg. :) Unfassbar!

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Prozedere an Nationalpark Gates
Wer schon mal auf einer Safari in Tansania unterwegs war weiß, dass es an den Nationalpark Gates immer etwas Wartezeit gibt. Genauso verhält es auch wenn man dort als Selbstfahrer ankommt. Alle Autoinsassen müssen sich mit Passnummer registrieren. Das Kennzeichen des Autos und das Gewicht muss angegeben werden und dann müssten die Parkgebühren für das Fahrzeug und pro Person am Gate per Kreditkarte gezahlt werden. Der von uns verwendete Typ Auto fällt mit einem Gewicht von 1860km noch in die „kleinste“ Auto Kategorie und somit sind nur 10 USD pro Tag Einfahrtsgebühr für das Auto zu zahlen. Wichtig: Bescheinigung immer aufbewahren, die muss beim Verlassen des Parks wieder vorgezeigt werden.

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Am Nachmittag waren wir zurück in Iringa. Die kleine Stadt hat mich wirklich im positiven überrascht. Es ist einfach nett hier. Nicht so groß und hektisch wie in Daressalam oder Arusha. Das Klima ist angenehm (auf Grund der Höhe immer recht kühl) und die kleine Stadt hat einiges an (deutscher) Geschichte zu bieten. Ich kann einen Stopp in Iringa auf einer Tour im Süden Tansanias jedem empfehlen.
Besonders toll ist das Neema Crafts Café. Hier gibt es tolles Essen (Lasagne sehr zu empfehlen), toller Kuchen und leckere Smoothies. Sehr gemütlich eingerichtet und Free WIFI. Zum Café/Restaurant gehört die eigentliche Craft Fabrik. IMG_2054Hier arbeiten ausschließlich körperlich beeinträchtigte Menschen die hier eine Chance bekommen zu Arbeiten. Die Handarbeiten werden in dem tollen Shop im EG verkauft. Die Sachen sind einfach wunderschön und von ausgesprochen guter Qualität und tollem Stil. Sagen wir mal so, ich hätte den ganzen Laden leer kaufen können, musste mich aber irgendwann bremsen. :-)IMG_2072
Neema Crafts hat außerdem einfache aber sehr hübsche Gästezimmer, natürlich dekoriert mit den eigenen Erzeugnissen (Kissenhüllen, Tagesdecken, Lampenschirme etc.).

Von Iringa fuhren wir am nächsten Tag nordwärts Richtung Dodoma. Diese neue Straße ist vor einigen Jahren noch eine echt schlimme Schotterpiste gewesen und die Hauptstadt Dodoma im Landesinneren war dadurch nie gut erreichbar und geriet ein bisschen in Vergessenheit. Das ändert sich heute, denn Dodoma ist im Kommen. Der Präsident wird schon bald offiziell dort hinziehen, viele Ministerien sind schon da.
Es ist wirklich eine richtige Autobahn für tansanische Verhältnisse (den Chinesen sei Dank) die einen sehr zügig durchkommen lässt, kaum LKWs und viel weniger Polizeikontrollen als auf dem Tan-Zam Highway im Süden. Bei absolut freier Fahrt kann man (sollte es offiziell aber nicht) locker 140 – 160 km/h fahren. Die Region rund um Dodoma ist das einzige Weinanbaugebiet in Tansania. Da habe ich wieder was Neues gelernt: es gibt tansanischen Wein und der ist sogar richtig gut. Eingeführt haben ihn hier die Italiener.  IMG_2137

Nach Dodoma hatten wir nach weiteren 2 Std. Fahrt unser Tagesziel erreicht. Unseren Campingplatz in Kolo. In Dodoma gibt es noch das ein oder andere Hotel was man empfehlen könnte, danach gibt es keine adäquaten Unterkünfte mehr. Entweder man fährt dann durch bis Tarangire oder man campt so wie wir.
IMG-20180601-WA0011In Kolo gibt es beeindruckende Felsmalereien zu sehen, welche seit 2006 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. 186 Felsmalereien sind bekannt in dieser Region aber es wird vermutet, dass es noch viel mehr gibt. Die Besichtigungsgebühr beträgt 3000 Tsh pro Person und ein Besuch ist nur in Begleitung eines örtlichen Führers erlaubt. Während einer ca. 90 minütigen Wanderung zum Sonnenuntergang haben wir 3 verschiedene Felszeichnungen gesehen, die vorwiegend Tiere wie Giraffen, Zebras und Impalas zeigten oder Abbildungen von Buschmännern bei der Jagd.

Jeff und seine Crew haben uns so toll umsorgt, hervorragendes Essen gezaubert und alles an Campingequipment extra für uns aus Arusha gebracht. Bier musste abends zum Lagerfeuer nochmal kurz im Ort Kolo nachgekauft werden aber das kann ja auch keiner ahnen, dass die Deutschen wieder so viel trinken. ;)IMG_2173

Nach einer kalten Campingnacht ging es am nächsten Morgen etwas müde weiter zum Tarangire Nationalpark. Auf der gut ausgebauten Strecke waren wir in nur 2 ½ Std. am Tarangire Park. Wir fuhren am Sangaiwe Gate ein. Die Anfahrt dorthin war wieder ziemlich holprig. An der Hauptstraße steht noch ein großes Schild „hier abbiegen zum Tarangire Park“, danach kommt dann lange nichts mehr. Daran muss man sich in Tansania relativ schnell gewöhnen. Nach einem Schild kommt viele Kilometer durch die Pampa erstmal lange kein weiteres. Man darf sich davon nicht beirren lassen und zu früh unsicher umdrehen.IMG_2178 Das ist normal, dass man dann erstmal 10km auf Schlaglochpiste unterwegs ist, bis man auf einmal vor einem Nationalpark Gate oder an seiner Lodge ankommt.

Der Tag in Tarangire sollte alle unsere Erwartungen übertreffen. Ich war wirklich schon häufig auf Safari, genauso wie einige meiner Mitreisenden aber der Tag in Tarangire war wirklich ein Safari Tag vom Feinsten. Wir haben insgesamt 16 Löwen gesehen, davon 3 auf dem Baum kletternd (ungewöhnlich, machen die das angeblich nicht nur in Manyara?!), einen doppelten „Cheetah Kill“ !!!!!! 2 Antilopen waren zu unaufmerksam und innerhalb von Sekunden von 4 Geparden erlegt, außerdem haben wir große Elefantenherden, Giraffen, Wasserböcke und Strauße gesehen.

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Eigentlich haben wir nicht viel erwartet, da uns bewusst war, dass wir zum Ende der Regenzeit unterwegs sein werden und das Gras extrem hoch sein wird. War es auch, aber Glück gehört halt dazu. Der Park war wunderschön zu dieser Jahreszeit, eine einzige Blumenwiese voll mit Schmetterlingen. Tarangire ist und bleibt einer meiner Lieblingsparks in Tansania.

Nach dem Tarangire Park folgte zu guter Letzt ein Tag im Arusha Nationalpark. Mountain Biking stand auf dem Programm. IMG_234830km – 15km hin zur Hatari Lodge und 15km zurück. Ich fand den Plan von Anfang an ambitioniert aber dachte mir, dass es bestimmt schön wird und wir durch relativ flaches Gelände fahren, hier und da mal ein paar Zebras, Büffel und Giraffen beobachten können und 15km pro Strecke dann bestimmt kurzweilig sind. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Über steinige Piste ging es 10km fast non-stop bergauf. Links und rechts nur Wald, nichts zu sehen von Tieren in der Savanne. Wer begeisterter Mountain Bike Fahrer ist, hätte dabei sicher Spaß gehabt – ICH NICHT ;). Nach 3-4 km beendete ich meine erste Mountainbike Challenge des Lebens. Brauch ich nicht wieder. Ich bin ein Nordlicht – Fahrrad fahre ich auf dem platten Land aber keine Berge rauf. :)

Nach einem etwas längeren Mountain Bike Ausflug wurde es später als gedacht und wir machten an diesem Tag die Erfahrung wie es ist im Dunkeln in Tansania Auto zu fahren. Fazit: nicht schön, anstrengend, gefährlich und nicht zu empfehlen. Ich habe mich selber davon überzeugt, dass es sinnvoll ist den Hinweis „fahren Sie nicht im Dunkeln“ ernst zu nehmen. Auf Grund fehlender Straßenbeleuchtung, keinen Fahrbahnmarkierungen, unachtsamen Fußgängern auf der Straße, Motorrädern ohne Licht und Fahrzeugen mit permanentem Fernlicht ist das Fahren extrem anstrengend. Wir kamen nach gut 1 Std. Fahrt im Dunkeln gegen 20 Uhr im Mountain Inn in Moshi an. Hier endete unsere Reise. Nach über 2.200 km quer durchs Land und unzähligen unvergesslichen Eindrücken und tollen Momenten.

Ein letzter Hinweis zum Thema Polizeikontrollen und Blitzen
Ja, wir sind in Polizeikontrollen gekommen und ja wir sind auch geblitzt worden. Alles nicht so schlimm wie man denkt.
Polizeikontrollen gibt es in Tansania wirklich wie Sand am Meer. Vor allem im Süden entlang des Tan-Zam Highways wo ständig auch LKWs raus gezogen werden und im Großraum Arusha und Moshi.

Im Prinzip muss ich jeder 50 –er Zone (km/h) damit gerechnet werden, dass die Damen und Herren irgendwo stehen. Ortseingang, Ortsausgang oder auch mal Zwischendurch.

Die Polizisten in Tansania sind lange nicht mehr so korrupt wie früher. In den meisten Fällen wurden wir nett gefragt wo wir herkommen und wo wir hinwollen. Manchmal würde nach dem internationalen Führerschein gefragt, der aber nur halbherzig kurz aufgeschlagen wurde. Wenn man vorschriftmäßig fährt und alle Insassen angeschnallt sind, kann man i.d.R. nach einem kurzen Plausch weiterfahren. Einmalig wurde eines unserer Autos gefragt ob die vorgeschriebenen Warnwesten und (2) Warndreiecke an Bord sind. Kurz gezeigt und weiter ging es.
Die Autos werden selbstverständlich mit diesen vorgeschriebenen Details ausgestattet sein.

Wenn man raus gezogen wird, weil man geblitzt wurde, hat man Pech gehabt aber auch das ist kein Weltuntergang. Wir wurden auf unserer ganzen Tour nur einmal geblitzt, was doch wirklich ein guter Schnitt ist. Das Lustige ist: wenn du in einer Zone mit begrenzter Geschwindigkeit geblitzt wirst, ist es egal wie viel du zu schnell warst, es kostet immer 30.000 Schilling. Wir wurden in einer 50km/h Zone mit einer Speed Gun mit 65 km/h erwischt. Gut, passiert! Wir haben uns kurz gewundert, dass alle 3 Autos angeblich mit der gleichen Geschwindigkeit geblitzt wurden aber gut, lieber nicht hinterfragen, bringt eh nichts. „Sorry Sorry wir machen es nicht wieder“ und 3x 30.000 Schilling später ging es weiter! Kommentar eines Mitreisenden: „also wenn es egal ist mit wie viel Km/h zu schnell wir geblitzt werden, können wir nächstes Mal auch richtig Gas geben!“ – ;-) Immer diese Raser, aber ganz Unrecht hat er ja nicht.IMG_1878

Fazit: Ja, man kann in Tansania selber mit einem Mietwagen unterwegs sein und es macht richtig viel Spaß. Man kommt auch ohne einen Guide gut zurecht (ausgenommen sind die Regionen Serengeti, Lake Natron und Selous Reservat). Dennoch würde ich eine Selbstfahrertour keinen Afrika-Neulingen empfehlen. Wer schon mal im südlichen Afrika unterwegs war (Namibia und Botswana) und entsprechend ein bisschen Pisten und Allrad Erfahrung hat, wird kaum Probleme haben und bestimmt eine tolle und unvergessliche Zeit in Tansania erleben.

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